Abhängigkeitserkrankung Alkohol (Stationen 3 und 4)

Die qualifizierte Entgiftung und die Langzeitbehandlung für chronisch mehrfach beeinträchtigte Alkoholabhängige (S4-Behandlung) werden auf den Stationen 3 und 4 durchgeführt.

Qualifizierte Entgiftung

Patientinnen und Patienten, die zur Entgiftungsbehandlung in das Krankenhaus kommen, sollen neben einer den medizinischen Standards entsprechenden körperlichen Entgiftung auch zu einer weiterführenden Therapie motiviert werden. Bei Patientinnen und Patienten ohne psychiatrische Begleiterkrankungen (Komorbiditäten) müssen hierfür die zehn Tage genutzt werden, die durch die Krankenkassen zurzeit für eine Entgiftungsbehandlung genehmigt werden.

In dieser Zeit werden durchgeführt: umfangreiche Maßnahmen der Information über das Krankheitsbild, der sozialarbeiterischen Beratung insbesondere über weiterführende Therapien und der psychotherapeutischen Intervention zur Stärkung der Eigenmotivation der Patientin bzw. des Patienten.

Langzeitbehandlung für chronisch mehrfach beeinträchtigte Alkoholabhängige

Die S4-Behandlung steht für alkoholkranke Patientinnen und Patienten offen, deren Abhängigkeitserkrankung einen besonders schweren Verlauf genommen hat und die zusätzlich an behandlungskomplizierenden Erkrankungen im psychiatrischen, neurologischen oder internistischen Bereich leiden. Die Genehmigung zur Durchführung einer S4-Behandlung muss zuvor von der Krankenkasse erteilt werden.

Ziel der Therapie ist eine Stabilisierung des gesundheitlichen und sozialen Zustands des Patienten sowie das Erlangen von Abstinenz. Die in der Regel achtwöchige Behandlung findet im multiprofessionellen Team mit Ärztinnen und Ärzten, Sozialarbeiterinnen und -arbeitern, Pflegepersonal und Spezialtherapeutinnen und -therapeuten in eigens für diese Patientengruppe entwickelten Gruppen- und Einzeltherapieangeboten statt.

Indikation zur S4-Behandlung

Die Indikation zur S4-Behandlung kann gegeben sein, wenn zu einer Alkoholabhängigkeit folgende Begleiterkrankungen hinzukommen:

  • Alkoholinduzierte kognitive Störungen, insbesondere amnestische Syndrome
  • Alkoholinduzierte psychotische Störungen und Persönlichkeitsänderungen
  • Schwere und multiple körperliche Folgen, wie etwa Stoffwechseldekompensation mit alkoholinduzierter hepatischer Enzephalopathie oder schwere alkoholinduzierte Polyneuropathie und deutliche Hepatopathie (z. B. Gerinnungsstörung)
  • Komorbide Psychose oder affektive Störung, hirnorganische Erkrankung oder schwere Persönlichkeitsstörung
  • Komorbide schwere körperliche Erkrankung.

Nachbehandlung

Im Anschluss an eine S4-Behandlung kann die Eingliederung in komplementäre Einrichtungen, wie eine Tagesstätte oder ein Übergangswohnheim, erfolgen. Manche Patientinnen und Patienten erlangen die Fähigkeit zu einer Alkoholentwöhnungsbehandlung (Reha) wieder. Die ambulante Nachbehandlung (Anbindung an das ambulante System der Suchtkrankenhilfe, haus- und fachärztliche Behandlung) wird durch uns organisiert.

Patienteninformation zum Herunterladen

Flyer S4-Behandlung für Alkoholabhängige (168,1 KiB)