Der internationale Aktionstag am 22. April steht in diesem Jahr unter dem Motto „Mach mit. Geh voran. Lebe bewusst nachhaltig. Gemeinsam für eine lebenswerte Zukunft“.
Auch die Arbeiterwohlfahrt nimmt ihre Verantwortung ernst und hat sich das Ziel gesetzt, bis 2040 klimaneutral zu werden. Bereits heute arbeitet sie an vielen Stellen an mehr Nachhaltigkeit. Etwa durch Energieeinsparmaßnahmen in Einrichtungen, Photovoltaikprojekte, klimaangepasste Außenflächen, nachhaltige Beschaffung sowie Bildungsangebote für Kinder und Mitarbeitende.
Der „Earth Day“ verbindet die Themen Zukunft, Demokratie und Nachhaltigkeit.
Nachhaltigkeit braucht Demokratie, weil nur durch Beteiligung und gemeinsame Verantwortung gerechte Entscheidungen möglich sind. Ehrenamtliches Engagement, besonders im ländlichen Raum, schafft Begegnungsräume, stärkt den gesellschaftlichen Zusammenhalt und ermöglicht demokratische Teilhabe. Damit Menschen ihre Gesellschaft selbst aktiv gestalten. Damit der Heimatort zum sicheren Wohlfühlraum wird. Laut Freiwilligensurvey engagieren sich rund 36 bis 38 Prozent der Menschen in Sachsen-Anhalt ehrenamtlich.
Und dieses Engagement beginnt schon bei den Kleinsten. So organisiert die AWO AG MeGa Hötensleben gemeinsam mit der Kita „Haus Wirbelwind“ eine besondere Aktion zum diesjährigen „Earth Day“: 15 Kinder der Igelgruppe werden in der Ohrslebener Straße gemeinsam einen Einschulungsbaum pflanzen. Gleichzeitig legen sie eine Zeitkapsel mit ihren Vorstellungen und Wünschen für die Zukunft an. Die Aktion verbindet Umweltbildung, Zukunftsdenken und Beteiligung von Kindern.
Die Botschaft ist klar: Nachhaltigkeit bedeutet auch, Verantwortung für kommende Generationen zu übernehmen. Nicht nur am „Earth Day“, sondern an allen Tagen.
An Sonntagen geht Nicole Kloth gern spazieren. An der Leine führt sie ihren Hund und um sie herum wuselt gern auch ihr achtjähriger Sohn Arik. In Hötensleben geht der Weg dann oft Richtung Ortsmitte. Dort befindet sich die Eisdiele, die für alle Altersklassen eine süße Erfrischung bereithält. Und dort befindet sich auch die Schwarze Maulbeere. Ein Baum, der dort seit zwei Jahren steht und größer und größer wird. Arik war dabei, als der Baum gepflanzt wurde. „Weißt du noch Mama, dass wir das gemacht haben?“, ruft der Zweitklässler seiner Mutter manchmal zu. Natürlich weiß Mama Nicole das noch. Genauso gut wie ihr Sohn.
Dieser Tag im Frühjahr 2024 war für Arik und viele andere Kinder, die in diesem Jahr in die Schule gekommen sind, ein großer Tag. In diesem Jahr hat die AWO AG MeGa („Mauern einreißen, Grenzen abbauen“) aus Hötensleben erstmals einen Einschulungsbaum gepflanzt. Für alle sichtbar. Mitten im Ort. Als Erinnerung an die schöne Zeit in der Kita „Haus Wirbelwind“ in Hötensleben. Und als bleibenden Mutmacher für die neue spannende Zeit in der Schule. „Es ist ein verbindendes Element zur Schullaufbahn. Die Kinder sehen das Wachstum des Baumes und haben eine schöne Erinnerung“, sagt Nicole Kloth. „Das ist eine wirklich schöne Sache, ein tolles Ritual.“ Und mit dem Wachsen des Baumes sieht sie auch ihren Sohn wachsen. „Wir kommen immer wieder gern dahin“, erzählt die 41-Jährige.
Im Hause Kloth herrscht Vorfreude. Denn am 21. April wird wieder ein Einschulungsbaum für kommende Erstklässler gepflanzt. Diesmal in der Nähe des Stadions in Hötensleben. Und wieder darf die Mutter eines ihrer Kinder dahin begleiten. Tochter Runa kommt in diesem Jahr in die Schule; es ist also auch ihr Einschulungsbaum. „Runa freut sich schon sehr. Wir haben schon öfter darüber gesprochen“, berichtet Mama Nicole. Auch dieses Mal wird es eine viel frequentierte Stelle sein.
Natürlich ist diese bewusst gewählt. Die AWO AG MeGa hat dabei schon Routine entwickelt. „Der Bauhof wird das Loch vorbereiten. Danach werden wir am 21. April gemeinsam den Baum in die Erde einpflanzen“, erklärt Ruben Herm von der AWO AG MeGa. Mit dabei ist auch eine Zeitkapsel mit Zukunftswünschen der (Noch)Kita-Kinder. Für diesen Beitrag zur sozialen Nachhaltigkeit – passend zum „Tag der Erde“ am 22. April – braucht es auch viele Hände. Schon der Setzling ist etwa fünf Meter hoch und hat einen Durchmesser von 16 Zentimetern. Finanziert wird der Baum von einem regionalen Unternehmen.
Warum die Schwarze Maulbeere? „Weil dieser Baum mit Trockenheit gut klarkommt und auch blüht“, sagt Herm. Die AWO AG MeGa hatte sich dazu im Vorfeld beraten lassen und übernimmt nach dem Pflanzen auch das Gießen des Baumes. Neben dem Einschulungsbaum organisiert die engagierte Arbeitsgruppe auch ein Einheitsbuddeln im Herbst. Da kommen zum Beispiel Stieleiche, eingriffeliger Weißdorn oder Heister in die Erde. Immer mit dem Ziel, den Börde-Ort an der Grenze zu Niedersachsen mit etwas über 3000 Einwohner*innen zu verschönern.
Runa und Nicole Kloth zählen aber die Tage bis zum 21. April. Dann muss die Tochter nicht mehr neidisch auf ihren großen Bruder sein. Dann hat auch Runa ihren Einschulungsbaum. Ein Spaziergang zum Stadion wird immer wieder für Gesprächsstoff sorgen. Wenn die Schwarze Maulbeere wächst und wächst und auch Tochter Runa älter wird, dann wird sie vielleicht fragen: „Weißt du noch Mama, dass wir das gemacht haben?“ Ganz sicher: Die Erinnerung wird für ein Lächeln sorgen. Immer mit dem Gefühl im Kopf, etwas Gutes für die Umwelt und den Klimaschutz getan zu haben.
Die Bewältigung des Klimawandels ist eine der großen Herausforderungen unserer Zeit. Der Jahrestag des beschlossenen Pariser Klimaabkommens, in dem sich 195 Staaten zum Klimaschutz verpflichteten, jährte sich im Dezember 2025 zum zehnten Mal. Darin wurde festgelegt die Erwärmung der globalen Durchschnittstemperatur auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen.
Jedoch zeigt sich: Seit Juli 2023 hat die Durchschnittstemperatur fast aller Monate einen Anstieg von 1,5 Grad überschritten. So heißt es in einem Bericht der Bundeszentrale für politische Bildung. Auch Deutschland erreichte im letzten Jahr nicht alle gesetzten Klimaschutzziele, die zum Einhalten dieses globalen Vorhabens beitragen.
Der AWO Landesverband Sachsen-Anhalt e. V. erachtet Nachhaltigkeit und Energiebilanzen für so wichtig, dass sich der Wohlfahrtsverband und seine verbundenen Unternehmen zu einem systematischen Umweltmanagement entschieden haben.
Seit 2019 werden 21 Einrichtungen und Projektstandorte erfolgreich nach dem Umweltmanagementsystem EMAS zertifiziert. Dies beinhaltet eine jährliche externe Prüfung, ob die Umweltleistung fortlaufend verbessert, bindende rechtliche Verpflichtungen eingehalten werden und die selbst gesetzten Umweltziele zu erreichen sind.