Gedenkstein auf dem Geländes des AWO Fachkrankenhauses Jerichow

AWO erinnert an die Opfer von Euthanasie und Eugenik

Jerichow,

Anlässlich des bundesweiten Holocaust-Gedenktages am 27. Januar erinnert die AWO mit einer Kranzniederlegung auf dem Gelände des AWO Fachkrankenhaus Jerichow an die Opfer von Euthanasie und Eugenik.

 

Alle interessierten Bürger aus der Region ebenso Patienten, Angehörigen sowie Mitarbeiter des Fachkrankenhauses sind eingeladen, am Gedenken teilzunehmen.

Die Kranzniederlegung findet statt am:
Sonntag, den 27. Januar 2017,
um 11.00 Uhr im AWO Fachkrankenhaus Jerichow
am Gedenkstein hinter Haus 6.

Teilnehmen werden AWO Vorstand Wolfgang Schuth sowie die Geschäftsführung und Krankenhausleitung des AWO Fachkrankenhauses Jerichow. Elias Steger, Historiker und Referent Personalentwicklung beim AWO Landesverband Sachsen-Anhalt e.V. wird über den Zeitgeist der 20er Jahre mit Blick auf die Kriegsversehrten des ersten Weltkrieges berichten und dabei eine thematische Brücke zur Gründung der Arbeiterwohlfahrt vor 100 Jahren schlagen.

Der Gedenkstein ist das Ergebnis eines Ideenwettbewerbs an AWO Einrichtungen der Psychiatrie und Behindertenhilfe und  erinnert an ein dunkles Kapitel der Geschichte der psychiatrischen Einrichtungen. Die Aktion „T 4“ hatte allein 930 Patienten der damaligen Heil- und Pflegeanstalt Jerichow das Leben gekostet. Sie sind von dort in die Gasmordanstalten Brandenburg und Bernburg gebracht worden. Ihre individuellen Schicksale stehen im Mittelpunkt des Gedenkens.

Vor rund 10 Jahren hatte sich das AWO Fachkrankenhaus Jerichow entschieden, die Historie des Hauses in der Zeit des Nationalsozialismus zu untersuchen. 2009 gründete sich für die Aufarbeitung eine Arbeitsgruppe, bestehend aus Mitarbeitenden des Krankenhauses, Studierenden, Hauptamtlichen und Ehrenamtlichen unter der Federführung des Referats für Demokratie und Toleranz im AWO Landesverband Sachsen-Anhalt e. V. Es wurden Archive gesichtet, Biographien recherchiert und Datenbestände geordnet. Im Ergebnis entstand eine Ausstellung, die in eindrucksvoller Weise die Geschichte der Eugenik, die Aktion T 4 und die Geschehnisse in der damaligen Landesheilanstalt Jerichow während der Zeit des Nationalsozialismus darstellt. Die ständige Ausstellung „Euthanasie und Eugenik – das AWO Fachkrankenhaus Jerichow in der Zeit des Nationalsozialismus“ hat ihren Platz in den Räumlichkeiten der Krankenhauskapelle.

Die Ausstellung in der Kapelle des AWO Fachkrankenhauses Jerichow thematisiert vor allem Einzelschicksale

« zurück