In diesem Schreiben wird die stationäre Gruppen-Psychotherapie zur Behandlung von Menschen mit psychischen und psychosomatischen Erkrankungen im Haus 102 der Abteilung Psychosomatik und Psychotherapie vorgestellt.
Das Besondere an einer Behandlung im Haus 102 ist, dass unsere Patient*innen zehn Wochen in einer festen Gruppe therapiert werden, die Behandlung also gemeinsam beginnen und beenden, die Gruppenzusammensetzung bleibt während der Behandlungszeit unverändert. Grundsätzlich behandeln wir Menschen zwischen 18 und 65 Jahren, sodass die Patientengruppen in der Regel altersgemischt sind. Die nächsten beiden regulären Behandlungszyklen beginnen am 17.03. und am 26.05.2026.
Zwei besondere Behandlungszyklen mit einer jeweils homogenisierten Gruppe sind 2026 geplant:
In der Behandlung werden psychodynamische und systemische Therapiekonzepte integriert. Psychodynamische Therapie fokussiert auf die Bewusstmachung der Anteile unseres Erlebens und Verhaltens, die die Erkrankung mitbedingen und häufig eine Entwicklung oder Veränderungen durch die bestehende Symptomatik und innere Hemmungen verhindern. Die systemische Therapie legt das Augenmerk auf den sozialen Kontext, in dem eine psychische Störung auftaucht und ist besonders lösungs- und ressourcenorientiert. In unserer Gruppenpsychotherapie werden verbale und nonverbale Therapieangebote kombiniert. Die Gruppe wird von einem Gruppentherapeuten und einer Gruppentherapeutin gemeinsam geleitet. Da die Patientengruppe während der Behandlung gleich bleibt, entsteht eine besonders vertrauensvolle Atmosphäre und intensive Gruppendynamik. Dies fördert eine außergewöhnlich tiefgründige therapeutische Arbeit.
Eine Behandlung in der festen Gruppe ist besonders geeignet für Menschen, die sich in Lebenskrisen befinden oder in „Schwellensituationen“, d.h. an wichtigen Übergängen im Leben. Schwellensituationen sind z.B. die Ablösung aus dem Elternhaus, die Aufnahme einer Ausbildung, der Beginn des Berufslebens und der Eintritt ins Rentenalter, ebenso wie der Auszug erwachsener Kinder. Des Weiteren kann die feste Gruppe ein sehr nützliches Therapieangebot sein für Menschen mit andauernden Schwierigkeiten bei der Anbahnung und Gestaltung von Beziehungen oder mit häufigen interpersonalen Konflikten.
Unsere stationäre Gruppentherapie kann auch ein hilfreicher Impuls sein für Menschen, die in einer ambulanten Psychotherapie zu stagnieren scheinen oder auch eine intensive Vorbereitung auf eine sich anschließende ambulante Psychotherapie.
Unsere Behandlung wird von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Privat Versicherte müssen ggf. vorab mit ihrer Krankenkasse eine Kostenübernahme klären. Vorerfahrung mit (Gruppen-)Psychotherapie kann hilfreich sein, ist aber keine zwingende Voraussetzung für die Behandlung. Für die Aufnahme ist eine Einweisung durch eine behandelnde psychotherapeutische, psychiatrische oder hausärztliche Praxis erforderlich. Wir prüfen in einem persönlichen Gespräch gemeinsam mit dem Patienten, ob eine Behandlung in der festen Gruppe im Haus 102 indiziert ist. Die Anmeldung zu diesem Vorgespräch erfolgt durch die Patient*innen unter der Telefonnummer: 03934-923051
Falls Sie Fragen zu unserer Gruppentherapie im Haus 102 haben, beantworten Ihnen diese gerne der Gruppentherapeut und die Gruppentherapeutin:
Herr Jantke: 039343-922632
Frau Graf: 039343-922615
Hier können Sie unsere Positionen zur diesjährigen Landtagswahl nachlesen: https://www.awo-sachsenanhalt.de/informationen/aktuelles/details/programm-zur-landtagswahl-2026