Kranzniederlegung für die Opfer des Nationalsozialismus

Holocaust-Gedenktag in Jerichow am 27. Januar

Jerichow,

Das AWO Fachkrankenhaus Jerichow erinnert am 27. Januar mit einer Kranzniederlegung an die Opfer von Euthanasie und Eugenik. Alle interessierten Bürger aus der Region sind zur Kranzniederlegung eingeladen.

 

Gedenken ist ein heilsamer Prozess

Gedenkstein auf dem Geländes des Fachkrankenhauses
Gedenkstein an die Opfer von Euthanasie und Eugenik in Jerichow

An die Opfer des Holocausts wird international am 27. Januar erinnert. Auch die AWO wird in Jerichow mit einer Kranzniederlegung am Gedenkstein auf dem Gelände des AWO Fachkrankenhaus Jerichow (hinter Haus 6) an die historischen Ereignisse und das unermessliche Leid der Menschen gedenken.

Die Kranzniederlegung findet statt am:
Montag, den 27. Januar 2020, um 13.00 Uhr
im AWO Fachkrankenhaus Jerichow am Gedenkstein hinter Haus 6

Alle interessierten Bürger aus der Region sind zur Kranzniederlegung eingeladen. Teilnehmen werden AWO Vorstandsvorsitzender Wolfgang Schuth sowie die Geschäftsführung und Krankenhausleitung des AWO Fachkrankenhauses Jerichow. Elias Steger, Historiker und Referent Personalentwicklung beim AWO Landesverband Sachsen-Anhalt e. V., wird an ausgewählte Schicksale erinnern und dabei eine thematische Brücke schlagen, welche heilsame Bedeutung ein wiederkehrendes Ritual wie eine Kranzniederlegung haben kann.

Der Tag des Gedenkens ist in den vergangenen Jahren zu einem festen Bestandteil in der Gedenkkultur des Fachkrankenhauses und des Ortes Jerichow geworden. Mit der Kranzniederlegung am 27. Januar gibt es inzwischen ein verbindendes Symbol, unfassbare historische Geschehnisse in die heutige Zeit zu tragen und sie angemessen zu thematisieren.

Der Gedenkstein wurde 2012 eingeweiht. Er erinnert an die Geschichte der psychiatrischen Einrichtungen in den 30er und 40er Jahren. Im Rahmen der geheimen Aktion „T 4“ wurden allein 930 Patienten der damaligen Heil- und Pflegeanstalt Jerichow getötet. Sie wurden von dort in die Gasmordanstalten Brandenburg und Bernburg gebracht.

Um die Historie des Fachkrankenhauses in der Zeit des Nationalsozialismus zu untersuchen, entstand 2009 eine eigene Arbeitsgruppe. Mitarbeitende des Krankenhauses, Studierende, Hauptamtliche und Ehrenamtliche unter der Federführung des Referats für Demokratie und Toleranz im AWO Landesverband Sachsen-Anhalt e. V. nahmen sich des schwierigen Themas an. Es wurden Archive gesichtet, Biographien recherchiert und Datenbestände geordnet. Im Ergebnis entstand eine Ausstellung, die in eindrucksvoller Weise die Geschichte der Eugenik, die Aktion T 4 und die Geschehnisse in der damaligen Landesheilanstalt Jerichow während der Zeit des Nationalsozialismus darstellt. Die ständige Ausstellung „Das AWO Fachkrankenhaus Jerichow in der Zeit des Nationalsozialismus“ hat ihren Platz in den Räumlichkeiten der Krankenhauskapelle.

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