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Postkarte zur KiFoeG-Novellierung

AWO zur KiFöG-Novellierung: Kompromiss kann nur Übergangslösung sein

Magdeburg,

Die AWO in Sachsen-Anhalt startet eine Postkartenaktion zur KiFöG-Novellierung und beteiligt sich am 25. Oktober an der Demonstration des Bündnisses für ein Kinderfreundliches Sachsen-Anhalt vor dem Magdeburger Landtag. 

 

Postkartenaktion - ein Bild sagt manchmal mehr als Worte

„Ein Kompromiss bedeutet, einer will nach vorn, der andere zurück - man trifft sich irgendwo dazwischen. Der Prozess der Einigung ist sehr mühsam. Insofern kann der KiFöG-Kompromiss zunächst als demokratischer Erfolg betrachtet werden, damit es in der Sache vorangeht.“ erklärt Barbara Höckmann, Vorsitzende des Präsidiums des AWO Landesverbandes Sachsen-Anhalt e.V.

Bei aller Wertschätzung bleiben jedoch bei Kompromisslösungen immer Kritikpunkte offen, die die AWO Sachsen-Anhalt als Vertreterin der Interessen von Kindern, Eltern und Erzieher*innen herausstellen möchte. Positiv wird der Einstieg in die Kostenbefreiung für Eltern, der Einstieg in die Berücksichtigung von Ausfalltagen der Erzieher*innen und die Klarstellung, dass den Eltern die indirekten Kosten der Verpflegung nicht in Rechnung zu stellen sind, gesehen.
„All das sind erste Schritte, denen jedoch aus AWO Sicht weitere folgen müssen. Insbesondere die weitere Entlastung der Erzieher*innen darf nicht lange auf sich warten lassen, wenn der Erzieherberuf Zukunft haben soll. Die KiFöG-Novellierung betrachten wir deshalb als Übergangskompromiss“, so Höckmann.

Als Schritt zurück sieht die AWO Sachsen-Anhalt die Aufweichung der Errungenschaft des bedingungslosen Ganztagsanspruches von bis zu 10 Stunden für alle Kinder gleich. „Bislang können alle Familien bedingungslos selbst entscheiden, wieviel Betreuungsumfang sie in dem Rahmen von bis zu 10 Stunden in Anspruch nehmen. In der Diskussion um das KiFöG waren zeitweise seitens der CDU sogar nur noch 6 Stunden vom Land bezahlte Betreuungszeit im Gespräch. Die derzeit angedachte Regelung verhindert zwar noch das Schlimmste, bleibt aber dennoch ein Rückschritt. Künftig sollen nach der Erläuterung zum vorliegenden Gesetzesentwurf Eltern den Bedarf über 8 Stunden hinaus unter der Angabe von Gründen anmelden. Die Unterteilung in „regelhaft“ und „erweitert“ eröffnet wieder die 2-Klassen-Diskussion, die wir aus guten Gründen zu überwunden haben glaubten.“

Die AWO startet deshalb eine Postkartenaktion, mit der sie den politisch Verantwortlichen ihre Kritik und ihre Befürchtungen in Ergänzung der Eltern-Unterschriften-Aktion im Sommer dieses Jahres erneut näherbringen will. „Mit unseren Karikaturen wollen wir bewusst unsere Befürchtungen überspitzen. Ein Bild sagt manchmal mehr als Worte. Wenn wir damit ein erneutes Abwägen bei der Landesregierung erreichen, fänden wir das gut“, so Höckmann abschließend.

Die AWO wird ihre Position auch im Rahmen der KiFöG-Demo des Bündnisses für ein kinderfreundliches Sachsen-Anhalt am 25.10.2018 vor dem Landtag vertreten. In Sachsen-Anhalt ist die AWO Trägerin von 76 Kitas und Horten.

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