275 Organisationen fordern zum Umdenken im Flüchtlingsschutz auf: Es geht auch anders!

, Magdeburg

Zum Weltflüchtlingstag haben 275 Organisationen ein gemeinsames Memorandum veröffentlicht, in dem sie Perspektiven für einen zukunftsfähigen Flüchtlingsschutz und gesellschaftlichen Zusammenhalt aufzeigen.

Zum Weltflüchtlingstag setzt sich ein breites Bündnis aus Wohlfahrt, Kirchen und Zivilgesellschaft unter dem Motto „Es geht auch anders! Gemeinsam für Schutz und Zusammenhalt“ für die Rechte von schutzsuchenden Menschen ein.

Als AWO in Sachsen-Anhalt wissen wir: Teilhabe und Respekt für geflüchtete Menschen ist keine Selbstverständlichkeit. Flucht und Migration wird zunehmend instrumentalisiert und Schutzsuchenden grundlegende Rechte verweigert. Dem stellen wir uns entschieden entgegen! Menschenrechte sind die Grundlage unseres Zusammenlebens – sie gelten für alle, unabhängig von der Herkunft.

„Das Memorandum zeigt: Es geht auch anders! Wir rufen Politik und Gesellschaft auf, sich gemeinsam für einen starken Flüchtlingsschutz einzusetzen: durch faire Asylverfahren, sichere Fluchtwege und eine menschenwürdige Aufnahme und Integration.

„Geflüchtete müssen von Anfang an die Möglichkeit erhalten, ihre Potenziale einzubringen und am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben – davon profitieren wir alle, besonders in Sachsen-Anhalt.“ Steffi Schünemann, Vorständin Verband und Soziales

Memorandum für einen starken Flüchtlingsschutz

Das heute veröffentlichte Memorandum „Es geht auch anders! Gemeinsam für Schutz und Zusammenhalt“ wird von Amnesty International, AWO Bundesverband, Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband, Diakonie Deutschland, Handicap International und PRO ASYL herausgegeben und von 275 Organisationen mitgezeichnet.

Mit Verabschiedung der Genfer Flüchtlingskonvention vor 75 Jahren wurden die Rechte von Menschen, die Schutz vor Verfolgung suchen, völkerrechtlich verankert.

„Worüber wir jetzt reden wollen“ – Impulse und Visionen

In dem Memorandum geben die Organisationen konkrete Impulse, wie ein funktionierender Flüchtlingsschutz gelingen kann. Aufgeteilt auf fünf Handlungsfelder, haben sie Themen identifiziert, über die Politik und Gesellschaft reden sollten:

  1. Globalen Schutz schaffen, unter anderem das Konzept sicherer Drittstaaten abschaffen sowie den europäischen Solidaritätsmechanismus stärken und ausbauen.
  2. Gewaltfreie Grenzen und sichere Fluchtwege ermöglichen, unter anderem eine staatliche Seenotrettung sicherstellen und die Familien- nachzugsverfahren wiederaufnehmen.
  3. Faire Asyl- und Gerichtsverfahren und Aufenthaltsperspektiven bieten, unter anderem jeden Asylantrag gründlich prüfen, eine behördenunabhängige Asylverfahrensberatung erhalten und ausreichende Möglichkeiten zum Bleibeperspektiven im Aufenthalt schaffen.
  4. Gute Startbedingungen durch soziale Rechte ermöglichen, unter anderem für alle Zugang zu Integrationskursen und zum Arbeitsmarkt schaffen.
  5. Teilhabe und Mitbestimmung Gesellschaft gemeinsam gestalten, unter anderem das kommu­nale Wahlrecht für alle einführen, die sich rechtmäßig seit mindestens fünf Jahren in Deutschland aufhalten, sowie Bundesprogramme wie „Demokratie leben” für den Erhalt der Zivilgesellschaft ausbauen.

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