AWO Beratungsstelle Magdalena lud ein zum ersten landesweiten Runden Tisch Sexarbeit

, Magdeburg

Rund 40 Akteur*innen aus Beratungsstellen, Behörden, Polizei und Politik folgten am Mittwoch, den 12. Oktober, der Einladung in die AWO-Landesgeschäftsstelle in Magdeburg.

Runder Tisch Sexarbeit 2022: Streetwork goes digital?

Was bedeutet Streetwork in Zeiten von Social Media? Wie können auch männliche Sexarbeiter in Sachsen-Anhalt Zugang zu Beratungsangeboten finden? Und kann eine App eine sinnvolle Ergänzung zu klassischen Beratungsangeboten sein? Das sind nur einige der vielen Fragen, die der erste landesweite Runde Tisch Sexarbeit der AWO Beratungsstelle Magdalena – Mobile Beratung für Sexarbeiter*innen fokussierte. Rund 40 Akteur*innen aus Beratungsstellen, Behörden, Polizei und Politik folgten der Einladung in die AWO-Landesgeschäftsstelle in Magdeburg.

Ein Einblick in die männliche Sexarbeit

Dabei blickten die Gäste auch über den Sachsen-Anhaltischen Tellerrand hinaus. Christian Hollberg von der Beratungsstelle Neonlicht der Aidshilfe Dortmund e. V. gab einen Einblick in seine Arbeit mit männlichen Sexarbeitern. Hier sind es vor allem Online-Portale im Dating-Bereich, die von der Beratungsstelle Neonlicht als Zugangspunkt genutzt werden und die klassische Streetwork-Arbeit sinnvoll ergänzen. Digital blieb es dann auch im Ruhrgebiet mit den Kolleginnen der Beratungsstelle Madonna e. V. Bochum, die extra für den Runden Tisch aus Nordrhein-Westfalen angereist waren. Heike Köttner und Natalie Cunitz zeichneten die Entwicklung der Lola-App nach, die Sexarbeiter*innen den Zugang zu Informationsmaterial und Beratungsmöglichkeiten erleichtert. Neben wichtigen Inhalten wie Gesetzesgrundlagen zeigt Lola auch Möglichkeiten zum Ausstieg aus der Sexarbeit auf.

Besonders letzteres fokussiert das Projekt Take Care der AWO Mannheim. Sophie Susemichel erläuterte den Aufbau und die Umsetzung des Projekts, das vom Europäischen Sozialfonds gefördert wird und neben offenen Sprechstunden auch einen Lern- und Sprachtreff sowie Workshops zur beruflichen Neuorientierung bietet. Sophie Susemichel betonte in diesem Zusammenhang auch noch einmal die Bedeutung einer kontinuierlichen und breit aufgestellten Öffentlichkeitsarbeit on- und offline für das Projekt.

Die Bedeutung von sozialen Netzwerken für die Arbeit der Beratungsstelle Magdalena

Diese Thematik fokussierten auch Katalin Varga und Susanne Klose von der AWO Beratungsstelle Magdalena in ihrem Workshop zum Thema Social Media. Die wertvollen Diskussionsbeiträge der Teilnehmenden zu Inhalten und Zielgruppe sowie ihre ganz praktischen Erfahrungswerte fließen direkt in die Arbeit der Beratungsstelle ein, die in den kommenden Monaten mit einem eigenen Instagram-Account starten möchte.

Wir bedanken uns ganz herzlich bei allen Gästen für die Teilnahme und die gemeinsame Arbeit und freuen uns auf eine weitere Zusammenarbeit!

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