Namensgebung "Hilde Ollenhauer Haus"

Portrait Hilde Ollenhauer

Mit der Namensgebung „Hilde Ollenhauer Haus" für das AWO Seniorenzentrum Reform würdigen wir die langjährige politische Arbeit und das Engagement von Hilde Ollenhauer in der Arbeiterwohlfahrt. Damit wollen wir diesen Namen wieder in das Bewusstsein ihrer Geburtsstadt Magdeburg zurückbringen.

Hilde Ollenhauers  Leben war durch langjährige politische Arbeit und das Engagement in der AWO geprägt. Noch im Alter von zweiundsiebzig Jahren gehörte sie als Mitglied der Hamburgischen Bürgerschaft an. Für ihren unermüdlichen Einsatz für die gesellschaftlich Benachteiligten wurde Hilde Ollenhauer die höchste Auszeichnung der AWO, die Marie-Juchacz-Plakette, verliehen. Dem AWO Seniorenzentrum Reform wurde 2002 der Name “Hilde Ollenhauer Haus“ verliehen.

Hilde Ollenhauer (1902 - 1995)

Hildegard Ollenhauer, genannt Hilde, wurde am 12.12.1902 in Magdeburg geboren. Die Schwester des SPD-Vorsitzenden Erich Ollenhauer stammte aus einer Familie, die sich der Politik und dem Kampf für soziale Gerechtigkeit verschrieben hatte. Nach dem Besuch der Volksschule und einer kaufmännischen Ausbildung arbeitete Hilde Ollenhauer bei einer Versicherung, in einem Buchladen sowie im Büro der Sozialistischen Arbeiterjugend. Mit 16 Jahren trat sie in einen gewerkschaftlichen Verband und mit 19 Jahren in die SPD ein.

1923 zog sie nach Hamburg, wo sie von 1928 bis 1933 Geschäftsführerin eines Zusammenschlusses verschiedener Jugendverbände war. Anfang 1933 übernahm sie ein Mandat für die SPD in der Bürgerschaft, wurde aber bald nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten zusammen mit den anderen SPD-Abgeordneten ausgeschlossen. Aus politischen Gründen verlor sie ihre Arbeit, bevor es ihr gelang, als Sachbearbeiterin in einem von Lehrern gegründeten Verein für Ferienwohlfahrt unterzukommen. Sie trat 1937 in die NSDAP ein, um ihre Stelle zu behalten. 1943 wurde sie nach den verheerenden Bombenangriffen auf Hamburg nach Magdeburg versetzt, um dort Evakuierte aus Norddeutschland zu betreuen.

Nach Kriegsende blieb Ollenhauer zunächst in Magdeburg und arbeitete als Buchhalterin und Stenotypistin.1950 verließ sie Sachsen-Anhalt und kam wieder nach Hamburg. Dort war sie bis zu ihrer Pensionierung 1962 als Berufsberaterin im Arbeitsamt Hamburg angestellt.

Als überzeugte Sozialdemokratin unterstützte Ollenhauer erneut die SPD und gehörte von 1953 der Bezirksversammlung Hamburg-Nord sowie von 1957 bis 1974 der Hamburgischen Bürgerschaft an. Daneben engagierte sie sich seit 1950 in der Arbeiterwohlfahrt, davon 1962 bis 1986 als Mitglied des Hamburger Landesvorstands, im AWO Bundesausschuss sowie bis zu ihrem 85. Lebensjahr als ehrenamtliche Leiterin einer AWO Altentagesstätte in Hamburg-Volksdorf.

Für ihren unermüdlichen Einsatz für die gesellschaftlich Benachteiligten wurde Hilde Ollenhauer die höchste Auszeichnung der AWO, die Marie-Juchacz-Plakette, verliehen.

Nachweis: Wikipedia