Mehrere Kinder in Bewegung schauen nach oben

Kinder und Jugendliche haben das Recht, ihre Welt mitzugestalten!

Magdeburg,

Zum Internationalen Kindertag am 1. Juni fordert die AWO in Sachsen-Anhalt klare Bekenntnisse politisch Verantwortlicher in Kommunen und Land, die Rechte der Kinder und Jugendlichen auf Mitgestaltung ernst zu nehmen.

 

Dringlicher AWO Appell zur Zusammenarbeit auf Augenhöhe

Am 1. Juni ist Internationaler Kindertag. Aus diesem Anlass fordert die AWO in Sachsen-Anhalt klare Bekenntnisse der politisch Verantwortlichen in Kommunen und Land, die Rechte der Kinder und Jugendlichen auf Mitgestaltung ernst zu nehmen. Offene Jugendarbeit darf nicht dem Druck knapper Kassen unterliegen. Außerdem schlägt die Arbeiterwohlfahrt vor, im Landtag von Sachsen-Anhalt zeitnah einen ständigen beratenden Jugendbeirat einzurichten.

Barbara Höckmann, Vorsitzende des Präsidiums der Arbeiterwohlfahrt AWO Landesverband Sachsen-Anhalt e.V.

„Spätestens jetzt müsste jeder verstanden haben, dass Kinder und Jugendliche an den großen politischen Fragestellungen interessiert sind und mitentscheiden wollen. Sie wollen die Gestaltung der Welt, in der sie schließlich in den nächsten 60 Jahren leben, nicht den Interessen einer überalterten Gesellschaft überlassen. Parteiübergreifend ist man sich nun scheinbar einig, dass die medial weit überlegene Jugend, die innerhalb von Stunden weltweite Kampagnen starten kann, ernst genommen werden muss“ erklärt Barbara Höckmann, Vorsitzende des Präsidiums der Arbeiterwohlfahrt AWO Landesverband Sachsen-Anhalt e.V.

„Eine überfällige Erkenntnis, aber wie sieht die Praxis in Sachsen-Anhalt aus? Welchen Stellenwert haben hier die Belange junger Menschen? In einem Land mit den bundesweit im Durchschnitt ältesten Einwohnern? Dem Land, das mit der Abwanderung gut ausgebildeter junger Menschen zu kämpfen hat, mit Weltoffenheit und Migration fremdelt und mit abgehängten Landstrichen wie der Altmark konfrontiert ist?

Ein Banner mit der Aufschrift Jugendeinrichtungen vor dem Aus ist an einem Geländer befestigt.

Andererseits hat Sachsen-Anhalt eine Reihe hoch engagierter Jugendverbände und Jugendinitiativen. Sie sind es, die täglich alles geben und mit den jungen Menschen Ideen für das Heute, Hier und Morgen entwickeln. Wie kann es sein, dass Jugendclubs in den Kommunen um ihre Fortführung Jahr für Jahr betteln müssen und auf Spenden angewiesen sind, um der Schließung zu entgehen.“

„So wie der AWO Jugendclub Rainbow in Schönebeck, der Jahr für Jahr protestiert und nun wohl vor dem Aus steht. Neben der Tatsache, dass die Personalkosten hier nicht auskömmlich finanziert sind, stehen hier z.B. 2.000 Euro Sachkosten pro Jahr zur Verfügung. Das sind 7,97 Euro pro Tag bei täglich 35-45 Kindern und Jugendlichen. Ist das der Weg, junge Menschen ernst zu nehmen?“ fragt Ines Grimm-Hübner, Geschäftsführerin des AWO Kreisverbandes Salzland e.V.

Tom Bruchholz, Geschäftsführer beim Landesjugendwerk der AWO Sachsen-Anhalt e.V., dem Jugendverband der Arbeiterwohlfahrt: „Was würde Politik wohl erreichen können, wenn sie Jahr für Jahr neu gewählt würde? Damit sich Jugendarbeit zeitgemäß entwickeln kann, muss sie flächendeckend vorhanden sein, braucht Kontinuität, mobile Konzepte im ländlichen Raum und moderne Ausstattung.

In der offenen Jugendarbeit üben Kinder und Jugendliche sich mit anderen konstruktiv auseinander zu setzen und Konflikte auszuhandeln. Sie lernen hier, dass sie ihre Umgebung ganz aktiv mitgestalten können. Offene Jugendarbeit ist politisch. Das, was junge Menschen wollen und wofür sie sich begeistern.“

AWO fordert Finanzierung der Jugendarbeit und Jugendbeirat im Landtag

Die AWO Sachsen-Anhalt und ihre Kreisverbände fordern deshalb gemeinsam mit dem AWO Landesjugendwerk anlässlich des Internationalen Kindertages klare Bekenntnisse der politisch Verantwortlichen in Kommunen und Land:

  • Die auskömmliche Finanzierung der offenen Jugendarbeit und der außerschulischen Jugendbildung ist flächendeckend und dauerhaft als Gemeinschaftsaufgabe von Kommunen und Land sicherzustellen. Sie darf nicht dem Druck knapper Kassen unterliegen.
  • Im Landtag von Sachsen-Anhalt ist zeitnah ein ständiger, beratender Jugendbeirat einzurichten und auszustatten. Es ist in allen Landtagssitzungen sowie den beratenden Ausschüssen auf Wunsch anzuhören.

„Die AWO Sachsen-Anhalt fordert ferner, dass die Zusammenarbeit auf Augenhöhe nach nahezu 30 Jahren Verankerung von Kinderrechten durch die UN Kinderechtskonvention zur Selbstverständlichkeit wird“, so Barbara Höckmann. „Die Jugend hat das Recht, ihre Interessen durchzusetzen, ob es nun allen gefällt oder nicht. Ein Miteinander der Generationen auf Augenhöhe und gegenseitigem Respekt muss deshalb der Weg sein.“

Der Kindertag geht zurück auf die Weltkonferenz für das Wohlergehen der Kinder im August 1925, zu welcher 54 Vertreter verschiedener Staaten zusammenkamen und die Genfer Erklärung zum Schutze der Kinder verabschiedeten. Im Anschluss an die Konferenz führten viele Regierungen einen Kindertag ein.

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