Internationaler Tag zur Beseitigung der Armut: Landesarmutskonferenz Sachsen-Anhalt legt Forderungspapier zur Landtagswahl 2026 vor

, Magdeburg

Pressemitteilung der Landesarmutskonferenz Sachsen-Anhalt zum Internationalen Tag zur Beseitigung der Armut

Die Zahlen sind alarmierend: 22,4 Prozent der Menschen im Land gelten als armutsgefährdet. Demnach muss also mehr als jede*r Fünfte im Land seinen Lebensunterhalt mit weniger als 60% des mittleren Einkommens im Monat bestreiten (1.378 € für Alleinlebende). Das hat gravierende Konsequenzen für soziale Teilhabe.

Zum Internationalen Tag zur Beseitigung der Armut erinnert die Landesarmutskonferenz Sachsen-Anhalt (LAK) daran, dass Armut auch in Sachsen-Anhalt bedrängende Realität für viele Menschen im Land bleibt. Alleinerziehende, pflegende Angehörige, Erwerbslose, prekär Beschäftigte, Migrant*innen und Rentner*innen sind besonders bedroht. Finanzielle Not bedeutet vor allem weniger Chancen auf Bildung, weniger Teilhabe an Gesundheitsleistungen und sozialem Leben. Zum Internationalen Tag zur Beseitigung der Armut am 17. Oktober macht die Landesarmutskonferenz Sachsen-Anhalt (LAK) deutlich: Armut ist kein individuelles Versagen, sondern eine Folge politischer Entscheidungen.

„Niemand ist freiwillig arm. Es sind strukturelle Rahmenbedingungen, die Menschen in Notlagen bringen und dort festhalten“, erklärt Barbara Höckmann, Sprecherin der Landesarmutskonferenz Sachsen-Anhalt. „Wir brauchen eine Politik, die soziale Gerechtigkeit ins Zentrum stellt und allen Menschen in Sachsen-Anhalt ein Leben in Würde ermöglicht.“

Die im November 2023 gegründete Landesarmutskonferenz hat deshalb ein Forderungspapier zur Landtagswahl 2026 vorgelegt. Es bündelt Maßnahmen, die Armut im Land Sachsen-Anhalt wirksam verhindern und überwinden sollen – darunter:

  • Der flächendeckende Aufbau allgemeiner unabhängiger Sozialberatung
  • Die dauerhafte Absicherung von Kita- und Schulsozialarbeit als Baustein für faire Bildungschancen und starke Präventionsketten
  • Die Bekämpfung von Altersarmut durch Rentengerechtigkeit, bessere Teilhabe und die Entlastung von Pflegebedürftigen
  • Eine verbindliche Armuts- und Reichtumsberichterstattung mit einem digitalen Sozialdatenportal als transparente Grundlage für wirksame Sozialpolitik

Mit diesen Forderungen richtet sich die LAK an die demokratischen Parteien im Land und fordert sie auf, Armut als eine der größten sozialen Herausforderungen ernst zu nehmen und entschlossen zu handeln.

„Armut gefährdet den gesellschaftlichen Zusammenhalt und das Vertrauen in Demokratie und Politik. Wir brauchen jetzt Antworten, die niemanden zurücklassen“, betont Barbara Höckmann abschließend

Das vollständige Forderungspapier finden Sie unter: https://armutskonferenz.org/aktuelles/internationaler-tag-zur-beseitigung-der-armut-landesarmutskonferenz-sachsen-anhalt-legt-forderungspapier-zur-landtagswahl-2026-vor/

Mitglieder des Sprecher*innenrates der Landesarmutskonferenz Sachsen-Anhalt sind:

  • Barbara Höckmann, 1. Sprecher*in (AWO Landesverband Sachsen-Anhalt e.V.)
  • Martin Mandel (DGB Sachsen-Anhalt)
  • René Maresch (PARITÄTISCHER Landesverband Sachsen-Anhalt e.V.)
  • Mamad Mohamad (Landesnetzwerk Migrantenorganisationen Sachsen-Anhalt [LAMSA] e.V.)
  • Susan Vogel (Hochschule Magdeburg-Stendal, Fachgruppe Soziale Arbeit)

Hintergrund

Die Landesarmutskonferenz Sachsen-Anhalt ist ein im November 2023 gegründeter Zusammenschluss von Spitzenverbänden der Freien Wohlfahrtspflege, Gewerkschaften, Verbänden, Vereinen, Initiativen, Selbstvertretungen und wissenschaftlichen Institutionen aus Sachsen-Anhalt. Sie setzt sich für eine gerechte Verteilung von Ressourcen und eine Stärkung der sozialen Sicherungssysteme ein.

Für Rückfragen oder Interviewanfragen kontaktieren Sie bitte: team@armutskonferenz.org

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