Kranzniederlegung für die Opfer des Nationalsozialismus

Stilles Erinnern an Holocaust-Gedenktag in Jerichow

Jerichow,

Für das AWO Fachkrankenhaus Jerichow ist die Erinnerung an die Opfer von Euthanasie und Eugenik eine wichtige Tradition geworden. Wegen des aktuellen Besuchs­verbotes wird die Kranz­niederlegung als ein stilles Gedenken veranstaltet.

 

Stilles Gedenken aufgrund der aktuellen Beschränkungen

Gedenkstein auf dem Geländes des Fachkrankenhauses
Gedenken an die Opfer von Euthanasie und Eugenik in Jerichow, Foto Jan. 2020

An die Opfer des Holocausts wird international am 27. Januar erinnert. Für das AWO Fachkrankenhaus Jerichow ist die Auseinandersetzung mit den damaligen Ereignissen und das aktive Erinnern an die Opfer mit Würdigung ihrer Einzelschicksale eine wichtige Tradition geworden.

Aufgrund des nach wie vor geltenden Besuchsverbotes und Beschränkung des Zutritts des Geländes kann in diesem Jahr die Kranzniederlegung nur als ein stilles Gedenken durch Vertreter des Krankenhauses stattfinden.

Die Kranzniederlegung am 27. Januar ist in den vergangenen Jahren zu einem festen Bestandteil in der Gedenkkultur des Fachkrankenhauses und des Ortes Jerichow geworden. Damit gibt es inzwischen ein verbindendes Symbol, unfassbare historische Geschehnisse in die heutige Zeit zu tragen und sie angemessen zu thematisieren. Der Gedenkstein in der Parkanlage hinter Haus 6 wurde 2012 eingeweiht. Er erinnert an die Geschichte der psychiatrischen Einrichtungen in den 30er und 40er Jahren. Im Rahmen der geheimen Aktion „T 4“ wurden allein 930 Patienten der damaligen Heil- und Pflegeanstalt Jerichow getötet. Sie wurden von dort in die Gasmordanstalten Brandenburg und Bernburg gebracht.

Um die Historie des Fachkrankenhauses in der Zeit des Nationalsozialismus zu untersuchen, entstand 2009 eine eigene Arbeitsgruppe. Mitarbeitende des Krankenhauses, Studierende, Hauptamtliche und Ehrenamtliche unter der Federführung des Referats für Demokratie und Toleranz im AWO Landesverband Sachsen-Anhalt e. V. nahmen sich des schwierigen Themas an. Es wurden Archive gesichtet, Biographien recherchiert und Datenbestände geordnet. Im Ergebnis entstand eine Ausstellung, die in eindrucksvoller Weise die Geschichte der Eugenik, die Aktion T 4 und die Geschehnisse in der damaligen Landesheilanstalt Jerichow während der Zeit des Nationalsozialismus darstellt. Die ständige Ausstellung „Das AWO Fachkrankenhaus Jerichow in der Zeit des Nationalsozialismus“ hat ihren Platz in den Räumlichkeiten der Krankenhauskapelle.

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