Familien und Kinder bei Corona-Maßnahmen nicht vergessen

Magdeburg,

Die Corona-Pandemie setzt Familien unter Druck. Ärmere Familien, Alleinerziehende und Kinder brauchen jetzt eine finanzielle Entlastung und die Kita-Notbetreuung muss ausgeweitet werden.

 

Wir dürfen es nicht bei Notlösungen belassen. Die gegenwärtige Situation zeigt ganz deutlich, wie prekär die materielle Situation vieler Familien und Kinder in Deutschland ist. Das fordert die Arbeiterwohlfahrt gemeinsam mit mehreren Wohlfahrts-, Kinderrechts- und Familienverbänden sowie der Nationalen Armutskonferenz. Wolfgang Stadler, Vorstandsvorsitzender des AWO Bundesverband, erklärt:

„Die Bundesregierung hat an vielen Stellen angemessen auf die Situation reagiert, um die Gesundheit der Menschen zu schützen, Arbeitsplätze zu erhalten und den Bestand der sozialen Infrastruktur sicherzustellen. Zudem wurden erste wichtige sozial- und familienpolitische Schritte eingeleitet, um die materielle Existenz ärmerer Menschen zu gewährleisten. Weitere Schritte müssen nun zügig folgen! Denn wir stellen mit aller Deutlichkeit fest, dass die Corona-Pandemie die Familien unter Druck setzt. Insbesondere für ärmere Familien, Alleinerziehende und Kinder ist dieser Druck häufig existenziell.“

Im gemeinsamen Appell wird ausgeführt, dass mit der Schließung der Bildungs- und vieler sozialer Einrichtungen wichtige Versorgungsinfrastrukturen für Kinder mit einem Schlagwegfallen, etwa das kostenlose Mittagessen  oder auch die Lebensmittelversorgung vieler Tafeln, die normalerweise rund eine halbe Millionen Kinder und Jugendliche in Deutschland versorgen. Auch in anderen Bereichen, wie Bildung, soziale Teilhabe oder Gesundheit, verschärfen sich eine schon bestehende Unterversorgung und Benachteiligungen vieler Kinder weiter. Zudem können in dieser Situation viele Familien und insbesondere Alleinerziehende nicht oder nur unter beschwerten Bedingungen ihrem Beruf nachgehen. Das gefährdet unmittelbar ihre Existenz. Wolfgang Stadler weiter:

„Wir fordern daher eine unbürokratische Erhöhung des Hartz-IV-Regelsatzes, um den Wegfall wichtiger Sozialleistungen zu kompensieren und um die coronabedingten Mehrbedarfe aufzufangen. Die Zugangskriterien für die Notbetreuung müssen zudem ausgeweitet werden, um die Familien schnell zu entlasten. Die gegenwärtige Situation zeigt uns ganz deutlich, wie prekär die materielle Situation vieler Familien und Kinder in Deutschland ist. Es liegt an uns allen, nach der Krise nicht wieder zu einem familienpolitischen Status-Quo zurückzukehren, sondern endlich wirksame Reformen anzugehen, um Familien weiter zu stärken, Bildungsgerechtigkeit herzustellen und Kinderarmut wirksam zu überwinden!“

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