Zum zweijährigen Bestehen der Bezahlkarte für Geflüchtete zieht die AWO Bilanz: Einschränkungen der Selbstbestimmung im Alltag enorm!

, Magdeburg

Zum zweijährigen Bestehen der Bezahlkarte für Geflüchtete zieht die AWO Bilanz und beleuchtet die Auswirkungen auf den Alltag sowie notwendige Schritte zur Stärkung von Teilhabe und Integration.

Seit nunmehr zwei Jahren ist die Bezahlkarte für Geflüchtete auch in Sachsen-Anhalt eingeführt. Der AWO Bundesverband zieht gemeinsam mit den Migrationsberatungsstellen eine bedrückende Bilanz zu aktuellen Herausforderungen und Problemlagen mit der Bezahlkarte.

Sowohl in Sachsen-Anhalt als auch bundesweit ist die Bezahlkarte für viele Betroffene mit Einschränkungen verbunden. Insbesondere bei Einkäufen in kleineren Läden, Überweisungen oder der Nutzung bestimmter Dienstleistungen ergeben sich in der Praxis Herausforderungen im Bezahlvorgang. Auch Kinder und Familien sind von den bestehenden Regelungen betroffen, etwa wenn Beiträge für schulische oder außerschulische Aktivitäten nicht unkompliziert bezahlt werden können.

Die Einführung der Bezahlkarte hat darüber hinaus zu erheblichen zusätzlichen Informations- und Beratungsbedarf geführt, wenn etwa Anträge auf zusätzliches Bargeld gestellt oder die digitale Nutzung eingerichtet wird. Mitarbeitende in den Migrationsfachdiensten unterstützen Betroffene regelmäßig bei der Bewältigung praktischer Hürden.

Als AWO setzen wir uns dafür ein, Menschen den Zugang zu Bildung, Arbeit, Beratung und sozialer Teilhabe zu erleichtern. Maßnahmen, die ein selbstbestimmtes Leben erschweren oder die Stigmatisierung und Ausgrenzung erhöhen, lehnen wir entschieden ab.

Statt restriktiver Instrumente braucht es politische Maßnahmen, die Inklusion, gesellschaftliche Teilhabe und Empowerment von geflüchteten Menschen stärken. Dazu gehören:

  • ein niedrigschwelliger, diskriminierungsfreier Zugang zum Arbeitsmarkt, damit Menschen ihren Lebensunterhalt möglichst selbstständig sichern können,
  • der flächendeckende Ausbau von Sprach- und Integrationskursen,
  • ein verlässlicher Zugang zu Bildung, Kinderbetreuung und Schulen,
  • sowie eine verlässliche und ausreichende Finanzierung von Beratungs- und Unterstützungsstrukturen.

Die vollständige Analyse des AWO Bundesverbandes kann hier eingesehen werden

Zwei Jahre Bezahlkarte für Geflüchtete: erschwerte Teilhabe, verfehlte Wirkung (235,6 KiB)

Zurück zur Übersicht

Weitere Beiträge, die Sie interessieren könnten

Der ursprüngliche Gesetzesauftrag der Pflegeversicherung muss der Maßstab für die noch ausstehende Strukturreform sein!

Die AWO Sachsen-Anhalt zur vom Bundeskabinett verabschiedeten Pflegereform

Statement der AWO zu Demokratie, Schutz und gesellschaftlicher Verantwortung

Gemeinsame Landespressekonferenz mit LAMSA e.V., Regionalbischof der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM), AWO Landesverbandes Sachsen-Anhalt e. V., Diakonie Mitteldeutschland und ver.di Bezirk Sachsen-Anhalt Nord

Zeichen für Demokratie und Zusammenhalt

Großdemonstration und Demokratiefestival des Bündnisses „Sachsen-Anhalt. Weltoffen!“ bilden erfolgreichen Abschluss der Kampagne „Wir haben die Wahl!“

AWO verteidigt Meinungsfreiheit in der Sozialarbeit

AWO zur Androhung vertragsrechtlicher Konsequenzen durch die Stadt Magdeburg: Wir werden weiter für die Meinungsfreiheit in der sozialen Arbeit kämpfen!

 

Wie die Jüdin Maria Schubert auf den gesellschaftlichen Zusammenhalt blickt

In Woche sechs der Aktionswochen der LIGA der Freien Wohlfahrtspflege ging es um den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Die Jüdin Maria Schubert lebt seit 1992 in Magdeburg. Sie erzählte, wie es ihr in diesen Tagen ergeht.

LIGA startete sechste Aktionswoche zum Thema gesellschaftlicher Zusammenhalt

Im Rahmen der sechsten Aktionswoche nahm die LIGA der Freien Wohlfahrtspflege Sachsen-Anhalt das Thema gesellschaftlicher Zusammenhalt in den Fokus.