Gesangsveranstaltung im Burger Kino zum Gedenken an die Opfer des Holocaust am 27. Januar

, Burg

Tabea und Tobias Wollner singen am 27. Januar 2022 Lieder des jiddischen Dichters Mordechaj Gebirtig im Burger Kino.

In Krakau lebte ein Tischler, der schrieb Gedichte und Lieder. Die Leute sagten: „Tagsüber hobelt er an Möbeln, nachts an seinen Liedern.“ Er schrieb Liebeslieder, Kinderlieder, Wiegenlieder, Trinklieder, Lieder über das Leben der einfachen Leute in Krakau und Lieder gegen die Ungerechtigkeit und gegen die Armut. Er lebte im Stadtteil Kazimierz, südöstlich der Krakauer Altstadt, ein lebendiger Stadtteil, in dem viele Juden lebten.

Auch der Tischler und Dichter Mordechaj Gebirtig war Jude. Seine Sprache, in der er seine Lieder dichtete, war Jiddisch. Es war nicht nur seine Muttersprache, sondern auch seine geistige Heimat und eine bunte und vielseitige Welt, in der er aufgewachsen war. Als die Deutschen im Jahr 1939 Krakau einnahmen, war Mordechaj Gebirtig 62 Jahre alt. War sein leben schon vorher nicht leicht, so wurde es jetzt immer schwerer.

1941 mussten alle Krakauer Juden in ein Ghetto ziehen. Ein kleiner Stadtteil, in dem 3.000 Einwohner gelebt hatten, wurde zum Gefängnis für 15.000 Juden. Auch Mordechaj Gebirtig lebte nun unter diesen unmenschlichen Bedingungen. Schon ein Jahr später wurden etliche Bewohnerinnen und Bewohner des Ghettos in Konzentrations- bzw. Vernichtungslager verschleppt. Deutsche Soldaten kamen und führten Frauen, Männer und Kinder ab. Dabei wurden etliche Juden auf offener Straße wahllos erschossen. Eine Kugel traf den Dichter und Tischler Mordechaj Gebirtig am 4. Juni 1942. Mit ihm und den Jüdinnen und Juden seiner Heimat starb eine Kultur, eine reiche Tradition und eine tiefgründige Lebensart.

80 Jahre nach seinem Tod wollen wir am Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust an Mordechaj Gebirtig erinnern, seine Lieder hören und seine Gedichte zu uns sprechen lassen.

Donnerstag, 27. Januar 2022 um 18 Uhr im Burg Theater, Magdeburger Str. 4, 39288 Burg (bei Magdeburg)

Die Veranstaltung ist eine Kooperation des Burger Bündnisses gegen Rechts, des W E I T BLICK e.V., der Ev. Kirchengemeinde St. Nicolai und Unser Lieben Frauen und wird von der Partnerschaft für Demokratie Burg und südliches Jerichower Land gefördert.

Es gilt die 2G-Regel.

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