Kranzniederlegung im AWO Fachkrankenhaus Jerichow mit Bürgermeister und Geschäftsführer

Kranzniederlegung am Holocaust-Gedenktag

Jerichow,

Zur Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus hat das AWO Fachkrankenhaus Jerichow am vergangenen 27. Januar einen Kranz am Gedenkstein auf seinem Gelände niedergelegt.

 
Teilnehmer der Gedenkveranstaltung stehen entlang des Weges zum Gedenkstein
Viele interessierte Bürger, Patienten, Krankenhausleitung und Vertreter der Gemeinde Jerichow nehmen an der Kranzniederlegung teil

An der Veranstaltung haben die Geschäftsführung, Krankenhausleitung, Mitarbeiter und Patienten des Fachkrankenhauses sowie interessierte Bürger teilgenommen. Als Vertreter der Gemeinde kamen Bürgermeister Harald Bothe und der Ortsbürgermeister von Jerichow, Andreas Dertz. Er hielt eine würdevolle Ansprache, bei der er an alle Opfer des totalitären Regimes erinnerte und sie alle benannte: „Juden, Christen, Sinti und Roma, Menschen mit Behinderung, Homosexuelle, politisch Andersdenkende sowie Männer und Frauen des Widerstandes, Wissenschaftler, Künstler, Journalisten, Kriegsgefangene und Deserteure, Greise und Kinder an der Front, Zwangsarbeiter und Millionen Menschen, die unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft entrechtet, verfolgt, gequält und ermordet wurden.“

1996 wurde der Gedenktag durch den damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog eingeführt. Ihm war es wichtig, eine Form des Erinnerns zu finden, die in die Zukunft wirken möge. Erst 2005 wurde der 27. Januar von den Vereinten Nationen zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust erklärt.

Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus 27. Januar 2018 AWO Fachkrankenhaus Jerichow
Bürgermeister Harald Bothe, Ortsbürgermeister Andreas Dertz (mitte), Geschäftsführer Thomas Wendler

Der vor sechs Jahren eingeweihte Gedenkstein ist das Ergebnis eines Ideenwettbewerbs an AWO Einrichtungen der Psychiatrie und Behindertenhilfe. Der Stein trägt den Schriftzug „Vergesst uns nicht“ und erinnert an ein dunkles Kapitel der Geschichte der psychiatrischen Einrichtungen auch in unserer Region. Die Aktion „T 4“ hatte allein 930 Patienten der damaligen Heil- und Pflegeanstalt Jerichow das Leben gekostet. Sie sind von dort in die Gasmordanstalten Brandenburg und Bernburg gebracht worden. Ihre individuellen Schicksale stehen im Mittelpunkt des Gedenkens. Durch eine Projektgruppe wurden ihren Geschichten aufgearbeitet und zu einer Ausstellung zusammengetragen.

Ortsbürgermeister Andreas Dertz beendete seine eindrückliche Ansprache mit dem Appel: „Da es nur noch wenige Holocaust-Überlebende und Zeitzeugen gibt, müssen wir, die nachfolgenden Generationen, auch in Zukunft an diesem Ort und an diesem Stein etwas gegen das Vergessen tun. Wir müssen uns erinnern, sonst wird sich alles wiederholen!“

Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus 27. Januar 2018

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