AWO Vorschlag: „Familien-Check“ für alle Corona-Maßnahmen einführen

Magdeburg,

Die Einführung eines generellen Familien-Checks, das empfiehlt die AWO Sachsen-Anhalt in einem aktuellen Positionspapier zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Familien.

 
2 kleine Kinder liegen auf einem Tuch
Grafik Kreislauf Familien-Check

Die vielfältigen Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Familien – damit setzt sich die AWO Sachsen-Anhalt in einem aktuellen Positionspapier auseinander. Unter anderem empfiehlt der Wohlfahrtsverband die Einführung eines generellen „Familien-Checks“.

Die AWO Sachsen-Anhalt schlägt vor, für alle bestehenden und zukünftigen Maßnahmen zur Bewältigung der Corona Pandemie sowohl auf Landes- bzw. kommunaler Ebene unter Einbeziehung der Interessenvertretungen einen Familien-Check durchzuführen. Dieser soll die finanziellen und psychosozialen Folgen der Pandemie-Maßnahmen für Familien und Kinder in ihren unterschiedlichen Lebenslagen analysieren. „Der Schutz von Risikogruppen war und ist Ausgang der Eindämmungsvorschriften der Länder. Familien sind die Grundpfeiler unseres Sozialsystems und damit das Herzstück unserer Gesellschaft. Ihre uneingeschränkte Unterstützung gebührt in dieser außergewöhnlichen Lage Priorität.“, so Steffi Schünemann, Vorständin Verband und Sozialpolitik beim AWO Landesverband Sachsen-Anhalt e .V.

Jede weitere Maßnahme zur Lockerung oder Verschärfung der Eindämmungsvorschriften müsse daraufhin beleuchtet werden, ob alle Anstrengungen unternommen wurden, um Familien:

  • finanziell
  • in ihrer Vereinbarkeit von Beruf und Familie,
  • in ihren Fürsorgeleistungen unter Einbeziehung aller zur Familie gehörenden Personen (Säuglinge und Kleinkinder, Kinder und Jugendliche, Ältere und Eltern)

nicht mehr als nötig zu beeinträchtigen und Alternativen zu schaffen. Der Familien-Check prüft die Auswirkungen auf Teilhabegerechtigkeit, Chancengleichheit, die materielle Situation sowie auf die Gesundheit.

Im Ergebnis müssten bedarfsgerechte Maßnahmenpakete und Konzepte zur Entlastung und Bewältigung entstehen. Ist z.B. Home-Schooling erforderlich, müssten dafür gleichzeitig auch schnellstmöglich Umsetzungskonzepte unter Einbeziehung verschiedener Professionen (Lehrer*innen, Schulsozialarbeiter*innen, außerschulischer Akteure wie Sportvereine und Verbände, Jugendhilfeträger, Medienkompetenzvermittler u.a.) auf den Weg gebracht werden, die die einheitliche Teilhabe aller Kinder sichern, den Aspekten des sozialen Lernens oder der Vermittlung von Medienkompetenz Rechnung tragen und Eltern bei der Bewältigung unterstützen.

 

AWO-Positionspapier Familien-Check bei allen Corona-Maßnahmen als Download

AWO Positionspapier Familien-Check bei allen Corona-Massnahmen.pdf (361,0 KiB)

Die AWO in Sachsen-Anhalt unterstützt mit ihren Einrichtungen und Diensten sowie beratenden Angeboten Familien vor Ort in Sachsen-Anhalt. Die Mitarbeitenden geben im Rahmen der aktuellen Anforderungen ihr Bestes, um ihren Beitrag zur Pandemiebewältigung zu leisten. Die AWO unterstützt weiterhin mit ihren Beratungs- und Familienangeboten bei Herausforderungen, die in Zeiten der Pandemie neu hervorgetreten sind oder sich durch sie verstärkt haben. Der AWO Landesverband Sachsen-Anhalt hat ein Corona Hilfeportal eingerichtet, das neben aktuellen Informationen verschiedene Unterstützungsangebote in den Regionen darstellt und das Signal sendet, dass alle, die Rat, Hilfe und Unterstützung benötigen, nicht alleine gelassen werden.

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