Am Vortag der Landtagswahl wird es in Magdeburg eine Demonstration und ein großes Demokratiefestival auf dem Magdeburger Domplatz geben. Der Veranstalter Bündnis „Sachsen-Anhalt. Weltoffen!" teilt dazu in einer Pressemitteilung mit:
Das Demokratiefestival & die Demonstration am 5. September setzen ein starkes Zeichen für Demokratie, Vielfalt und Zusammenhalt.
Mit dabei sind unter anderem Kerstin Ott, Luisa Neubauer, Provinz, Berq, Juli, Sebastian Krumbiegel, Carolin Emcke, Elke Prinz, Max Demokratisch, Regionalbischöfin Bettina Schlauraff, die Holocaustüberlebende Henriette Kretz, sowie Kathrin Sonnenholzer und Stefan Körzell, Vorsitzende von AWO und DBG. Das Festival setzt ein Zeichen für ein offenes, solidarisches und demokratisches Sachsen-Anhalt. Wir erwarten mehrere tausend Besucherinnen und Besucher.
· Datum: 5. September 2026
· Demo: 13:30 Uhr Hbf Magdeburg
· Festival: 15:00 Uhr Domplatz
PRESSEMITTEILUNG
Sachsen-Anhalt: Demonstration & Demokratiefestival am 5. September setzen ein starkes Zeichen für Demokratie, Vielfalt und Zusammenhalt
Mit einer Demonstration und dem großen Demokratiefestival auf dem Magdeburger Domplatz wird das Bündnis „Sachsen-Anhalt. Weltoffen!“ am 5. September 2026 den Abschluss seiner landesweiten Kampagne „Wir haben die Wahl!“ gestalten. Im Rahmen einer Pressekonferenz stellten die Veranstalterinnen und Veranstalter das Programm sowie zahlreiche Mitwirkende aus Kultur, Zivilgesellschaft, Gewerkschaften, Kirchen und sozialen Organisationen vor.
Das Demokratiefestival macht sichtbar, wie vielfältig die demokratische Zivilgesellschaft in Sachsen-Anhalt und darüber hinaus ist. Es ermöglicht Begegnungen, schafft Vernetzung und zeigt gesellschaftlichen Zusammenhalt. Es würdigt das Engagement zahlreicher Initiativen, Vereine und ehrenamtlich engagierter Personen.
Auf der Bühne werden unter anderem die Künstlerinnen und Künstler Sebastian Krumbiegel, Provinz, Berq, Juli, Kerstin Ott, Badchieff, Hanna Rautzenberg, Paula Dalla Corte, Yung FSK18 und Magda auftreten.
Zu den angekündigten Rednerinnen und Rednern gehören unter anderem Kathrin Sonnenholzer (Vorsitzende des Präsidiums AWO-Bundesverband), Stefan Körzell (stellvertretender Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes), Regionalbischöfin Bettina Schlauraff, Vertreterinnen und Vertreter des Landesfrauenrates Sachsen-Anhalt, des Flüchtlingsrates Magdeburg, des Landesnetzwerks Migrant*innenorganisationen Sachsen-Anhalt (LAMSA) sowie des Netzwerks „Kultur ist Heimat und Vielfalt“. Darüber hinaus werden Vertreter*innen demokratischer Bündnisse aus Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen und Brandenburg erwartet.
Ebenfalls mit Beiträgen vertreten sind Luisa Neubauer, Max Schneller (max.demokratisch), Jakob Springfeld, Matthias Matschke, Nadja Lösch, Elke Prinz, Angela Kunze-Beiküfner, Carolin Emcke sowie die Holocaust-Überlebende Henriette Kretz.
Mit der Kombination aus Demonstration, Kulturprogramm und zivilgesellschaftlichen Beiträgen will das Bündnis verdeutlichen, dass Demokratie vom Engagement vieler Menschen lebt. Das Festival soll Mut machen, Räume für Austausch schaffen und ein klares Zeichen gegen Ausgrenzung, Hass und Demokratiefeindlichkeit setzen.
Die zentrale Botschaft des Tages lautet:
„Wir haben die Wahl – und wir entscheiden uns für eine offene, solidarische und demokratische Gesellschaft.“
Statements
Carolin Emcke
Ich bin froh, in Magdeburg dabei sein zu können. Es gibt sie, die vielen engagierten Menschen, alt und jung, die sich nicht bange machen lassen, die sich nicht beirren lassen, die eine demokratische, offene, zugewandte Gesellschaft wollen.
Wir können die Demokratie nicht nur verteidigen gegen etwas, sondern wir müssen auch erklären, wonach wir uns sehnen, was wir wollen, worauf wir hoffen.
Ich hoffe, auf einen friedlichen, schönen Tag, in dem die Werte der Weltoffenheit und des Respekts füreinander leuchten.
Luisa Neubauer
Demokratie ist und bleibt Handarbeit. Wenn Faschisten unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung, unserem friedlichen Miteinander und unserem Planeten den Kampf ansagen, sind wir alle gefragt. Es wird nicht den einen Superhelden geben, der kommt und unsere Demokratie und Erde rettet. Stattdessen gibt es schon heute Millionen ganz normaler Leute, die bereit sind aufzustehen. Also machen wir das.
Kerstin Ott
Warum ich einen Tag vor der Wahl in Magdeburg spiele? Weil Musik zusammenbringt, was andere gerade auseinandertreiben wollen. Am 5. September spielen wir für Zusammenhalt und für eine Zukunft, in der jede und jeder einfach Mensch sein darf: bunt, verrückt, leise, laut. Es ist höchste Zeit, dass wir der Spaltung und dem Hass, die sich über unser Land zu legen versuchen, in all unseren Regenbogenfarben begegnen.
Elke Prinz
Als engagierte, geschichtsaffine lesbische Frau - mit Biografie-Erfahrungen aus der DDR, der Wendezeit und dem geeinten Deutschland - weiß ich, dass Vielfalt antidemokratischen Einstellungen entgegenwirkt. Wir haben Ende der 1980er Jahre, insbes. 1989, mehr Bürgerechte und wahre Demokratie friedlich erkämpft und dabei erfahren, wie Massen Gesellschaft verändern kann. Wir haben seitdem Sicherheit und weitgehende rechtliche Gleichstellung queerer Menschen als elementarem Bestandteil von Bürgerrechten erkämpft. Angesichts der aktuellen politischen Entwicklung mit einem drohenden Wahlsieg der rechtsextremen AfD sind diese Errungenschaften, ist millionenfaches gesellschaftliches Engagement und demokratische Teilhabe aller nicht mehr selbstverständlich, sondern in Gefahr! Daher will ich erzählen, warum ich nicht nur am 6. September wählen gehe, sondern auch Andere dazu aufrufe, die Zukunft Sachsen-Anhalts demokratisch zu gestalten...
Luigi Toscano
Weg durch die Innenstadt GEGEN DAS VERGESSEN, 10:30-12:00 Uhr, Beginn am Dom, Westportal
Seit nunmehr über zehn Jahren porträtiere ich Menschen, die den Holocaust überlebt haben. Die daraus entstandenen Fotografien durfte ich bereits an verschiedenen Orten im In- und Ausland zeigen.
Gemeinsam mit der Initiative „Omas gegen Rechts“ werden wir diese großformatigen Porträts erstmals am Tag vor der Landtagswahl durch Magdeburg tragen. Mit dieser Aktion möchten wir davor warnen, eine rechtsextreme Partei zu wählen, und daran erinnern, dass sich Geschichte niemals wiederholen darf.
Mit unserem stillen, eindringlichen Zeichen wollen wir Haltung zeigen, zur Auseinandersetzung mit der Vergangenheit anregen und ein klares Zeichen gegen Rechtsextremismus, Antisemitismus und das Vergessen setzen
Weitere Informationen zum Demokratiefestival, zur Kampagne und zum Bündnis finden sich unter:
https://sachsenanhalt-weltoffen.de/index.php/Aufruf/
„Sachsen-Anhalt. Weltoffen!“ ist ein unabhängiges, zivilgesellschaftliches Bündnis, das sich für ein vielfältiges, demokratisches und solidarisches Sachsen-Anhalt, für Demokratie, Vielfalt, Weltoffenheit und Solidarität einsetzt. Das Bündnis ist als Netzwerk mit gemeinsamem Selbstverständnis seit März 2024 etabliert.
Dazu zählen mehr als 300 unterschiedliche zivilgesellschaftliche Organisationen, Kulturschaffende, Unternehmen, Universitäten und Hochschulen, lokale Bündnisse und mehr als 200 Einzelpersonen in Sachsen-Anhalt.