Die Interkulturelle Woche im Jerichower Land
Ausstellungseröffnung: Vielfalt – Schönheit – Demokratie
Am 21.09.2025 fand im Rahmen der Interkulturellen Woche im Jerichower Land die Eröffnung der Ausstellung Vielfalt – Schönheit – Demokratie statt. Die Veranstaltung wurde mit herzlichen Grußworten von Pfarrerin Ute Mertens, Leiterin der ökumenischen Telefonseelsorge Magdeburg und nördliches Sachsen-Anhalt, eröffnet:
„Vielfalt – Schönheit – Demokratie“ – so haben die Künstlerin Doreen Stenzel und der Künstler Holger N.M. Herr diese Ausstellung benannt. Vielfalt, Schönheit und Demokratie sind drei Dinge, die unser Leben, unser Miteinander und unsere Gesellschaft bereichern. In der Kunst ist das nicht anders.
Stellen Sie sich vor, Sie besuchen ein Museum. In allen Räumen hängt das gleiche Bild. Mal sind die Farben unterschiedlich, mal verschiebt sich ein bisschen die Perspektive. Aber das Motiv bleibt immer gleich. Im ersten Raum ist das noch ganz spannend. Im zweiten Raum wird es schon etwas anstrengend. IM dritten Raum ist es einfach nur langweilig. Wir würden Sie die Ausstellung verlassen? Ich bin mir sicher, ich würde ziemlich enttäuscht und frustriert rausgehen.
In unserer Gesellschaft, in unserer Kirche ist das ähnlich. Wenn alle gleich wären, wenn wir uns nur durch Kleinigkeiten unterscheiden würden, dann wäre das Miteinander schnell eintönig und langweilig.
Vielfalt macht unser Leben und unser Miteinander so reich. Wir sind einzigartig von Gott geschaffen. Diese einzigartigen Geschöpfe mit ihren Fähigkeiten und Gaben, mit ihren unverwechselbaren Persönlichkeiten machen eine Gemeinschaft, unsere Gesellschaft reich. Gott hat alles schön gemacht – so lesen wir das im Alten Testament, im Buch des Predigers Salomo. Diese Schönheit der Schöpfung spielgelt sich in der Vielfalt wieder. Und beides lässt die Demokratie in unserer Gesellschaft leben und wachsen. Das gehört einfach dazu und das macht sie so lebens- und liebenswert.
Heute wird die Interkulturelle Woche 2025 gestartet. Auch hier bei uns in der Region mit einem bunten Vielfaltsfest in Burg. Zahlreiche Veranstaltungen in unserem Landkreis haben diese drei Säulen der Gesellschaft, die diese Ausstellung hier in Neuenklitsche vereint, im Blick.
Ich wünsche Ihnen, dass Sie und viele andere heute und in den nächsten Tagen und Wochen in den Kunstwerken, die hier ausgestellt sind, die Vielfalt, Schönheit und die demokratischen Werte, die unser Miteinander ausmachen, entdecken können und sie weitertragen in Ihren Alltag. Viel Freude dabei. Ihnen, liebe Doreen Stenzel, lieber Holger Herr, ganz herzlichen Dank für Ihre künstlerischen Blicke in Vielfalt und Schönheit und Demokratie.
Viel Freude in dieser Ausstellung.
Herzlich grüßt Sie, Ihre Pfarrerin Ute Mertens"
Die Künstler*innen Doreen Strenzel und Holger Herr stellten ihre eindrucksvolle Kunst vor, die zum Nachdenken über die Themen Demokratie und Schönheit anregte. Für die musikalische Begleitung sorgten die Schüler*innen der Musikschule Premnitz, die mit ihren Klängen eine wunderbare Atmosphäre schufen.
In gemütlicher Runde bei Kaffee und Kuchen kamen die Gäste zusammen, um verschiedene Perspektiven zu diskutieren und sich über die ausgestellten Werke auszutauschen.
Ein besonderer Dank gilt all denen, die anwesend waren und diese Veranstaltung zu einem besonderen Erlebnis gemacht haben!
Erntedank – Wofür kann ich dankbar sein?
Am 22.09.2025 fand im Rahmen der Interkulturellen Woche im Jerichower Land, in der Klosterkirche in Jerichow , eine ganz besondere Erntedank-Veranstaltung statt. Gemeinsam mit den Kindern aus der Klassenstufe 3 und 4 der Grundschule Jerichow haben wir das Erntedankfest gefeiert und uns mit der Frage beschäftigt: „Wofür kann ich dankbar sein?“
Pfarrerin Rebekka Prozell führte die Kinder durch die Veranstaltung und erzählte von den Traditionen des Erntedankfestes – nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen Ländern. Es war faszinierend zu erfahren, wie unterschiedlich und gleichzeitig ähnlich der Dank für eine gute Ernte weltweit gefeiert wird.
Neben den traditionellen Bräuchen stand auch die Bedeutung regionaler Identität im Fokus, um die Kinder zum Nachdenken über ihre persönliche Dankbarkeit anzuregen.
Die Teilnehmenden reflektierten, was sie im Alltag wertschätzen, wie Unterstützung durch Familie, das Essen auf dem Tisch oder die Natur, die all dies ermöglicht.
Ein herzlicher Dank gilt allen Beteiligten für die bereichernde und inspirierende Veranstaltung.
Kräuter verbinden – für Begegnung und Vielfalt
Im Rahmen der Interkulturellen Woche fand am 22.09.2025 im fairTref die Veranstaltung „Kräuter verbinden – für Begegnung und Vielfalt“ statt – organisiert von der Netzwerkstelle „Ehrenamtliches Engagement in der Integrationsarbeit“. Es war ein gelungenes Zusammenspiel aus Ausstellung, Austausch und interkultureller Begegnung.
In der Ausstellung wurden über 40 verschiedene Kräuter und Gemüsepflanzen präsentiert – von bekannten Küchenkräutern wie Rosmarin, Fenchel, Salbei und Basilikum bis hin zu besonderen Sorten wie Sesamblatt, Topinambur, Goji-Beere oder Schnittknoblauch. Diese Vielfalt sorgte bei vielen Besucher*innen für neue Eindrücke und rege Gespräche.
Besonders bei den jüngeren Gästen kam der Geschmacksvergleich zwischen selbstgemachter und gekaufter Kräuterbutter sehr gut an – hier wurde nicht nur probiert, sondern auch intensiv diskutiert. Ergänzt wurde die Ausstellung durch liebevoll gestaltete Pflanzen-Steckbriefe, die von einer Jugendgruppe im Vorfeld erarbeitet wurden.
Ein kleines Highlight: Wer mochte, konnte sich ein duftendes Lavendelsäckchen füllen und als Erinnerung mit nach Hause nehmen.
Am interkulturellen Mitbringbuffet wurden kulinarische Spezialitäten aus verschiedenen Ländern angeboten – begleitet von lebhaften Gesprächen über unterschiedliche Verwendungen von Kräutern in Küche, Heilkunde und Brauchtum weltweit. Die vielen wertschätzenden Begegnungen zwischen Menschen verschiedener Generationen und Kulturen zeigten einmal mehr, wie verbindend Kräuter wirken können – über Sprach- und Ländergrenzen hinweg.
Ein herzliches Dankeschön gilt der Netzwerkstelle „Ehrenamtliches Engagement in der Integrationsarbeit“ sowie den vielen engagierten Ehrenamtlichen, die diese Veranstaltung mit großem Einsatz und viel Herzblut möglich gemacht haben.
Kinder dieser Welt
Am 23.09.2025 begaben sich die Kinder der Grundschule Jerichow, im Rahmen der Interkulturellen Woche, auf eine kreative Reise um die Welt.
An diesem besonderen Tag erlebten die Schüler*innen vielfältige Aktivitäten, die ihnen das Leben in anderen Ländern näherbrachten – mit Geschichten, Spielen, Musik, Traditionen und ganz viel Neugier auf andere Kulturen.
Ein besonderes Highlight: Gemeinsam mit einer Künstlerin gestalteten die Kinder die Wände des Schulflurs – und holten die bunte Vielfalt der Welt direkt in ihr Schulhaus.
Ein Tag voller Begegnungen, Offenheit und gemeinsamer Kreativität – ganz im Zeichen von Vielfalt und Zusammenhalt.
Einwanderung – damals wie heute
Am 23.09.2025 fand im Jugendclub Tucheim eine ganz besondere Veranstaltung statt. Gemeinsam mit dem Heimatverein Tucheim und engagierten Bürger*innen begaben wir uns auf die Spuren der Einwanderung – von damals bis heute.
Zum Einstieg präsentierte der Heimatverein eine eindrucksvolle PowerPoint-Präsentation zur Geschichte der Einwanderung in Tucheim – von den ersten Anfängen bis in die Gegenwart.
Anschließend berichteten Geflüchtete aus Breslau und Tschechien in sehr persönlichen und bewegenden Worten von ihrer Ankunft in Tucheim – und wie sie hier aufgenommen wurden. Ihre Geschichten machten deutlich: Migration ist kein neues Thema. Sie war und ist Teil unserer Geschichte – und unserer Zukunft.
Mit historischem Wissen, persönlichen Erinnerungen und viel Offenheit kamen wir ins Gespräch – über Unterschiede, Gemeinsamkeiten und über das, was uns verbindet. Bei Kuchen und Getränken klang der Abend in einer gemütlichen Runde aus – mit vielen Gesprächen, Austausch und neuen Perspektiven.
Ein herzliches Dankeschön gilt allen, die mitgewirkt, erzählt, zugehört und diesen Abend möglich gemacht haben. Für ein gemeinsames Erinnern – und ein solidarisches Handeln
Wir bleiben in Bewegung – Seniorenaktionstag
Am 25.09.2025 veranstalteten die Stadtsenioren einen bewegungsreichen Seniorenaktionstag im Johanniterhaus Genthin-Wald.
Unter dem Motto "Wir bleiben in Bewegung" erlebten die Bewohner*innen einen fröhlichen, sportlichen Nachmittag voller Bewegung, Spaß und Überraschungen. Auf verschiedenen, liebevoll gestalteten Parcours konnten Bewegungsmöglichkeiten mit Gehhilfen ausprobiert werden – mit dem Ziel, diese Wege so einfach wie möglich zu meistern. Der Spaß kam dabei natürlich nicht zu kurz.
Es war ein aktives Miteinander, das Mut gemacht und gezeigt hat: Bewegung kennt kein Alter. Ein herzliches Dankeschön gilt allen Mitwirkenden für diesen gelungenen Tag voller Lebensfreude und Gemeinschaft.
Echte Werte – Wofür Frauen kämpfen
Am 26.09.2025 fand in der Junge(n) Kirche Genthin eine besondere Filmvorführung der Dokumentarreihe "Sie & der Krieg: Geschichten der inneren Stärke" statt.
Gezeigt wurden kurze Dokumentarfilme über ukrainische Frauen – Menschenrechtsaktivistinnen, Freiwillige und zivilgesellschaftlich Engagierte –, die sich im Krieg mutig für Würde, Freiheit und echte Werte eingesetzt haben. Eine Protagonistin teilte zudem ihre bewegenden Erfahrungen als Geflüchtete. Im Anschluss gab es eine spannende Diskussion mit der Regisseurin und einer ukrainischen Aktivistin.
Begleitend zur Veranstaltung konnte eine Fotoausstellung mit Geschichten von Geflüchteten sowie eine thematische Fotowand entdeckt werden. Außerdem sorgten Live-Auftritte mit ukrainischen Liedern für eine besondere Atmosphäre.
Für das leibliche Wohl war mit leckeren ukrainischen Spezialitäten gesorgt – ein wunderbarer Raum für interkulturellen Austausch und Dialog. Ein herzlicher Dank gilt allen Teilnehmer*innen, die gemeinsam echte Werte gefeiert und die Kraft der Frauen sichtbar gemacht haben.
Nachtvolleyballturnier – Gemeinsam stark im Team
Am 26.09.2025 fand das traditionelle Nachtvolleyballturnier statt, organisiert vom, Jugendforum der Partnerschaft für Demokratie Genthin-Jerichow-Elbe-Parey.
Jugendliche zeigten ihre Stärken im Mannschaftssport, probierten sich in neuen Teams aus und weckten ihren sportlichen Ehrgeiz. Dabei standen Fairness, Respekt und Teamgeist im Vordergrund. Sieger*innen waren diejenigen, die fair spielten, die Regeln respektierten und Konflikte offen lösten. Das Projekt förderte besonders die Teilhabe von Geflüchteten und Zugewanderten. Sprache war dabei kein Hindernis – auf dem Spielfeld zählt die Teamfähigkeit und das gemeinsame Miteinander, unabhängig von der Herkunft.
Ein großes Dankeschön gilt allen, die dabei waren und ein starkes Zeichen für Vielfalt und Fairness gesetzt haben.
Interkulturelles Hoffest im Genthiner Kreismuseum
Am 27.09.2025 öffnete das Kreismuseum in Genthin seine Türen für ein buntes und inspirierendes interkulturelles Hoffest.
Erstmals präsentiert: die Gartenzaungalerie mit eindrucksvollen Werken des Künstlers Fateh Nassif. Die ausdrucksstarken Bilder setzten einen besonderen Akzent und spiegelten die kulturelle Vielfalt des Tages wider. Im interaktiven Workshop „Die Reise des T-Shirts“ vermittelte Susana Fernandez anschaulich die globalen Wege eines Kleidungsstücks – von der Produktion bis zum Konsum – und gab Impulse für einen bewussteren, nachhaltigeren Umgang mit Textilien. Auch am Bastelstand stand Nachhaltigkeit im Fokus: Aus Stoffresten wurden liebevoll gestaltete Lavendelsäckchen gefertigt – dekorativ, duftend und ein klares Zeichen für kreatives Upcycling.
Ein herzliches Dankeschön gilt allen Beteiligten und Besucher*innen für einen Tag voller Begegnung, Austausch und Inspiration.
Brückenfest - Demokratie & Vielfalt feiern
Am 27.09.2025 wurde bei strahlendem Sonnenschein die Interkulturelle Woche im Jerichower Land feierlich beendet – und das direkt an der Fußgängerbrücke zur Uhlandstraße, die an diesem Tag zum Symbol für das Brückenbauen zwischen Kulturen und Menschen wurde.
Unter dem Motto „Demokratie & Vielfalt feiern“ verwandelte sich die Fußgängerbrücke und ihr Umfeld in einen lebendigen Ort der Begegnung. Zahlreiche kreative und interaktive Angebote luden zum Mitmachen ein: Es wurde mit bunter Kreide gemalt, symbolische Brücken gebaut, an einem großen Graffiti-Bild mitgestaltet und erste Erfahrungen auf dem Skateboard gesammelt. Darüber hinaus wurden eigene Buttons entworfen und kreative Namensvorschläge für die bislang namenlose Brücke eingereicht.
Kulinarisch bot das Fest ein vielfältiges Mitbringbuffet, frisch zubereitete Falafel am Stand von Abdulsalam sowie Kuchen, bereitgestellt von der Abiturklasse. Die kulinarischen Beiträge wurden von den Gästen gerne angenommen und trugen zu einer offenen, einladenden Atmosphäre bei.
An den Brückenköpfen gab es zahlreiche Informationsstände, musikalische Beiträge und Mitmachaktionen für alle Altersgruppen. Im Mittelpunkt stand: Vorurteile abbauen, Menschen verbinden, Vielfalt erleben.
Die Fußgängerbrücke bleibt im Blick – als Ort der Begegnung und als sichtbares Zeichen für gelebte Vielfalt im Jerichower Land.
Weitere Beiträge, die Sie interessieren könnten
Position des AWO Landesverbandes Sachsen-Anhalt e.V. zu aktuellen Vorwürfen im Zusammenhang mit Einladungen zu Veranstaltungsformaten
Hier können Sie unsere Positionen zur diesjährigen Landtagswahl nachlesen: https://www.awo-sachsenanhalt.de/informationen/aktuelles/details/programm-zur-landtagswahl-2026