Mahnmal für auf der Flucht ertrunkene Kinder

700 Paar Kinderschuhe als Mahnung

Magdeburg,

Emotionale AWO-Aktion zum Weltkindertag erinnerte an das Leid bei der Flucht durchs Mittelmeer.

 

Das unsichtbare Sterben der Kinder bei der Flucht auf dem Mittelmeer

Mit einer Mahnwache für die auf der Flucht gestorbenen Kinder rückte der AWO Landesverband Sachsen-Anhalt e.V. das unfassbare Schicksal dieser Kinder ins Bewusstsein der Magdeburger. 678 Kinder, die auf der Flucht starben, wurden bereits offiziell gezählt, so der im Juni veröffentlichte Bericht der Internationalen Organisation für Migration (IOM). Die Dunkelziffer ist weitaus höher. Häufig sind es nur ihre Schuhe, die angespült an den Küsten des Mittelmeers zurückbleiben.

„Ich bin selbst Mutter. Mich rührt das zu Tränen und ich bin fassungslos. So viele kleine Kinderschuhe, die da auf dem Bahnhofsvorplatz stehen. Erschreckend, wie viele Kinder schon auf der Flucht gestorben sind.“ sagt Michelle, Passantin (32) aus Magdeburg.

Bewegende Momente bei der Mahnwache zum Weltkindertag ... Die Reaktionen der Passanten beim Anblick der 700 Kinderschuhe waren vielfältig - Tränen, Dank, Betroffenheit aber auch Gleichgültigkeit und Unverständnis. Wir haben die Menschen zum Diskutieren gebracht.

Begleitet von einem Gongschlag platzierte der AWO Landesverband am Freitagvormittag, dem Weltkindertag, 678 Kinder-Schuhpaare auf dem Bahnhofsvorplatz. „Vielen Menschen ist dieses unsichtbare Sterben der Kinder gar nicht bewusst. Wenn Unfassbares geschieht, sind aber auch die schuldig, die wegschauen und es schweigend geschehen lassen“, so Wolfgang Schuth, Vorstand AWO Landesverband Sachsen-Anhalt e.V. 

Ein Mahnmal aus rund 700 in Reihen aufgestellten Kinderschuh-Paaren.

Im Artikel 22 UN-Kinderrechtskonvention fordert die UN das Recht aller Kinder auf Schutz im Krieg und auf der Flucht. „Es ist an der Zeit, dass dieses Recht bedingungslos umgesetzt wird.“ so Wolfgang Schuth.

Die Aktion wurde durchgeführt vom AWO Landesverband Sachsen-Anhalt e.V. in Zusammenarbeit mit dem AWO Kreisverband Magdeburg und dem AWO Kreisverband Salzlandkreis.

Stellvertretend für jedes gezählte ertrunkene Kind wurde ein Schuhpaar auf den Magdeburger Bahnhofsvorplatz platziert. Alle AWO Kitas und Horte aus Magdeburg, dem Salzlandkreis sowie Niederndodeleben haben die Kinderschuhe gesammelt. Die Schuhe werden nun an Bedürftige gespendet.

Post an EU-Präsidentin von der Leyen und Innenminister Seehofer

Gespräche und begleitende Postkartenaktion: Nichts tun, wegschauen, schweigen – das sind keine Optionen! Politisch Verantwortliche werden aufgefordert, sich für die Wahrung des UN Kinderrechts auf Schutz und im Krieg und auf der Flucht einzusetzen. Adressaten: EU-Präsidentin Ursula von der Leyen und Bundesinnenminister Horst Seehofer.  Beteiligte sich an der Postkartenaktion: Ludger Nagel (links), Geschäftsführer der Katholischen Erwachsenenbildung im Land Sachsen-Anhalt e.V.

Oftmals sind das einzige, was von diesen Kindern übrigbleibt, ihre an die Ufer des Mittelmeers gespülten Schuhe. Nichts tun, wegschauen, schweigen – das sind keine Optionen! Politisch Verantwortliche werden aufgefordert, sich für die Wahrung des UN Kinderrechts auf Schutz und im Krieg und auf der Flucht einzusetzen. 

Zeitraffer: 700 Paar Kinderschuhe wurden in Magdeburg aufgestellt

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