Schmerztherapie im Haus 11

Im Gegensatz zum akuten Schmerz, der als Alarmsignal des Körpers eine wichtige Warnfunktion hat, beeinträchtigen chronische Schmerzen in erheblichem Maße die Lebensqualität der Betroffenen. Häufig liegt bereits eine Odyssee von Diagnostik und Behandlungsversuchen hinter Ihnen. Sie fühlen sich unverstanden und nicht ernst genommen. Oft kommt in der Folge neben der ursprünglichen Symptomatik noch eine weitere hinzu, wie z. B. Depression oder Ängste. Die Lebensfreude wird zunehmend eingeschränkt.


Krankheitsbilder

  • Kopfschmerzen: Migräne, Kopfschmerz vom Spannungstyp, Gesichtsschmerzen (z.B. Trigeminus-Neuralgie, Clusterkopfschmerz)
  • Rückenschmerzen: Rückenschmerzen nach Operationen, Wurzelkompressionssyndrom (z.B. Bandscheibenvorfall), Arthrose, unspezifischer Rückenschmerz
  • HWS-Syndrom
  • Neuropathische Schmerzen: Post-Zoster-Neuralgie, Polyneuropathie, CRPS Typ I/II
  • Fibromyalgiesyndrom
  • Schmerzen bei rheumatischen oder neurologischen Erkrankungen
  • Somatoforme Schmerzen

Ziele der Behandlung sind Schmerzreduktion, Symptomtoleranz und Aktivitätsaufbau sowie eine Verbesserung Ihrer Lebensqualität.

Ablauf der Behandlung

Nach Anmeldung in unserer Fachabteilung über das zentrale Aufnahmemanagement erhalten Sie einen Schmerzfragebogen, der ausgefüllt zur stationären Aufnahme mitzubringen ist. Bei Bedarf ist auch ein ambulantes Vorgespräch zur Klärung der Indikation möglich.

Nach eingehender Anamnese, körperlicher Untersuchung sowie Sichtung und Besprechung der Vorbefunde durch die Ärztin oder den Arzt schließen sich psychologische, ergo- und physiotherapeutische Diagnostik an. Diese beinhaltet ein ausführliches Erstgespräch und spezielle Assesments.

Nach Einteilung in die Therapiegruppe werden Sie in ein intensives Therapieprogramm integriert, dessen Säulen sich ergänzen:

  • Ärztliche Behandlung (Schmerzedukation, medikamentöse Behandlung)
  • Psychologische Behandlung (Einzel- und Gruppengespräche, Psychoedukation zur Stress- und Schmerzbewältigung)
  • Physiotherapie (spezielle Schmerzphysiotherapie, Krankengymnastik, manuelle Therapie, Fango, Bewegungs- und Stangerbad, Elektrotherapie)
  • Bewegung (Bewegungsschule, Sporttherapie, Ergometertraining, Nordic Walking, Zirkeltraining, Tanzen)
  • Ergotherapie
  • Entspannungsverfahren (Progressive Muskelrelaxation, Atemtechnik)
  • Kreativtherapien (Maltherapie)
  • Genusstherapie
  • Akupunktur (NADA-Protokoll)

Die Dauer der Behandlung beträgt 5 Wochen. In Absprache mit dem therapeutischen Team ist eine Verkürzung oder eine Verlängerung um jeweils eine Woche möglich. Am Ende der Therapie steht ein ausführliches Arztgespräch. In einem umfassenden Entlassungsbrief werden alle relevanten Informationen für die weiteren Behandlungsschritte übermittelt.

Die Behandlung erfolgt durch ein interdisziplinäres und multiprofessionelles Team, bestehend aus Fachärztinnen für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie/ Psychosomatische Schmerztherapie sowie Neurologie und Schmerztherapie, einer Psychologischen Psychotherapeutin und einer Psychologin sowie Fachtherapeutinnen und erfahrenem Pflegepersonal, welches auch co-therapeutische Aufgaben, wie Akupunktur und Entspannungsverfahren, übernimmt.

Kontakt

AWO Fachkrankenhaus Jerichow
Fachabteilung für Psychosomatik mit Schmerztherapie
Johannes-Lange-Straße 20, 39319 Jerichow

Chefärztin Marion Blaser

Sekretariat Kirsten Breitfeld
Telefon 039343 92-2720

Organisatorische Fragen zur Behandlung im Haus 11: Telefon 039343 92-3111

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