Ein Foto vom Denkmal der Marie Juchacz

"Meine Herren und Damen..." - AWO Sachsen-Anhalt startet mit Reenactment ins Jubiläumsjahr

Magdeburg,

Die historische Rede von AWO-Gründerin Marie Juchacz wurde in der Magdeburger Geschäfts­stelle des AWO Landesverbandes Sachsen-Anhalt wieder lebendig.

 

Zahlreiche Gäste waren am 15. Februar in Magdeburg angereist, um die Gedenk-Veranstaltung der AWO-Gründerin Marie Juchacz zu besuchen. Ihre berühmte historische Rede als erste weibliche Abgeordnete vor dem deutschen Parlament am 19. Februar 1919 jährt sich dieses Jahr zum 100. Mal. Am 13. Dezember 2019 begeht die Arbeiterwohlfahrt ihr 100-jähriges Bestehen. Deutschlandweit feiert die AWO ihren 100. Geburtstag.

Mit der Gedenkveranstaltung eröffnete der AWO Landesverband Sachsen-Anhalt e.V. das große Jubiläumsjahr. So verwandelte sich, wenige Tage vor dem Jahrestag des Ereignisses, der Marie-Juchacz-Saal des AWO Landesverbandes Sachsen-Anhalt e.V. in die historische Bühne der historischen Nationalversammlung 1919.

Nach der Begrüßung durch Vorstand Wolfgang Schuth und die Vorsitzende des Präsidiums des Landesverbandes, Barbara Höckmann, sprachen die Ministerin für Arbeit, Soziales und Integration, Petra Grimm-Benne, und Landtagsabgeordnete Dr. Katja Pähle in ihren Grußworten einige wichtige aktuelle Ereignisse an, die mit der politischen Geschichte und der Geschichte der AWO in Verbindung stehen.

Das Highlight des Abends war schließlich die Aufführung der originalen historischen Rede von Marie Juchacz durch Schauspielerin Stephanie Hottinger vom Kabarettensemble „Die Kiebitzensteiner“. Die Leidenschaft und Stärke von Marie Juchacz war deutlich in ihr wiederzuerkennen. Gekonnt provozierte sie mit ihrer Schauspielkunst und brachte das Publikum in Wallung, das immer wieder laute Zurufe von links und rechts einbrachte - ähnlich wie in der aufgewühlten Weimarer Nationalversammlung 1919.

Alle Besucherinnen und Besucher waren sichtlich begeistert von der Inszenierung der Rede, die gleich im Anschluss von Historiker Prof. Dr. Wolfgang Benz eingeordnet wurde. Humorvoll, aber mit viel Hintergrund- und Fachwissen, zog er das Publikum tiefer in den Bann dieser durch wahnsinnige Umbrüche gekennzeichnete Zeit. Abgerundet wurde die Veranstaltung durch ein kurzes, aber treffendes Nachwort des Bundestagsabgeordneten Burkhard Lischka. Zeit für eine ausführliche Auswertung, zum Austausch oder für Fotos gab es beim Imbiss nach der Veranstaltung.

Video-Mitschnitte aus der historischen Juchacz-Rede featured 15.2.2019 durch Stephanie Hottinger in Magdeburg

Videoclip 1: "Meine Herren und Damen! Es ist das erste Mal, daß in Deutschland die Frau als freie und gleiche im Parlament..."

Videoclip 2: "... wollte die Regierung eine demokratische Verfassung vorbereiten, dann..."

Videoclip 3: "Wissen doch gerade wir Frauen und Mütter am besten, was auf dem Spiele steht, wenn..."

Videoclip 4: "Jetzt heißt es, diese Wege zu beschreiten und das zu schaffen, was zum Glück unseres Volkes in der Zukunft..."

Videoclip 5: AWO Geschichte erleben - Musikalische Begleitung durch Götz Baerthold und Lukascz Pawlik

Videoclip 6: "Wir bedauern es aufs tiefste, daß noch immer deutsche Volksgenossen sich im Ausland befinden..."

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