Bürokratiemonster zu Personalvorgaben gefährdet psychiatrische und psychosomatische Versorgung

, Magdeburg

Praxisgespräch zur Neufassung der „Personalausstattung Psychiatrie und Psychosomatik – Richtlinie“ (PPP-RL) im AWO Fachkrankenhaus Jerichow

AWO Vorstandsvorsitzender Hendrik Hahndorf übergibt an Sozialministerin Petra Grimm-Benne die Forderungen zur PPP-RL. Krankenhausvertreter*innen aus Halle und Jerichow suchen den Austausch mit politischen Mandatsträger*innen des Landes Sachsen-Anhalt.

Die Psychiatrie in Sachsen-Anhalt braucht mehr Gestaltungsspielraum, damit sie ihrer Aufgabe einer guten Patientenversorgung gerecht werden kann. Um Landespolitiker*innen in Sachsen-Anhalt für die möglichen Auswirkungen neuer Vorgaben zur Mindestpersonalausstattung in der Psychiatrie zu sensibilisieren, haben am Donnerstag der AWO Landesverband Sachsen-Anhalt e. V. und die Krankenhäuser der AWO in Sachsen-Anhalt politische Mandatsträger*innen sowie Landesgesundheitsministerin Petra Grimm-Benne zu einem Austausch- und Praxisgespräch eingeladen. Krankenhausleitungen aus Jerichow und Halle, Pflegekräfte und Vertreter*innen des Betriebsrates stellten in Jerichow an praktischen Beispielen Rahmenbedingungen vor und diskutierten Lösungsansätze.

Seitens der AWO in Sachsen-Anhalt gibt es folgende Forderungen und Lösungsansätze:

  • Eine grundlegende Überarbeitung der 30 Jahre alten Anhaltszahlen der Psych-PV, damit die Vorgaben alle Patientengruppen einbeziehen und eine leitliniengerechte Behandlung sichern
  • Die Erarbeitung einer sachgerechten Regelung für ausgebildete Krankenpflegehilfskräfte
  • Eine bessere Verzahnung der PPP-RL mit den Abrechnungs- und Budgetvorgaben, um eine sachgerechte finanzielle Ausstattung der Kliniken sicher zu stellen
  • Eine ENTBÜROKRATISIERUNG der Vorgaben:
    - Vorgabe, Verhandlung und Nachweis des Personaleinsatzes in jahresdurchschnittlichen Vollkräften mit den Krankenkassen
    - Einhaltung der Mindestvorgabe im Jahr und je Krankenhaus (anstatt Quartal, Standort und Fachabteilung)
  • Die Abschaffung der unverhältnismäßigen Sanktion in Form von Rechnungskürzungen

"Die psychiatrische Versorgungslandschaft in Sachsen-Anhalt steht vor großen Herausforderungen", pflichtete Sozialministerin Petra Grimm-Benne bei. "Die Nachfrage der Bevölkerung nach stationären und ambulanten Angeboten steigt. Wir müssen die Versorgung des ländlichen Raums in den Fokus nehmen." Bezüglich der vorgetragenen Kritik an der PPP-RL versicherte sie, dass die Richtlinie weiterentwickelt, überarbeitet und angepasst werden müsse.

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