MAGDALENA: Informationen für Sexarbeiter*innen

MAGDALENA: Informationen für Sexarbeiter*innen

Anmeldung als Sexarbeiter*in nach dem Prostituiertenschutzgesetz (ProstSchG)

Alle sexuellen Dienstleistungen, z.B. Pay-Sex, Domina-Service, Escort, Tandra-Massagen, Sexualbegleitung und erotische Massagen, sind meldepflichtig. Egal ob die Dienstleistungen regelmäßig oder nur gelegentlich ausgeführt werden, alle Tätigkeiten müssen angemeldet werden. Nur wer beim Ordnungsamt als Sexarbeiter*in gemeldet ist, arbeitet legal. Die Mitarbeiterinnen der Beratungsstelle unterstützen und begleiten Dich gern beim Anmeldeprozess und beraten in allen weiteren Fragen.

» Weitere Informationen zur gesundheitlichen Beratung sowie zur Anmeldung für Sexarbeiter*innen in findest Du hier.

WIR UNTERSTÜTZEN DICH GERN BEIM ANMELDEVERFAHREN!

Rechte und Pflichten von Sexarbeiter*innen
Hände mit Worten auf den Handflächen

 Rechtliche Vorgaben für Sexarbeiter*innen

  • Nach den Gesetzen zur Prostitution musst du deine Tätigkeit bei einem Ordnungsamt anmelden. Erst dann, arbeitest du legal als Sexarbeiter*in.
  • Für die Anmeldung als Sexarbeiter*in ist eine kostenlose persönliche Gesundheitsberatung beim Gesundheitsamt erforderlich.
  • Dein Einkommen musst du eventuell versteuern. Dazu machst du eine Steuererklärung.
  • Krankenversicherung ist Pflicht für Alle.
  • Wenn du selbstständig tätig bist, solltest du dich um Kranken-, Unfall, Pflege- und Rentenversicherung kümmern – damit du abgesichert bist, wenn du nicht arbeiten kannst.

Rechtsansprüche für Sexarbeiter*innen

  • Du hast das Recht auf deinen Lohn – Kund*innen müssen dir den vereinbarten Lohn zahlen.
  • Du hast Anspruch auf Sozialleistungen, wie Sozialhilfe oder Arbeitslosengeld II, falls dein Verdienst über längere Zeit ausbleibt.
  • Dir steht eine jährliche kostenlose Gesundheitsberatung zu.
  • Du kannst Unkosten für Arbeitsräume, Kleidung, Kondome & Hygieneartikel oder Umschulungen etc. steuerlich absetzen.
  • Du hast das Recht eine Dolmetscherin zu den Behörden mitzunehmen.

Rechte gegenüber den Betreiber*innen von Mietwohnungen oder Bordellen

  • Betreiber*innen müssen alle Vereinbarungen mit Dir z. B. Arbeitszeiten/ Gehalt schriftlich (z. B. für die Steuererklärung) ausgeben.
  • Betreiber*innen dürfen keine Vorgaben bezüglich deines Angebots machen. Sie dürfen Dich also auch nicht zu irgendeiner Handlung zwingen.
  • Betreiber*innen müssen auf die Kondompflicht hinweisen (z. B. durch Schilder).
  • Betreiber*innen dürfen für die Vermietung von Räumen oder für eine Kundenvermittlung keine unverhältnismäßigen Preise verlangen.

 WIR UNTERSTÜTZEN DICH GERN BEI DER DURCHSETZUNG DEINER RECHTE!

Weitere Informationen
Giveaways der Beratungsstelle Magdalena

Informationen zu Gewerbe und Steuern

Wenn Sexarbeiter*innen vertraglich in die betriebliche Organisation, eines Bordells, eines Studios oder Ähnlichem eingegliedert sind, sind sie Angestellte. Nach Ablauf des Kalenderjahres erhält Du von Deiner Arbeitgeber*in eine Lohnsteuerbescheinigung. Du kannst dann bei Deinem Finanzamt eine Einkommensteuererklärung einreichen. Sofern Du selbständig tätig bist, musst du die steuerlichen Pflichten selbst erfüllen. Dann fallen Einkommensteuer, ggf. Umsatzsteuer und ggf. auch Gewerbesteuer an. Deine Einnahmen und Ausgaben musst Du für jeden Monat genau aufzuzeichnen und nach einem Jahr eine Steuererklärung abgeben. Diese Aufzeichnungen sowie weitere Belege - wie beispielsweise Rechnungen und Mietverträge – solltest Du 10 Jahre aufbewahren. Weitere Informationen zu deinen Pflichten erhältst du bei deinem zuständigen Finanzamt. Wir unterstützen Dich gern beim Beratungsprozess.

Versorgung mit Übernachtungsmöglichkeiten und Lebensmitteln

Menschen, die Unterstützung bei der Lebensmittelversorgung und Übernachtungsplätzen suchen, beraten wir gern und vermitteln zu den geeigneten Möglichkeiten an ihren Aufenthaltsorten.

Informationen zu Kranken- und Sozialversicherung

Alle Personen, die in Deutschland leben, müssen für den Krankheitsfall abgesichert sein und sollen einen Krankenversicherungsschutz haben. In Deutschland gibt es dafür zwei Systeme:

  • die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) und
  • die Private Krankenversicherung (PKV).

Ob die GKV oder die PKV für Dich infrage kommt, hängt zum Beispiel davon ab, ob Du angestellt oder selbstständig tätig bist. Kostenlose Beratung zur Krankenversicherung (mehrsprachig) erhältst du hier: Beratung 0800 011 77 22 (gebührenfrei aus allen Netzen) oder hier.

WIR UNTERSTÜTZEN DICH GERN BEI ALLEN FRAGEN!

Ansprechpartnerinnen MAGDALENA - Mobile Beratung für Sexarbeiter*innen


MAGDALENA - Mobile Beratung für Sexarbeiter*innen
Seepark 7
39116 Magdeburg
Telefon 0391 99977 860

Katrin Giese, MAGDALENA - Mobile Beratung für Sexarbeiter*innen
Katrin Giese,
Mobil 0170 3735826
Michelle Tansina, MAGDALENA - Mobile Beratung für Sexarbeiter*innen
Michelle Tansina,
Mobil 0176 16279072
Susan Hager, MAGDALENA - Mobile Beratung für Sexarbeiter*innen
Susan Hager,
Mobil 0170 3735827
Jessica Schulze, MAGDALENA - Mobile Beratung für Sexarbeiter*innen
Jessica Schulze,
Mobil 0176 16279073

 

Zuständig für Stadt Magdeburg, Salzlandkreis, Landkreis Börde, Altmarkkreis Salzwedel, Landkreis Stendal, Landkreis Jerichower Land und den Landkreis Harz

Zuständig für Mansfeld Südharz, Saalekreis, Anhalt-Bitterfeld, Wittenberg, die kreisfreien Städte Dessau-Roßlau und Halle (Saale) sowie den Burgenlandkreis