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Lebendige Bibliothek: Biographische Erfahrungen vom Krieg damals und heute

Lebendige Bibliothek am 22. Januar: Biographische Erfahrungen vom Krieg damals und heute

Magdeburg,

Am 22. Januar findet im Rahmen der Aktionswoche "Eine Stadt für Alle - Weltoffenes Magdeburg" die "Lebendige Bibliothek" mit biographischen Erfahrungen und Eindrücken von Zeitzeug*innen statt.

 

AWO lädt zu Gesprächsrunden mit Zeitzeugen in die Magdeburger Stadtbibliothek

Lebendige Bibliothek: Biographische Erfahrungen vom Krieg damals und heute

Starke Geschichten ermöglichen eine lebendige Erinnerungskultur. Zeitzeug*innen weltgeschichtlicher Ereignisse wahrzunehmen, ihre Geschichten zu hören, ihre Eindrücke nachzuempfinden und ihre Erfahrungen zu teilen, sind wichtige Bausteine des kollektiven Gedächtnisses unserer Gesellschaft. Die Veranstaltung steht daher unter dem Zeichen des Erinnerns und Zuhörens, um für einen sensiblen Umgang mit dem Themen „Krieg“ und „Flucht“ sowie für den Abbau von Vorurteilen durch eine starke Dialogkultur zu werben. Gemeinsam möchten wir an diesem Nachmittag den Geschichten dreier Zeitzeug*innen mit Kriegs- und Fluchterfahrungen lauschen und mit ihnen ins Gespräch kommen. Es gibt Beiträge eines Magdeburger Zeitzeugen des Luftangriffs von 1945, einer Perspektive auf Krieg und Flucht in den 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts sowie der Impuls eines im Jahr 2015 Geflüchteten aus Syrien.

Ablauf

  • 16.00 Uhr: Begrüßung
  • 16.20 Uhr: 1. Runde Zeitzeugengespräch
  • 16.55 Uhr: 2. Runde Zeitzeugengespräch
  • 17.30 Uhr: 3. Runde Zeitzeugengespräch
  • 18.00 Uhr: Zusammenfassung durch Prof. Dr. Benz
  • 18.15 Uhr: Dankesworte und Verabschiedung durch den AWO Landesverband Sachsen-Anhalt e.V.

 

Termin Lebendige Bibliothek: Biographische Erfahrungen vom Krieg damals und heute

Datum: 22. Januar 2020 - 16:00 - 18:30 Uhr

Veranstaltungsort: Stadtbibliothek Magdeburg, Breiter Weg 109, 39104 Magdeburg

Zeitzeugen

Günther Weißberg

Herr Weißberg erlebte die Bombardierung Magdeburg als 14 jähriger Jugendlicher. Bereits 1944 wurde er nach Ilberstedt (35 km Luftlinie von Magdeburg entfernt) evakuiert, um auf „seinen Einsatz“ vorbereitet zu werden. Zwei Tage nach der Bombardierung kam er mit seiner Klasse in das zerstörte Magdeburg. Er ging an die Stelle in der Gerhart-Hauptmann-Straße, wo sein Haus einst stand. Dies war komplett zerstört. Heute mit 89 Jahren lässt er uns an seinen Erinnerungen teilhaben, wie er den Bombenangriff aus der „Ferne“ erlebte und was er empfand.

Amidou Traore

Herr Traore wurde am 23.01.1967 in Ferke geboren. Er kommt von der Elfenbeinküste. Er kam nach Deutschland als Flüchtling. Tatsächlich hat er sein Land 1994 wegen der politischen Situation verlassen. Sein Asylantrag wurde abgelehnt. Der Weg nach Deutschland ist lang, gefährlich und mitunter tödlich. Es ist wie der Eintritt in eine andere Welt. Seit September 1999 arbeitet Herr Traore beim Caritasverband für das Bistum Magdeburg e.V. als  Sozialarbeiter.

Rami Dahbour

Herr Dahbour kommt aus der wunderschönen syrischen Stadt Damaskus und floh 2015 zusammen mit seiner Schwester, seinem Schwager und weiteren freunden nach Deutschland. Seine Flucht brachte ihn zunächst in die Zentrale Aufnahmestelle Halberstadt und dann nach Magdeburg. Sein Vater gab ihm mit auf den Weg, nach Ostdeutschland zu fliehen. Er selbst war in Berlin in den 70er Jahren und war begeistert. Herr Dahbour besuchte einen Deutschkurs, um besser mit den Bewohner*innen Magdeburgs in Kontakt zu kommen. Dem war leider nicht so. Erst durch den Einsatz als Bundesfreiwilligendienstler beim AWO Landesverband Sachsen-Anhalt und seiner späteren Einstellung als Projektmitarbeiter lernte er die Menschen kennen und schloss Freundschaften.

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