Schule muss sicher sein! Bildung und Gesundheitsschutz nicht gegeneinander ausspielen

, Magdeburg

Die Gratwanderung zwischen sozialer und Bildungsteilhabe einerseits und konsequentem Gesundheitsschutz für Schüler*innen und ihre Familien andererseits muss sensibel und zugleich effektiv beschritten werden.

AWO-Position

AWO fordert: Schule muss sicher sein! Bildungsteilhabe und Gesundheitsschutz dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden

Der Vorstandsvorsitzende des AWO Landesverbandes Sachsen-Anhalt e. V. Hendrik Hahndorf fordert:

„Angesichts der erschreckend hohen Infektionszahlen, insbesondere unter Kindern und Jugendlichen, ist sofortiges Handeln geboten. Schüler*innen, deren Familien und Lehrer*innen müssen die Chance erhalten, diese belastende Zeit gesundheitlich und psychisch ohne größere Schäden zu überstehen. Eine Durchseuchung der Kinder und Jugendlichen ist keine Option.“

Die Gratwanderung zwischen sozialer und Bildungsteilhabe einerseits und konsequentem Gesundheitsschutz für Schüler*innen und ihre Familien andererseits muss nach Auffassung der AWO sensibel und zugleich effektiv beschritten werden.

Unsere Forderungen lauten:

Infektionsschutz durch Lernen in kleinen Kohorten

Komplette Schulschließungen sind mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln zu vermeiden. Voraussetzung dafür ist die konsequente Sicherstellung aller bekannten Konzepte des Infektionsschutzes, angepasst an das aktuelle Geschehen. Die Schule muss für die Kinder und Jugendlichen eine sichere Umgebung darstellen. Für den Gesundheitsschutz der Schüler*innen, ihrer Familien und damit auch der Gesellschaft müssen auch die Kontakte in den Schulen erheblich reduziert werden. Mit kleineren stabilen Kohorten abgestimmt auf die Bedarfe der Schüler*innen, beispielsweise feste Lerngruppen, kann das Infektionsrisiko erheblich reduziert werden.

Ausnahmslos alle vor Ort in der Schule testen

Die regemäßigen Selbsttests müssen grundsätzlich vor Ort in der Schule stattfinden. Eine Ausnahme hiervon darf es nicht geben. Es müssen ausnahmslos alle Personen, die in den Schulbetrieb eingebunden sind, einbezogen werden, ohne Unterscheidung zwischen Ungeimpften, Geimpften und Genesenen.

Eindeutiges Quarantänekonzept und Aussetzen der Präsenzpflicht

Nicht nur für die positiv getesteten Schüler*innen und deren Familien, sondern für alle Mitschüler*innen, die Kontakt zur infizierten Person hatten, braucht es ein eindeutiges Quarantänekonzept. Nur so können Infektionsketten unterbrochen werden. Für Kohorten, in denen ein positiver Selbsttest festgestellt bzw. eine Infektion bestätigt wurde, sollte die Präsenzpflicht ausgesetzt und durch Distanzunterricht ersetzt werden. Das schützt insbesondere Familienangehörige mit besonderem Risiko.

Kein Notendruck, stattdessen Schüler*innen stärken

Gerade jetzt darf der Druck auf die Schüler*innen nicht unangemessen erhöht werden. Schwerpunkt der gemeinsamen Anstrengungen muss es sein, diese belastende Zeit gesundheitlich und psychisch ohne größere Schäden zu überstehen. Das Nachholen des in den letzten beiden Schuljahren Versäumten und eine gute Begleitung der durch die Pandemie geprägten Schulzeit ist abzusichern.

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