Schutz und finanzielle Hilfen für Sexarbeiter*innen benötigt

Magdeburg,

 

Das Internationale Komitee für die Rechte von Sexarbeiter*innen fordert: Sexarbeiter*innen brauchen dringend Schutz und finanzielle Hilfen!

Zahlreiche Vertreter*innenorganisationen von Sexarbeitenden haben eigene Unterstützungsaktionen gestartet, um denjenigen Sexarbeitenden zu helfen, die die Hilfe am dringendsten brauchen.

Die COVID-19-Pandemie betrifft Sexarbeiterinnen weiterhin in erheblichem Maße. Einige von ihnen haben keinen Zugang zu Sozialleistungen, denn zahlreiche Sexarbeiter*innen stammen aus Gemeinschaften, die erheblich mit gesellschaftlicher Ausgrenzung konfrontiert sind. Insbesondere Menschen, die in Armut leben, Migrant*innen, Geflüchtete, transsexuelle Personen und Drogen gebrauchende Menschen sind betroffen. Die Sexarbeiter*innen, die häufig die einzigen Brotverdienenden der Familien sind oder die über keine anderen Mittel der Unterstützung verfügen, laufen Gefahr, zu äußerst prekären und gefährlichen Situationen gezwungen zu werden, um zu überleben.

Das Internationale Komitee für die Rechte von Sexarbeiter*innen (ICRSE) hat daher eine Liste mit länderübergreifenden Unterstützungsangeboten der verschiedenen Gruppen zusammengestellt. Außerdem formuliert das ICRSE in einer Stellungnahme an die Regierungen der europäischen Länder vier Kernforderungen zum Schutz von Menschen in der Sexarbeit:

  • Installation von Soforthilfen in finanzieller Form, die für die Sexarbeiter*innen angemessen und während der Krise frei zugänglich ist
  • Keine Mietwohnungsräumungen und die Bereitstellung von Notunterkünften für obdachlose Sexarbeiter*innen
  • Die Errichtung einer Schutzmauer zwischen Ausländerbehörden und Gesundheitseinrichtungen für Migrant*innen ohne (vollständige) Dokumente, die medizinische Hilfe suchen
  • Zugang zu den Leistungen der Krankenversicherung für sämtliche Sexarbeiter*innen, ungeachtet ihres Migrationsstatus

Die AWO Beratungsstelle Magdalena – Mobile Beratung für Sexarbeiter*innen bestätigt aus den Erfahrungen der vergangenen Tage, dass sich viele Sexarbeiter*innen durch die Einschränkungen in höchstprekären Situationen befinden. In diesen kritischen Zeiten bräuchten die Betroffenen besonderen Schutz in Form eines tiefgreifenden solidarischen Netzes aus finanzieller Unterstützung, Zugang zu Krankenleistungen und Schutz vor Abschiebungen. Die Mitarbeiterinnen der Beratungsstelle unterstützen die Sexarbeiter*innen bei der Durchsetzung ihrer Rechte und informieren aktuell zu Hilfsmöglichkeiten.

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