Namensgebung Heinrich-Deist-Haus – AWO Seniorenzentrum Dessau

Mit der Namensgebung Heinrich-Deist-Haus würdigen wir das politische Engagement des als Ministerpräsident hervorgetretenen Demokraten. Die sozialpolitischen AWO-Aktivitäten seiner Frau stehen im Zusammenhang mit seinem sozialen Wirken in der Landespolitik zur Zeit der Weimarer Republik. Für die AWO ein Grund mehr, diesen Namen wieder in das Bewusstsein seiner Heimatstadt Dessau zurückbringen.

Biografie Heinrich Deist (1874 - 1963)

Portrait Heinrich Deist
Heinrich Deist wird geehrt als Namensgeber einer AWO Pflegeeinrichtung

Als Sohn eines Bauern am 09.07.1874 in Mitterode (Hessen) geboren, machte Deist eine Lehre zum Schriftsetzer in Kassel. 1895 wurde er Mitglied der SPD. Nach einer Wanderschaft arbeitete Deist ab 1898 als Drucker. 1903 zog er mit seiner Familie nach Dessau und übernahm die Geschäftsführung der Gewerkschaftszeitung Volksblatt für Anhalt. Seine politische Karriere für die Sozialdemokraten begann 1905 mit der Wahl zum Stadtrat, ab 1913 war er Stellvertreter des Stadtverordnetenvorstehers in Dessau.

Nach dem Ende der Monarchie 1918 und dem Thronverzicht des Herzogs von Anhalt wurde Deist als Staatsrat in die Übergangsregierung des Freistaates Anhalt berufen. Nach den Landtagswahlen im Dezember 1918 wurde er zuerst Stellvertreter und ab Mitte 1919 schließlich Präsident des Staatsrates in Anhalt. Dieses Amt, das ab 1922 als Ministerpräsident bezeichnet wurde, hatte Heinrich Deist, mit einer halbjährigen Unterbrechung in1924, bis zum Jahr 1932 inne, als er durch einen nationalsozialistischen Ministerpräsidenten Deutschlands abgelöst wurde.

Sein Wirken als Ministerpräsident im Dienste der Menschen des Freistaates Anhalt ist gekennzeichnet von bleibenden Verdiensten bei der Förderung von Kunst und Wissenschaft und einem wirtschaftlichen Aufschwung in seiner Amtszeit bis 1932. 1926 besiegelte er vertraglich die Kulturstiftung des Landes. Ebenso hat Heinrich Deist die Ansiedlung des Bauhauses in Dessau entscheidend mit unterstützt.

Nach seinem Ausscheiden aus dem Staatsdienst war er nationalsozialistischen Schikanen ausgesetzt und wurde wiederholt in Schutzhaft genommen. Bei Kriegsende übernahm er im hohen Alter das Amt des Präsidenten im Regierungsbezirk Dessau. In diesen Nachkriegsjahren galt es Not und Elend zu lindern sowie die Beseitigung der schlimmsten Kriegsschäden zu bewältigen. Anfang 1949 wurde er in den Ruhestand versetzt. Als Pensionär widersetzte er sich dem Druck der stalinistischen Schmähungen und bekannte sich zu den demokratischen Werten. Er verstarb am 19.06.1963 mit 89 Jahren in Dessau.

Nachweis: Wikipedia