AWO Beratungsstelle Magdalena zum Tag der Gewalt gegen Sexarbeiter*innen

, Magdeburg

Heute ist der internationale Tag gegen Gewalt an Sexarbeiter*innen. Unsere AWO Beratungsstelle Magdalena – Mobile Beratung für Sexarbeiter*innen positioniert sich klar gegen Gewalt.

„Du Schlampe …!“ Nein zu Stigmatisierung – Nein zu Gewalt! Gegen Herabwürdigung und Missachtung von Sexarbeiter*innen!

Das Jahr 2020, geprägt von den Maßnahmen zur Eindämmung der Covid-19–Pandemie, hat verdeutlicht, dass Sexarbeiter*innen zu den mit am stärksten benachteiligten Bevölkerungsgruppen in Deutschland gehören. Unter ihnen insbesondere Menschen, die in Armut leben, Migrant*innen mit unsicherem Aufenthaltsstatus, trans- und homosexuelle Personen sowie wohnungslose und Menschen mit Abhängigkeitserkrankungen.

Die Krise macht das Ausmaß der sozialen, rechtlichen und wirtschaftlichen Benachteiligung der Sexarbeiter*innen besonders sichtbar: massive Einkommensausfälle, ein erschwerter Zugang zu sozialen Sicherungssystemen und Wirtschaftshilfen, drohende Obdachlosigkeit durch die Schließung von Prostitutionsstätten und nicht zuletzt die enorme gesellschaftliche Herabwürdigung aufgrund der Tätigkeit in der Sexarbeit. Gewalt gegen Sexarbeiter*innen findet in verschiedensten Kontexten statt, in denen Sexarbeiter*innen stigmatisiert, diskriminiert oder auch kriminalisiert werden. Verbale Angriffe gegen Sexarbeiter*innen sind an der Tagesordnung und verdeutlichen die niedrige soziale Stellung von Sexarbeitenden in unserer Gesellschaft.

Soziale Benachteiligung und Herabwürdigung können zu extremen sozialen und wirtschaftlichen Abhängigkeiten führen. Ausbeutung, Körperverletzungen, Missbrauch und Vergewaltigungen sind für einige Sexarbeiter*innen traurige Alltagsrealität. Dagegen richtet sich der heutige Internationale Tag gegen Gewalt an Sexarbeiter*innen.

Sexarbeiter*innen haben wie alle Menschen das Recht auf Sicherheit und körperliche Unversehrtheit. Sie verdienen Respekt und Solidarität. Die AWO Beratungsstelle Magdalena – Mobile Beratung für Sexarbeiter*innen bestätigt aus Gesprächen mit Sexarbeiter*innen in der aufsuchenden Arbeit, dass sich viele von ihnen in höchstprekären Situationen befinden. In diesen kritischen Zeiten benötigen die Betroffenen besonderen Schutz in Form eines solidarischen Netzes aus finanzieller Unterstützung, unbürokratischer Zugang zu medizinischen Leistungen, aufenthaltsrechtlicher Sicherung und damit auch Schutz vor Ausbeutung und Gewalt. Die Mitarbeiterinnen der Beratungsstelle unterstützen die Sexarbeiter*innen bei der Durchsetzung ihrer Rechte und informieren aktuell zu Hilfsmöglichkeiten.

„Du Schlampe, …!“ Nein zum Stigma – Nein zu Gewalt! Gegen Herabwürdigung und Missachtung von Sexarbeiter*innen!
Hintergrund zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Sexarbeiter*innen

Eingeführt wurde der Internationale Tag gegen Gewalt an Sexarbeiter*innen anlässlich einer Reihe von Morden von Sexarbeiterinnen in den 1980er Jahren in Seattle (USA). Der 17. Dezember wurde im Gedenken an die Opfer des Green-River-Mörders gewählt. Dieser ermordete 49 Sexarbeiterinnen von 1982 bis 1993.

Zurück

Weitere Beiträge, die Sie interessieren könnten

Die Gratwanderung zwischen sozialer und Bildungsteilhabe einerseits und konsequentem Gesundheitsschutz für Schüler*innen und ihre Familien andererseits muss sensibel und zugleich effektiv beschritten werden.

Die AWO in Sachsen-Anhalt appelliert: Der Schutz der von uns in unseren sozialen Einrichtungen und Diensten betreuten Menschen hat für uns immer oberste Priorität. Alle, bei denen gesundheitsbedingte Gründe nicht dagegensprechen, sollten sich deshalb impfen lassen.

Praxisgespräch zur Neufassung der „Personalausstattung Psychiatrie und Psychosomatik – Richtlinie“ (PPP-RL) im AWO Fachkrankenhaus Jerichow

Herbstzeit heißt auch Gespensterzeit. Die Kinder aus unseren AWO Natur-Kitas Niederndodeleben dekorierten also die gesamte Kita – und das gespenstisch gut!

Die freie Entscheidung über die eigene Familienplanung ist für uns elementarer Bestandteil eines selbstbestimmten Lebens.

Wohlfahrtsverbände warnen vor schleichender Absenkung der Qualität in Kindertageseinrichtungen