Vogelhaus auf dem Gelände des Krankenhauses

Tageskliniken für Psychiatrie und Psychotherapie in Jerichow, Burg und Havelberg

Als Außenstellen des AWO Fachkrankenhauses Jerichow leisten unsere drei psychiatrischen Tageskliniken an den Standorten Burg, Havelberg und Jerichow mit 60 Plätzen einen wichtigen Beitrag zur Behandlung psychiatrisch kranker Menschen. Sie stellen für viele Patientinnen und Patienten eine Alternative oder Ergänzung zum stationären Klinikaufenthalt dar, der dadurch in manchen Fällen vermieden oder zumindest verkürzt werden kann. Eine teilstationäre Behandlung bedeutet: Tagsüber sind die Patientinnen und Patienten in der Tagesklinik, abends und nachts sowie an den Wochenenden können sie in ihrem gewohnten Zuhause verbringen.

Eine tagesklinische Behandlung ermöglicht es der Patientin bzw. dem Patienten, den Kontakt zum vertrauten Umfeld bestehen zu lassen und zusätzlich diagnostische und therapeutische Maßnahmen, ähnlich wie in einem psychiatrischen Krankenhaus, in Anspruch zu nehmen. Dadurch lassen sich gute Behandlungserfolge erzielen.

Krankheitsbilder

In einer psychiatrischen Tagesklinik können Erwachsene mit fast allen psychischen Erkrankungen behandelt werden, für die ambulante Hilfen nicht mehr ausreichen.

  • Depressionen und Psychosen
  • Persönlichkeitsstörungen sowie Angst- und Zwangsstörungen
  • Psychosomatische Erkrankungen
  • Anpassungsstörungen bei Krisen aufgrund familiärer, beruflicher oder sozialer Konflikte

Eine Behandlung in einer psychiatrischen Tagesklinik setzt eine gewisse Stabilität der akuten psychischen Erkrankung voraus. Nicht geeignet ist diese Behandlungsform bei starken Erregungszuständen, akuter Suizidgefährdung, schwerer Demenz oder einer im Vordergrund stehenden Suchterkrankung. In solchen Fällen empfehlen wir eine vollstationäre Aufnahme.

Einweisungen können durch niedergelassene Ärztinnen und Ärzte des Einzugsgebietes, die Psychiatrische Institutsambulanz des AWO Fachkrankenhauses Jerichow und die ortsansässigen Krankenhäuser erfolgen.

Behandlungsziele

Ziel der Behandlung ist die Stabilisierung der Patientinnen und Patienten, die Integration in Familie bzw. soziales Umfeld, ggf. die Schaffung eines neuen sozialen Netzwerkes und somit die Steigerung der Lebensqualität. Das können wir durch folgende Schritte realisieren:

  • Verständnis für die Rolle der Erkrankung als Konfliktlösungsversuch oder Ausdruck von Unausgesprochenem im gegenwärtigen Lebenskontext schaffen.
  • Persönliche Kompetenzen der Patientinnen und Patienten im Umgang mit der psychischen Erkrankung stärken.
  • Die Lebensqualität durch aktives Wahrnehmen von Wünschen und Bedürfnissen steigern.
  • Die Rückkehr in den persönlichen Lebens- und Arbeitsbereich vorbereiten. Beratung und Hilfestellung erfolgt durch unsere Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter.

Auch die nicht verplante Zeit spielt in der Patientengruppe eine wichtige Rolle. Folglich ist die therapeutische Gemeinschaft eine der tragenden Strukturen des Behandlungsansatzes, um gemeinsam alltägliche Dinge zu erproben, wie gemeinsame Mahlzeiten, Kochen und Freizeitgestaltung.

Wir kooperieren mit allen niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten sowie Psychotherapeutinnen und -therapeuten, dem Sozialpsychiatrischen Dienst sowie allen Anbietern der sozialpsychiatrischen Versorgung der Region. So können wir eine ambulante Weiterbehandlung unserer Patientinnen und Patienten vorbereiten und begleiten.

Tagesablauf

Im Rahmen eines individuell strukturierten Therapieprogramms, bestehend aus somato-, psycho- und sozialtherapeutischen Maßnahmen, legen wir besonderen Fokus auf die Förderung der Eigenverantwortung und Selbständigkeit der Patientinnen und Patienten. Der Ablauf in der psychiatrischen Tagesklinik gestaltet sich wie folgt:

  • Beginn mit einem gemeinsamen Frühstück
  • Visite, anschließend verschiedene Therapieangebote
  • 11.30 Uhr Mittagessen und Ruhephase
  • Die Abende und das Wochenende verbringen die Patientinnen und Patienten zu Hause