My Body – My Rules: Ein Zeichen für Selbstbestimmung am Welthurentag

, Magdeburg

Zum Welthurentag informieren die Beratungsstelle Magdalena und das Zentrum für sexuelle Gesundheit über Unterstützungs- und Gesundheitsangebote für Sexarbeitende.

Am Welthurentag, dem 2. Juni, erinnern wir an den Mut und die Selbstermächtigung von Sexarbeitenden – damals wie heute.

Unsere Beratungsstelle Magdalena – Mobile Beratung für Sexarbeiterinnen* und das Zentrum für sexuelle Gesundheit stehen solidarisch an ihrer Seite.

„My body – my rules!“

Unter diesem Motto macht die Beratungsstelle auf die Bedeutung von Selbstbestimmung für Sexarbeitende aufmerksam.

Der Welthurentag geht zurück auf den 2. Juni 1975: Damals besetzten Sexarbeitende eine Kirche in Lyon, um für bessere Arbeitsbedingungen und ihr Recht auf Selbstbestimmung zu demonstrieren. Dieser Protest gilt als Ausgangspunkt der internationalen Hurenbewegung.

Auch heute – vor dem Hintergrund der weiterhin kontrovers geführten Debatte um ein Sexkaufverbot in Deutschland – ist dieses Anliegen hochaktuell. Sexarbeitende sehen sich nach wie vor mit Stigmatisierung und Ausgrenzung konfrontiert. Viele verfügen über keine Krankenversicherung, haben aufgrund negativer Erfahrungen in ihren Herkunftsländern wenig Vertrauen in Behörden und stoßen auf Hürden beim Zugang zur gesundheitlichen Versorgung. Nicht selten erleben sie zudem Diskriminierung durch medizinisches Fachpersonal.

Hier setzt die gemeinsame Aktion der Beratungsstelle Magdalena und des Zentrums für sexuelle Gesundheit (ZfsG) an: Anlässlich des Welthurentages sind die Mitarbeiterinnen aufsuchend unterwegs und besuchen Sexarbeitende direkt an ihren Arbeitsorten.

Vor Ort bietet die Beraterin Bea des ZfsG freiwillige Schnell- und Labortests auf sexuell übertragbare Infektionen (STI) sowie eine Beratung zur Frauen*gesundheit an und verteilt Hygiene- und Präventionsmaterialien. Eine Sozialarbeiterin von Magdalena informiert ergänzend über die Rechte von Sexarbeitenden in Deutschland sowie über regionale Unterstützungsangebote. Zudem werden „Beauty Bags“ mit dem Slogan „my body – my rules“ ausgegeben, die neben praktischen Produkten auch Informationsmaterialien enthalten.

Die Aktion verfolgt das Ziel, Sexarbeitende in der Wahrnehmung ihrer Rechte zu stärken und einen niedrigschwelligen, diskriminierungsarmen Zugang zu Gesundheitsangeboten zu ermöglichen.

„My body – my rules“ wird so ganz konkret zur gelebten Praxis.

Durch die aufsuchende Arbeit erhalten Sexarbeitende unkompliziert Zugang zu:

  • Informationen und Beratung zur sexuellen Gesundheit
  • freiwilligen Schnelltests auf sexuell übertragbare Infektionen (STI)
  • Präventionsangeboten
  • Hygiene- und Schutzmaterialien

Die Aktion setzt damit ein sichtbares Zeichen für Selbstbestimmung, Schutz und gesellschaftliche Teilhabe.

Kontakt zur Beratungsstelle Magdalena:
Montag bis Freitag, 8–16 Uhr
magdalena@awo-sachsenanhalt.de
Telefon: 0391 99977 860
Mobil (Signal/Messenger): 0170 3735826 / 0170 3735827

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