Neustart der Psychosomatik mit erweitertem Konzept

Jerichow,

Am 25. Oktober ist das neue Behandlungskonzept der Psychosomatischen Medizin und Psychotherapie vorgestellt worden. Damit ist das Therapieangebot am AWO Fachkrankenhaus Jerichow wieder komplett.

 

Die Chefärztin für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie Marion Blaser hat niedergelassenen Ärzten und Psychotherapeuten ihr neues Behandlungskonzept vorgestellt. Damit ist das Therapieangebot am AWO Fachkrankenhaus Jerichow wieder komplett. Es ist für bestimmte Patientengruppen weiter spezialisiert worden. Der psychosomatische Behandlungsansatz, der eine Trennung zwischen Körper und Geist bzw. Leib und Seele nicht aufrecht halten möchte, bildet bereits seit vielen Jahren einen wichtigen Baustein im Therapiekonzept des Fachkrankenhauses.

Eine Behandlung im Bereich Psychosomatik und Psychotherapie findet nun in drei Häusern mit gesamt 50 Betten statt. Das 1996 sanierte Haus 5 bietet eine tiefenpsychologische Einzel- und Gruppentherapie im Kombination über einen Zeitraum von ca. zwölf Wochen statt. Das Haus 102 ist der Ort der geschlossenen Gruppe seit 2009. Es findet eine intensive Gruppentherapie über einen Zeitraum von neun Wochen statt.

Krankheitsbilder und Therapie in der Psychosomatischen Medizin und Psychotherapie im Haus 4

Haus 4 von aussen fotografiert

Seit Mitte August wird das vorübergehend geschlossene Haus 4 wieder betrieben. Das Therapieangebot richtet sich an Frauen und Männer mit psychisch bzw. psychosomatisch bedingten Beschwerden, wie sie z. B. durch belastende oder traumatische Lebenserfahrungen und Konflikte ausgelöst werden können. Vielfach bestehen Belastungen durch unverarbeitete Erfahrungen aus der Kindheit. „Für diese Patienten ist die Welt unsicher und zerstörerisch. Sie können andere nur schwer um Hilfe bitten oder lehnen Hilfsangebote kategorisch ab. Es fällt ihnen sehr schwer, ihre Erfahrungen zum Ausdruck zu bringen, es bleibt beim körperlichen Ausdruck.“, beschreibt Chefärztin Marion Blaser typische Sicht- und Verhaltensweisen der Patientinnen und Patienten. „Diese Patienten brauchen Verbindlichkeit, Respekt und Einfühlungsvermögen. Wir sehen unsere Aufgabe darin, die Krankheitssymptome zu übersetzen und den Konflikt in Worte zu fassen.“ Wenn es den Patienten gelingt, ein Verständnis ihrer Krankheit zu entwickeln, kann mit einer Veränderung der Selbstwahrnehmung auch die Lebensqualität verbessert werden. Die Behandlung im Haus 4 kümmert sich vorrangig um die Bewältigung dessen, was momentan ist, und klammert die Aufarbeitung der Vergangenheit aus.

Behandelte Krankheitsbilder sind:

Chronische Schmerzen, Schlafstörungen, Tinnitus, funktionelle Magen-Darm-Beschwerden sowie Herz-Kreislauf-Störungen bis hin zum Herzinfarkt. Die körperliche Seite der Beschwerden muss vorab diagnostisch abgeklärt sein.

Aufnahme und Festlegung des Behandlungskonzeptes

Vor einer stationären Aufnahme führt ein Psychologe ein ambulantes Vorgespräch mit dem Patienten. Gegebenenfalls kann eine Probetherapie vereinbart werden. Erst dann folgt eine Festlegung, welches Konzept für den jeweiligen Patienten geeignet ist und in welchem Haus die stationäre Behandlung erfolgen wird.

Eine Vereinbarung von Vorgesprächsterminen erfolgt unter Telefon 039343 92-3051.

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