Sehr geehrte Patientin, sehr geehrter Patient,
willkommen auf den Seiten der Fachabteilung für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie des AWO Fachkrankenhauses Jerichow. Hier können Sie sich einen ersten Überblick über unsere vielfältigen Behandlungsangebote verschaffen.
Ein gut ausgebildetes und engagiertes Team unter fachärztlicher Leitung ist im Dienst einer Medizin tätig, die nicht nur Symptome lindern, sondern mit Ihnen gemeinsam auch die Ursachen dahinter ergründen will. Damit eröffnen sich neue Sichtweisen auf seelisches und körperliches Wohlergehen sowie zwischenmenschliche Beziehungen – fühlen und verstehen statt agieren.
Unterstützung erhält das therapeutische Team durch die Natur, die unser Krankenhaus umgibt und ebenfalls eine heilsame Wirkung entfaltet. Ich hoffe, dass die Informationen auf dieser Seite hilfreich für Sie sind. Bei Fragen nehmen Sie gern Kontakt zu uns auf.
Ihre Chefärztin Marion Blaser und das gesamte Team der Fachabteilung
AWO Fachkrankenhaus Jerichow | Fachabteilung für Psychosomatische Medizin und Schmerztherapie
Johannes-Lange-Straße 20, 39319 Jerichow
Chefärztin Marion Blaser
Telefon 039343 92-2720
Fax 039343 92-1070
psychotherapie.fkh@awo-sachsenanhalt.de
Psychotherapie ist eine wirksame und anerkannte Methode zur Behandlung psychischer Erkrankungen. Wir arbeiten vorwiegend tiefenpsychologisch fundiert unter Einbeziehung verhaltenstherapeutischer und systemischer Elemente. Wir versuchen zu verstehen und verstehbar zu machen, warum gerade Sie zu gerade diesem Zeitpunkt an gerade diesem Symptom leidet.
Dabei liegen die Wurzeln einer Erkrankung oder zwischenmenschlicher Probleme oft in der individuellen Lebensgeschichte. Die Auseinandersetzung damit und das Finden neuer, gesünderer Wege ist ein mühsamer und oft schmerzlicher Prozess, der Geduld und Mut erfordert. Eine medikamentöse Behandlung kann die Psychotherapie unterstützen. Das ist uns wichtig: Psychotherapie ist nur möglich bei Motivation zu Erkenntnis und Veränderung Ihrerseits. Ohne Ihre Mitarbeit geht es nicht!
Die Psychosomatische Medizin betrachtet den Menschen ganzheitlich – psychisches Befinden, körperliche Reaktionen und soziale Lebensbedingungen sind eng miteinander verbunden. In einer Zeit zunehmender medizinischer Spezialisierung gerät diese Sichtweise nicht selten in Vergessenheit. Psychische Nöte, unverarbeitete Kindheitserfahrungen, Lebenskrisen und emotionale Überforderung finden oft ihren Ausdruck in körperlichen Symptomen. Somatische Erkrankungen gehen nicht spurlos an der Psyche eines Menschen vorbei. Belastende Lebensereignisse, eine begleitende Depression oder Angsterkrankung können zudem zur Chronifizierung von Schmerzen führen oder die Bewältigung einer schweren körperlichen Erkrankung unmöglich machen.
Unsere Behandlung soll Ihnen helfen, ein Krankheitsverständnis zu entwickeln, einen Umgang mit körperlichen und psychischen Einschränkungen zu finden und neue Bewältigungsstrategien zu erproben. Ziel ist in jedem Fall eine Verbesserung der Lebensqualität.
Bei der Versorgung unserer häufig komplex erkrankten Patientinnen und Patienten arbeiten wir eng mit der Praxis-Gemeinschaft Jerichow, der Dialyse-Praxis an der Elbe in Tangermünde und Genthin sowie der Helios Fachklinik für Rheumatologie und Klinische Immunologie in Gommern/ Vogelsang zusammen.
Bei diesen Erkrankungen ist eine stationäre Therapie in unserer Abteilung möglich:
Bei folgenden Erkrankungen/Symptomen ist eine Behandlung in unserer Abteilung nicht möglich:
In diesen Fällen ist eine Behandlung auf der Akut- oder der Suchtstation sinnvoll. Nach Abklingen der Symptomatik kann gegebenenfalls die weitere Therapie in unserer Abteilung für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie erfolgen. Wir gehen davon aus, dass die körperliche Seite der Beschwerden diagnostisch abgeklärt ist und Sie selbst die Überzeugung gewonnen haben, dass die Symptome in bedeutendem Umfang psychisch mitbedingt sind.
In einem ambulanten Vorgespräch wird abgeklärt, ob die Behandlung in der Abteilung für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie möglich ist und welches Therapieangebot Ihnen am besten entspricht. Es ist sinnvoll, wenn zu diesem Gespräch etwaige Befunde (Untersuchungsergebnisse, Krankenhausentlassungsberichte) vorliegen. Das Vorgespräch wird in einer Runde von Ärzten und Psychologen unserer Abteilung vorgestellt, die dann eine Behandlungsempfehlung ausspricht. Dadurch erreichen wir ein hohes Maß an diagnostischer Klarheit und Therapiesicherheit. Bei diagnostischer Unsicherheit kann zunächst eine Probetherapie für 3 Wochen vereinbart werden.
In den vier Häusern unserer Abteilung halten wir insgesamt 59 stationäre Plätze zur Behandlung von Patientinnen und Patienten ab dem 18. Lebensjahr vor. Für unsere Patientinnen und Patienten jenseits des 70. Lebensjahres bieten wir ein spezielles Therapiekonzept an (Gerontopsychosomatische Behandlung). Bei der Klärung behördlicher Angelegenheiten u.ä. steht auf allen Stationen unser Sozialdienst unterstützend zur Verfügung.
Am Beginn der Therapie stehen Gespräche mit dem Stationsarzt und dem Bezugstherapeuten. In der Folge finden ggf. noch notwendige diagnostische Maßnahmen und die Festlegung der Therapieziele statt. Den Einstieg in die Therapie gestalten wir schrittweise, um unsere Patienten zunächst besser kennenzulernen und entsprechend ihrer Möglichkeiten einen individuellen Therapieplan zu erstellen.
Zum therapeutischen Angebot gehören u.a. Einzel- und Gruppengespräche, Psychoedukation, kreative Verfahren (z.B. Kunsttherapie, Art Journal, Musiktherapie), körper- und wahrnehmungsorientierte Behandlungen (z.B. Klangschale, Funktionelle Entspannung, Genusstherapie, Reiki, Körpertherapie), Entspannungsverfahren und moderate Bewegung (z.B. Nordic Walking, Tanztherapie, Fitnesstraining). Auch Ergo- und Physiotherapie sind Bestandteil der Behandlung. Die Therapien finden teilweise im Einzelsetting, teilweise in Gruppen mit 6 – 8 Personen statt.
Dieses Therapiekonzept eignet sich besonders für Menschen, die unter starken emotionalen oder körperlichen Belastungen leiden. Das können chronische oder schwere somatische Erkrankungen sein, die das eigene Leben „auf den Kopf stellen“, aber auch anhaltende Schmerzen, belastende Lebensereignisse oder unerklärliche körperliche Symptome und Erschöpfungszustände.
Inhalte der Behandlung sind u.a. die Entwicklung eines psychosomatischen Verständnisses, die Verbesserung von Selbstwahrnehmung und Selbstfürsorge, Arbeit an Krankheitsakzeptanz und -bewältigung und die Entwicklung neuer Möglichkeiten im Umgang mit Lebensbelastungen. Bei der psychosomatischen Behandlung von chronischen Schmerzen besteht eine enge Kooperation mit unserer Station für psychosomatische Schmerztherapie.
Das Hauptaugenmerk der Behandlung im Haus 5 ist auf eine Kombination aus tiefenpsychologischer Gruppen- und Einzeltherapie gerichtet. Unsere Patienten werden in eine der zwei halboffenen Gruppen mit jeweils maximal 10 Personen eingegliedert. Die Behandlungsdauer beträgt 12 Wochen, in Ausnahmefällen kann, beispielsweise bei Intervalltherapien oder bei Patienten, die zu einer Krisenintervention zu uns kommen, eine verkürzte Behandlungszeit angeraten sein.
Flankiert werden die Gruppen- und Einzelgespräche von nonverbalen Begleittherapien. Diese bieten Raum für kreative, Körper- und Beziehungserfahrungen, die in den Gesprächen verbalisiert und damit psychisch integriert werden können. Ebenso bedeutsam wie die Begleittherapien ist der reale Rahmen des Zusammenlebens auf der Station.
Eine Kombinationsbehandlung aus Einzel- und Gruppentherapie ist insbesondere für jene Menschen wertvoll, die in ihrer Lebensgeschichte emotional defizitäre und belastende Beziehungserfahrungen gemacht haben. Verständlicherweise führen ungünstige frühkindliche Entwicklungsbedingungen oft zu negativen Gruppenerfahrungen, die sich schließlich auch in unserer Gruppentherapie offenbaren. Die Einzelgespräche können dabei helfen, die oft verwirrenden emotionalen Gruppenerfahrungen zu verstehen und neu einzuordnen.
Unsere Patienten profitieren daher vom Zusammenspiel aus haltgebenden, orientierenden und spiegelnden therapeutischen Begegnungen, verbunden mit fördernden, bisweilen auch herausfordernden Beziehungsangeboten mit den Therapeuten, um Gefühle, Potentiale aber auch Begrenzungen in sich zu entdecken.
Grundsätzlich kann von drei Behandlungsphasen gesprochen werden: Die Anfangsphase, dient der ärztlichen und psychologischen Diagnostik. Ausgehend davon werden gemeinsam die Behandlungsziele entwickelt. Für die Patienten selbst geht es um den Aufbau eines Arbeitsbündnisses mit den Therapeuten und das Einlassen auf den Gruppenprozess.
In der Mittelphase stehen Kontakt, Austausch und ein vertiefendes Kennenlernen untereinander im Vordergrund. Die Öffnung zur Gruppe hin ermöglicht echte Begegnung, gemeinsame Reflektion, Konfliktbearbeitung und das Annehmen neuer Erkenntnisse über sich und die anderen.
In der Schlussphase geht es nochmals darum, die gemachten Therapieerfahrungen innerseelisch zu integrieren, die Ablösung aus der Gruppe zu bewältigen und die Entlassung im Hinblick auf neue Zukunftsaspekte auszurichten.
In einer festen Gruppe mit maximal 10 Personen erhalten unsere Patienten im Haus 102 über 10 Wochen eine intensive psychotherapeutische Behandlung, die tiefenpsychologische und systemische Therapiekonzepte verbindet. Die ersten Tage des Aufenthaltes dienen dem – auch inneren – Ankommen und der Orientierung.
Zum Therapieprogramm gehören tägliche Gruppengespräche, 14-tägig fokussierende Einzelgespräche sowie kreative, körperorientierte und Bewegungstherapien. Da die Zusammensetzung der Gruppe sich im Verlauf der Behandlung nicht ändert, entsteht eine besonders vertrauensvolle Atmosphäre mit intensiver Gruppendynamik. Diese wird - ebenso wie Ihre inneren Themen - in den verschiedenen Begleittherapien sichtbar gemacht und im Gruppengespräch kontinuierlich bearbeitet. Dies fördert eine außergewöhnlich tiefgründige therapeutische Arbeit, wie sie in einer Einzeltherapie oder einer offenen Gruppentherapie kaum möglich ist. Sie können sich den Ursachen und Hintergründen Ihrer Erkrankung zuwenden, prägende frühe Beziehungserfahrungen (an)erkennen, die damit verbundenen Gefühle wahrnehmen und ausdrücken. Dies findet - mit therapeutischer Begleitung - innerhalb der Gruppe statt, welche eine halt- und resonanzgebende Funktion hat. So können neue Beziehungserfahrungen gemacht werden, was zu nachhaltigen Veränderungen führen kann.
Eine Besonderheit ist die stark auf Gemeinschaft ausgerichtete Unterbringung in einem freistehenden Haus mit eigenem Garten, etwas abseits vom restlichen Krankenhausbetrieb. In diesem familiären Setting werden therapeutisch wertvolle Übertragungsprozesse besonders gefördert.
Besonders geeignet ist die Behandlung im Haus 102 für Menschen, die Schwierigkeiten haben, Beziehungen anzubahnen und zu gestalten, bei andauernden Konflikten in nahen Beziehungen und bei einem Wunsch nach einem tieferen Verständnis der Ursachen ihrer individuellen Schwierigkeiten.
Dieses Konzept wird nur in wenigen Kliniken Deutschlands realisiert.
Seit vielen Jahren pflegen wir eine enge Zusammenarbeit mit dem Selbsthilfeverein „Psychotherapie als Lebensweg“.
Im Haus 11 stehen 10 Betten für die Patientinnen und Patienten der Schmerztherapie zur Verfügung.
Mehr Informationen zur Schmerztherapie erfahren Sie hier.
Im Haus 11 halten wir zudem 5 Betten zur psychosomatischen Behandlung von Menschen über 70 Jahre vor. Sie sind konfrontiert mit dem normalen körperlichen Prozess des Alterns, aber auch mit einschränkenden Erkrankungen, den Folgen psychischer Traumatisierungen in früheren Lebensabschnitten und Verlusterfahrungen.
Die Folge sind depressive und ängstliche Entwicklungen, unterschiedliche Schmerzen oder verschiedene körperliche Beschwerden, z.B. Schwindel und Schlafstörungen. Entsprechend den Bedürfnissen von Menschen in diesem Lebensabschnitt haben wir ein spezielles Therapieprogramm konzipiert, gekennzeichnet durch eine kleine Gruppengröße, Erinnerungsarbeit, moderate körperliche Bewegung, die Anregung der Sinne und die Förderung des verbalen und emotionalen Austausches. Die Behandlungsdauer liegt bei 6-8 Wochen.
Voraussetzung für eine Behandlung in diesem Setting ist eine weitgehend selbständige Bewältigung des Alltags (Körperpflege, Nahrungsaufnahme, Mobilität). Bei Pflegebedürftigkeit und/oder dem Vorliegen einer Demenz ist die Behandlung in unserer Psychosomatischen Abteilung nicht möglich.
Chefärztin Marion Blaser
marion.blaser@awo-sachsenanhalt.de
Sekretariat Kirsten Breitfeld
Telefon 039343/922720
psychotherapie@awo-sachsenanhalt.de
psychosomatik@awo-sachsenanhalt.de
Unser ambulantes Beratungs- und Behandlungsangebot richtet sich an Menschen mit anhaltenden psychosomatischen Beschwerden, d. h. zumeist langwierigem seelischen, körperlichen und sozialen Leiden im Zusammenspiel miteinander. Ziel unseres Teams, bestehend aus Fachärzten und Psychologischen Psychotherapeuten, ist es, neben der Diagnostik, Ihnen eine Orientierungshilfe zu bieten und ihnen Wege in eine geeignete Behandlungsform aufzuzeigen.
Eine psychiatrische Behandlung ist in unserer Psychosomatischen Fachambulanz nicht möglich. Die betrifft insbesondere folgende Krankheitsbilder:
Die Ambulanz befindet sich auf dem Gelände des AWO Fachkrankenhauses, Johannes-Lange-Str. 20 in Jerichow, Haus 6, Raum 039.
Eine Behandlung in der Ambulanz erfolgt nur mit einem Termin. Die Vereinbarung eines Termins ist telefonisch oder per Mail möglich. Zum Termin benötigen Sie einen haus- oder fachärztlichen Überweisungsschein für die PIA (Psychosomatische Fachambulanz).
Oberarzt: Dr. med. Konrad Müller, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
Telefon 039343 92-2610, Montag und Mittwoch jeweils 13:00-13:50 Uhr
PsIA.FKH@awo-sachsenanhalt.de
Zyklus 1: 02.01. – 13.03.2026
(Aufnahme am 02. und 05.01.)
Zyklus 2: 17.03. – 22.05.2026
(Aufnahmewoche vom 17.03.-20.03.)
Zyklus 3: 26.05. – 31.07.2026
(Aufnahmewoche vom 26.05.-29.05.)
Zyklus 4: 04.08. – 09.10.2026
(Aufnahmewoche vom 04.08.-07.08.)
Zyklus 5: 13.10. – 18.12.2026
(Aufnahmewoche vom 13.10.-16.10.)