Virtual-Reality-Brille im AWO Seniorenzentrum Zerbst: Erfahrungsbericht einer Mitarbeiterin

, Zerbst

Seit einiger Zeit ist das Haus Am Frauentor im Besitz einer VR-Brille. Die Leiterin des Begleitenden Dienstes hat die neue Technik ausgiebig getestet und berichtet.

Ein Bericht von Sylvana Hohenstein, Leiterin Begleitender Dienst im AWO Seniorenzentrum Zerbst – Haus Am Frauentor:

„Heiliger Strohsack, was kommt denn nun schon wieder für eine hochtrabende neue Sache auf uns zu, habe ich noch gedacht. Bis meine Kollegin Frau Kolenda mit einer großen kompakten Brille, ähnlich einer Schweißerbrille, vor mir stand und mir dieses Monstrum einfach überstülpte. Na und was soll ich sagen, im ersten Moment war ich einfach nur sprachlos, denn ich war von einer Sekunde zur nächsten an einem Südseestrand und blickte aufs Meer hinaus, links neben mir waren Palmen , die sich sacht im Wind bewegten und als ich nach unten blickte waren da Muscheln, die von den leichten Wellen des türkisblauen Wassers angespült wurden. Ich war wieder in meinem Urlaub in der Dominikanischen Republik und fühlte mich einfach nur entspannt. Ich wunderte und staunte wie ein kleines Mädchen. Einfach Klasse, so mein erster Eindruck.

Nachdem ich mich etwas intensiver mit dieser VR-Brille beschäftigt und das Menü erkundet hatte, war ich wirklich fasziniert davon. Zum Beispiel kann man verschiedene Blickwinkel einstellen, damit man im Sitzen oder im Liegen eine optimale Sicht hat. Besonders für unsere bettlägerigen Bewohner*innen wäre der Einsatz der VR-Brille ein Abschweifen aus der Realität. So hätten auch sie die Möglichkeit in die Natur oder andere Welten einzutauchen. Da ist zum Beispiel der Spaziergang an einem Bach: Die Blätter an den Bäumen und das Wasser wirkten so real, dass man danach greifen wollte. Oder der Ausflug in die Berge: Plötzlich stand ich auf dem Berggipfel und mir kamen richtig die Tränen, weil ich emotional so ergriffen war und meine positiven Erinnerungen an eine Reha im Berchtesgadener Land in mir spürte.

Eine ganz andere Dimension betrat ich, als ich im Weltall zwischen Planeten und Wasserblasen schwebte. Mir wurde ganz anders, denn auf einmal kam eine der großen Wasserblasen auf mich zu, immer näher und näher, bis ich darin eintauchte. Ich war zunächst von Dunkelheit umgeben und sah plötzlich ein Licht auf welches ich zutrieb. Erzählungen nach könnte sich so vielleicht sterben anfühlen. Ich flog also dem Licht entgegen und kam in eine neue wunderschöne Fantasiewelt – einfach atemberaubend!

Wer denkt sich so etwas Schönes aus? Ich war immer mehr begeistert, denn es folgten bunte Räume, Märchenwelten, man konnte in einem Korallenriff tauchen, mit Delfinen schwimmen und noch vieles mehr.

Während die Programme ablaufen, kann man zwischen verschiedenen Tönen auswählen. Es gibt teilweise Fantasiegeschichten, Meditationen, Musik oder Naturgeräusche. Die Brille selbst macht die Töne, man hat jedoch noch die Möglichkeit, die dazugehörigen Kopfhörer zu tragen, die das Angesehene noch realistischer erscheinen lassen.

Was verspricht uns der Hersteller dieser Brille, wenn wir hier den Einsatz im Seniorenheim anbieten?

  • Virtuelle Reisen ohne Rollator – raus aus der Heimroutine
  • Mentale Gesundheit & Training für mehr Mobilität
  • Tiefenentspannung durch seniorengerechte VR-Anwendungen
  • Steigerung des Wohlbefindens durch bessere Atmung
  • Stimmung wird angehoben, Stressreduktion
  • Entertainment durch Naturerlebnisse und geführte Meditationen

All den aufgeführten Punkten kann ich, als Ergotherapeutin, voll und ganz zustimmen, denn auch Großteil unserer Bewohner*innen fanden es aufregend und faszinierend durch diese Zauberbrille in andere Welten einzutauchen. Sicher ist es nicht für alle Menschen geeignet, aber wie uns die Erfahrung lehrt, sind Geschmäcker verschieden und man wird es niemals schaffen, es allen und jedem Recht zu machen. Wer sich aber darauf einlässt und gerne neue Dinge ausprobiert, bleibt länger jung und erhält sich die Freude am Leben!

Ich könnte mir sehr gut vorstellen, das solch eine VR-Brille auch für unsere Mitarbeiter*innen interessant ist, denn 10 Minuten Virtual Reality sind wie ein klitzekleiner Urlaub und können Stress sicherlich nicht komplett auflösen aber zumindest etwas lindern. In diesem Sinne, bleiben Sie neugierig und offen für Neues!“

 

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