Stärkung der Freiwilligen und Freiwilligendienste statt Pflichtdienst für junge Menschen!

, Magdeburg

Solidarität und Gemeinsinn können nicht mit einem Pflichtdienst erzwungen werden.

Kein Pflichtdienst für junge Menschen!

Die AWO in Sachsen-Anhalt bezieht gemeinsam mit dem AWO Landesjugendwerk klar Position in der nicht ganz neuen Diskussion zur Einführung eines sozialen Pflichtdienstes bzw. eines verpflichtenden „Gesellschaftsjahrs“ für junge Menschen.

„Solidarität und Gemeinsinn können nicht mit einem Pflichtdienst erzwungen werden. Er ist erst recht keine Antwort auf den Fachkräftemangel im sozialen Bereich und muss deshalb entschieden zurückgewiesen werden. Die Diskussion unterstellt, dass junge Menschen nicht aus eigenem Antrieb engagiert sind. Das Gegenteil ist jedoch der Fall, denn junge Menschen gehören zu den hochengagierten Gruppen der Bevölkerung. Die AWO setzt auf Freiwilligkeit, Motivation und Selbstbestimmung junger Menschen. Die Freiwilligendienste wie FSJ und BFD zeigen, wie es geht. Sie bilden einen ausgezeichneten Erfahrungsrahmen und müssen gestärkt werden. Aktuelle Überlegungen, die Gelder für die Freiwilligendienste im Bundeshaushalt ab 2024 um 20 Prozent zu kürzen, passen nicht dazu. Die Mittel, die für die enorme Bürokratie und die Organisation eines Pflichtdienstes erforderlich wären, sind besser in die hochengagierten Jugendverbände oder Sportvereine zu investieren. Der Vorschlag des Pflichtdienstes gehört dahin, wo er herkommt, in die politische Mottenkiste“, erklärt Barbara Höckmann, Vorsitzende des Präsidiums des AWO Landesverbandes Sachsen-Anhalt e.V.

Tom Bruchholz als Geschäftsführer des Landesjugendwerkes der AWO Sachsen-Anhalt fordert, dass die vielen Tausend Freiwilligen, die sich auch in Sachsen-Anhalt in sozialen Einrichtungen engagieren und damit die Zivilgesellschaft stärken, mehr verdient haben als einen warmen Händedruck und ein Taschengeld von nur 300,- Euro. „Damit kommen sie nicht über die Runden und müssen davon sogar noch ihre Monatskarte bezahlen, um zu ihrer Einsatzstelle zu gelangen. Wir fordern ein angemessenes Taschengeld für Freiwillige z.B. in Höhe der Mindestausbildungsvergütung, von dem sie auch leben können sowie freie Fahrt für Freiwillige.“

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