Information und Engagement in Zeiten der Corona-Pandemie

Eine ältere Dame wird von einer Pflegerin betreut

Corona: Informationen für Pflegebedürftige, pflegende Angehörige & Senioren

Informationen zu Covid-19 für AWO Seniorenzentren

Piktogramm Pflege

Liebe Angehörige und Freunde unserer Bewohner*innen in den Seniorenzentren,

in allen Pflegeeinrichtungen der AWO Soziale Dienste Sachsen-Anhalt GmbH und der AWO Seniorenzentrum Zepziger Weg GmbH sind die Besuche der Pflegebedürftigen eingeschränkt wieder möglich. Die neuen Besucherregeln können auf der Website der jeweiligen Einrichtung eingesehen oder in der Einrichtung erfragt werden, da es je nach Risikogebiet und in Abstimmung mit dem örtlichen Gesundheitsamt unterschiedliche Regelungen und Besuchszeiten gibt. 

Für ALLE Einrichtungen gilt weiterhin, dass während der Besuchszeiten die vorgeschriebenen Hygieneregeln (Tragen einer Mundschutzmaske, Abstand von 1,50 m, Mindestalter 16 Jahre, einzeln, für max. 1 Stunde) eingehalten werden müssen und, dass wir deshalb die Anzahl der Besucher, die gleichzeitig im Haus sind, einschränken. Danke!

» Hier gibt es mehr Informationen zum Risiko für ältere Menschen bei einer Corona-Infektion

Gesetzliche Sonderregelungen im Überblick

Aufgrund der Corona-Pandemie gibt es für krankenversicherte
und pflegebedürftige Menschen sowie pflegenden Angehörigen
zeitlich begrenzt unterschiedliche finanzielle Hilfen durch
gesetzliche Änderungen.

Sie möchten einen schnellen Überblick haben,
welche Möglichkeiten Ihnen bis wann zustehen?

Wir haben dazu eine ⇓Auflistung gemacht.

Unterstützung für pflegebedürftige Menschen in der Häuslichkeit

Durch die Empfehlung, direkte Kontakte zu alten Menschen einzuschränken, um diese vor einer Infektion mit COVID-19 zu schützen, kann es zu fehlenden sozialen Kontakten und zur Vereinsamung kommen. Sollte der/die Pflegebedürftige seine bisherig in Anspruch genommenen ambulanten Leistungen nicht durch den bisherigen Leistungserbringer in Anspruch nehmen können, weil z. B. das Personal an COVID 19 erkrankt ist und hierdurch seine pflegerische Versorgung nicht sichergestellt ist, kann ein formloser Antrag an die Pflegekasse auf Sicherstellung und Kostenübernahme gestellt werden. Sollten Sie hierzu oder zu anderen Pflegethemen Fragen haben, so können Sie diese an die AWO-Pflegeberatung richten.

AWO-Hilfeangebote für pflegebedürftige Menschen in der Häuslichkeit

Tafeln in Halberstadt, Quedlinburg und Wernigerode

Die Tafeln in Halberstadt, Quedlinburg und Wernigerode bieten einen Lieferdienst an. Die Lebensmittel werden dabei zu festen Terminen ohne zusätzliche Kosten in verschiedene Orte im Landkreis Harz geliefert. Die Ausgabeorte und Termine der Tafeln in Halberstadt, Quedlinburg und Wernigerode finden Sie auf der Webseite des AWO Kreisverband Harz e. V.

Ansprechpartnerin für den Raum Halberstadt, Wernigerode und Quedlinburg: Sabine Herforth, Fachassistenz der Geschäftsführung, Telefon 03946 – 9611133 (8-16.00 Uhr), Fachassistenz@awo-harz.de

Tafeln im Raum Schönebeck

Die Ausgabeorte und Termine der Tafeln in Schönebeck, Calbe, Barby, Biere und Groß Rosenburg finden Sie auf der Webseite des AWO Kreisverband Salzland e. V. Telefon 01525 - 62 71 041

Tafel in Bitterfeld

Tafel in Bitterfeld, Jeßnitzer Straße 6, 06749 Bitterfeld-Wolfen OT Bitterfeld, Montag bis Freitag: 13:00 - 14:00 Uhr
Ansprechpartnerinnen für die Tafel in Bitterfeld: Heidi Hirsch und Simone Kowaczek, Telefon 03493 922971

Die Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt bietet eine Pflegerechtsberatung an: kostenfreie Hotline unter (0800) 100 37 11, Beratungszeiten: Montag, Donnerstag und Freitag von 9-12 Uhr

Unterstützung für pflegebedürftige Menschen in stationären Einrichtungen

Durch das derzeitige Besuchsverbot haben auch pflegebedürftige Menschen in den Seniorenzentren keine direkten Kontakte zu den Angehörigen. Ausnahmen sind möglich in palliativen Situationen oder in der Versorgung von Sterbenden. Hier empfiehlt sich ein Telefonat mit der Einrichtungsleitung, um das genaue Vorgehen zu besprechen.

AWO-Hilfeangebote für pflegebedürftige Menschen in stationären Einrichtungen

Unterstützung für pflegende Angehörige

Pflegende Angehörige stehen in der Zeit der Corona-Pandemie vor der Herausforderung, im Rahmen von reduzierten Kontakten alles unter einen Hut zu bekommen. Es gibt aber einige Erleichterungen, die wir nachfolgend aufführen.

Ärztliche Verordnungen

Es gibt einige Erleichterungen, welche nachstehend aufgeführt werden: Bei medizinischer Notwendigkeit können Folge-Arzneimittelverordnungen (Wiederholungsrezepte), Überweisungsscheine und/oder andere ärztliche Verordnungen ausgestellt und per Post an den Versicherten versendet werden. Konkret betrifft dies: 

  • Folge-Arzneimittelverordnungen,
  • Verordnungen einer Krankenbeförderung,
  • Überweisungen und
  • Folgeverordnungen für die häusliche Krankenpflege sowie für Heilmittel

 Voraussetzung für die Ausstellung ist, dass Patient*innen im laufenden Quartal oder im Vorquartal in der Arztpraxis persönlich vorstellig waren (Chipkarte wurde eingelesen bzw. Patient*innendaten erfasst). Diese Regelung gilt bis zum 30. Juni 2020.

 

Verhinderungspflege

Aufgrund der Schließungen von Tages-und Nachtpflegen gibt es für pflegende Angehörige eine zusätzliche Belastung. Deshalb ist es empfehlenswert, sich nicht vor der Inanspruchnahme von niedrigschwelliger Betreuungsangebote, ambulanter Pflege-und Betreuungsdienste, der Verhinderungspflege oder auch der Kurzzeitpflege zu scheuen.

Sollten pflegende An- oder Zugehörige wegen einer Erkrankung die Pflege nicht mehr übernehmen können, so zahlt die Pflegekasse unter bestimmten Voraussetzungen eine notwendige Verhinderungspflege. Dieser Anspruch besteht für maximal sechs Wochen im Jahr. Eine Voraussetzung ist, dass die pflegebedürftige Person vor der erstmaligen Verhinderung mindestens 6 Monate in der häuslichen Umgebung gepflegt wurde. Zum Zeitpunkt der Inanspruchnahme der Verhinderungspflege ist die pflegebedürftige Person mindestens dem Pflegegrad 2 zugeordnet.

Die Leistungen der Pflegeversicherung für die Verhinderungspflege müssen bei der Pflegekasse beantragt werden. Dabei ist eine rückwirkende und generell kurzfristige Beantragung möglich. Die meisten Pflegekassen stellen dafür entsprechende Online-Formulare zur Verfügung, welche ausgefüllt, ausgedruckt und versendet werden können. Die Pflegekassen übernehmen die Kosten einer erforderlichen Ersatzpflege für maximal 6 Wochen beziehungsweise 42 Tage. Die Gesamtzeit kann dabei in einzelne Tage, aber auch Stunden aufgeteilt werden. Die Verhinderungspflege berechnet sich aus 28 Kalendertagen mit einer Gesamtsumme von 1.612 Euro.

Der Leistungsbetrag kann um bis zu 806 Euro aus noch nicht in Anspruch genommenen Mitteln der Kurzzeitpflege nach § 42 Abs. 2 Satz 2 auf insgesamt bis zu 2.418 Euro im Kalenderjahr erhöht werden. Die Verhinderungspflege kann zum einen durch eine private, nicht erwerbsmäßig pflegende Person und zum anderen durch ambulante Pflegedienste zu Hause erbracht werden.

Kurzzeitpflege

Die Kurzzeitpflege ist zur Überbrückung von Krisensituationen gedacht, wenn eine häusliche oder auch teilstationäre Pflege nicht mehr ausreicht. Sie ist bei Pflegegrad 2 bis 5 in Anspruch zu nehmen, wenn z.B. die Pflegebedürftigkeit kurzfristig zunimmt, Partner oder Zugehörige der pflegebedürftigen Person erkranken, oder anderweitig abwesend sind und deren Pflege und Versorgung sichergestellt werden muss. Der Antrag ist bei der Pflegekasse zu stellen. Eine rückwirkende und generell kurzfristige Beantragung ist möglich.

Der Anspruch auf Kurzzeitpflege ist auf 8 Wochen pro Kalenderjahr beschränkt. Die Pflegekasse übernimmt die pflegebedingten Aufwendungen einschließlich der Aufwendungen für Betreuung sowie die Aufwendungen für Leistungen der medizinischen Behandlungspflege bis zu dem Gesamtbetrag von 1.612 Euro im Kalenderjahr. Der Leistungsbetrag nach Satz 2 kann um bis zu 1.612 Euro aus noch nicht in Anspruch genommenen Mitteln der Verhinderungspflege nach § 39 Abs. 1 Satz 3 auf insgesamt bis zu 3.224 Euro im Kalenderjahr erhöht werden.

In der Kurzzeitpflege gemäß § 42 SGB XI ist zu beachten, dass die Unterbrin­gungs-, Verpflegungs- und Investitionskosten selbst finanziert werden müssen. Pflegebedürftige des Pflegegrades 1 können den ihnen zustehenden Entlas­tungsbetrag nach § 45 b Abs. 1 SGB XI im Wege der Kostenerstattung für Leistun­gen der Kurzzeitpflege einsetzen.

Entlastungsbetrag

Ein Entlastungsbetrag steht für sogenannte qualitätsgesicherte Leistungen zur Entlastung pflegender Angehöriger so­wie zur Förderung der Selbständigkeit und Selbstbestimmtheit der pflegebe­dürftigen Menschen bei der Gestaltung ihres Alltags jeder pflegebedürfti­gen Person mit Pflegegrad 1-5 zur Verfügung. Der Entlastungsbetrag ist Bestandteil der häuslichen Pflege, d. h. er ergänzt die Leistungen der ambulanten und teilstationären Pflege in der häuslichen Umge­bung. Das Entlastungs- oder Betreuungsangebot ist ein vom jeweiligen Bundesland anerkanntes Angebot nach § 45 c SGB XI, teilweise auch „niedrigschwelliges Be­treuungsangebot“ genannt.

Eine Beantragung vor Inanspruchnahme der Leistungen ist nicht erforderlich. Die Erstattung wird durch Vorlage der Nachweise der tatsächlich entstandenen zusätzlichen Betreuungs- und Entlastungsleistungen bei der Pflegekasse bean­tragt. Viele Dienstleister rechnen direkt mit der Pflegekasse ab. Es stehen pro Monat bis zu 125 Euro zur Verfügung. Die Pflegekasse erstattet die entstandenen Aufwendungen für zusätzliche Entlastungs- und Betreuungsleis­tungen. Eine Barauszahlung dieses Betrags ist nicht möglich.

Aufwendungen für folgende Leistungen können in im Rahmen der Entlastungs­leistungen erstattet werden:

  • Leistungen der Tages-oder Nachtpflege, der Kurzzeitpflege, der Verhinde­rungspflege.
  • Leistungen der ambulanten Pflegedienste im Sinne des § 36 SGB XI, in den Pflegegraden 2 bis 5 jedoch nicht für Leistungen im Bereich der Selbstver­sorgung, im Pflegegrad 1 Unterstützung, wie Duschen, Waschen, Inkonti­nenzversorgung.
  • Leistungen der nach Landesrecht anerkannten Angebote zur Unterstützung im Alltag im Sinne des § 45 a SGB XI, z. B. Betreuungsgruppen für Men­schen mit erheblichem allgemeinen Betreuungsbedarf (z. B. Gruppen für Menschen mit Demenz), Helferinnenkreise zur stundenweisen Entlastung pflegender Angehörige im häuslichen Bereich, familienentlastende Dienste.
AWO-Hilfeangebote für pflegende Angehörige

 

Unterstützung für alleinstehende Senioren

Einsamkeit kann viele Menschen treffen und wird jetzt, in Zeiten von Ausgangsbeschränkungen und Social Distancing, zu einem verstärkten Problem, vor allem für alleinstehende Senior*innen. Das kann nicht nur zu Problemen in der Versorgung führen, sondern durch soziale Isolation ernsthafte Krankheiten befördern. Die AWO in Sachsen-Anhalt möchte mit verschiedenen Angeboten dazu beitragen Versorgungsangebote zu etablieren und aktive Nachbarschaftshilfe zu unterstützen. Dafür stehen Ihnen die folgenden Ansprechpartner*innen aus unseren Kreis- und Regionalverbänden zur Verfügung.

AWO-Hilfeangebote für alleinstehende Senioren
Piktogramm Pflege

Einkaufshilfe: Freiwillige erledigen den Einkauf anhand von Einkaufszetteln

Ansprechpartnerin für den Raum Halberstadt, Wernigerode und Quedlinburg

Sabine Herforth, Fachassistenz der Geschäftsführung, Telefon 03946 – 9611133 (8-16.00 Uhr), 

Ansprechpartnerin für Magdeburg

Mitarbeiter*innen der offenen Altenhilfe, Telefon 0391 – 30040300 (24 Stunden erreichbar)

Ansprechpartnerinnen für die Region Kalbe

Ortsverein Kalbe, Frau Schmieder, Telefon 039080 – 979-0
AWO Nachbarschaftshilfe, Frau Brand, Telefon 039080 - 3520

Weiterführende Hinweise und Links für Senioren und Menschen mit Pflegebedarf

» Entlastung für die Seele – Ein Ratgeber für pflegende Angehörige