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Beratunghsstelle Magdalena lud zum Runden Tisch Sexarbeit in die Geschäftsstelle des AWO Ladesverbandes Sachsen-Anhalt in Magdeburg

Runder Tisch Sexarbeit wird größer

Magdeburg,

Zum letzten Runden Tisch Sexarbeit in Magdeburg hatte Magdalena - Mobile Beratungsstelle für Sexarbeiter*innen des AWO Landesverbandes Sachsen-Anhalt e.V. am 06. November 2019 eingeladen.

 

Austausch, die Vernetzung und Kooperation stehen im Mittelpunkt

Beratunghsstelle Magdalena lud zum Runden Tisch Sexarbeit in die Geschäftsstelle des AWO Ladesverbandes Sachsen-Anhalt in Magdeburg

Mit dem gemeinsamen Ziel, Hürden für Sexarbeiter*innen im Anmeldeverfahren zu beseitigen und es damit stetig zu verbessern, treffen sich zum Runden Tisch Sexarbeit Magdeburg mit der Umsetzung des Prostituiertenschutzgesetzes befasste Behörden, Ämter sowie Interessenvertretungen von Sexarbeiter*innen mehrmals im Jahr. Im Mittelpunkt stehen der Austausch, die Vernetzung und Kooperation der Beteiligten.

Einleitend hatte das Magdalena-Team die Möglichkeit, die konzeptionellen Veränderungen der Beratungsstelle vorzustellen. Bislang war das Beratungs-bzw. Begleitungsangebot auf Magdeburg und näheres Umland begrenzt. Ab 1.8. wurde die Zuständigkeit auf die nördlichen Landkreise Sachsen-Anhalts erweitert. Zudem adressiert die Beratungsstelle Magdalena auch ausdrücklich männliche Sexarbeiter. Seit dem 1. August 2019 wird die Beratungsstelle Magdalena durch das Ministerium für Soziales, Arbeit und Integration des Landes Sachsen-Anhalt gefördert.

Die Mitarbeiterinnen konnten über erste Erfahrungen in den Landkreisen und dortige Anmeldestrukturen berichten. Die Erweiterung der Beratungsstelle wurde von den Teilnehmenden als durchweg positiv bewertet. Der Fachdienstleiter des Fachbereiches Bürgerservice und Ordnung, Herr Holger Harnisch, stellte den Teilnehmenden das Konzept der Landeshauptstadt Magdeburg zur Umsetzung des ProstSchG AG LSA vor. Im Konzept sind drei Personalstellen geplant, eine davon für eine Sozialarbeiterin. Herr Harnisch betonte die Wichtigkeit des Aufbaus der Vertrauensbasis zu den Sexarbeiter*innen und die enge Zusammenarbeit mit der Beratungsstelle Magdalena. Das Konzept der Landeshauptstadt Magdeburg wurde intensiv in der Runde diskutiert.

Zwei Vertreterinnen des Berufsverbandes für erotische und sexuelle Dienstleistungen (BesD) bereicherten mit ihren Impulsen aus Sicht der Sexarbeiter*innen die Diskussion. Eine intensive Diskussion gab es zur aktuellen politischen Debatte über das so genannte Schwedische Modell (Sexkaufverbot). Im Mittelpunkt dieses Modells steht die Bestrafung von Freiern, während Sexarbeiter*innen straffrei bleiben. Es wird befürchtet, dass ein „Sexkaufverbot“ die Situation der Sexarbeiter*innen verschlechtert und zu einer weiteren gesellschaftlichen Stigmatisierung und Förderung der Abhängigkeitsverhältnisse führt.

Der Runde Tisch Sexarbeit wird in 2020 entsprechend der konzeptionellen Veränderung der Beratungsstelle auf die nördlichen Landkreise Sachsen-Anhalts ausgedehnt und wird in dieser Form erstmals im Mai nächsten Jahres stattfinden.

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