AWO Zerbst bezieht Stellung: Krankenhaus für Versorgung unverzichtbar

, Zerbst

Das Haus am Frauentor äußert sich zur geplanten Schließung des Krankenhauses und den Folgen für die regionale Versorgung.

Positionierung zum Erhalt des Zerbster Krankenhauses

Zerbst und seine Umgebung stehen derzeit vor einer entscheidenden Weichenstellung: Der mögliche Verlust des Klinikstandortes in unserer Stadt. Für uns als Pflegeeinrichtung vor Ort wäre eine Schließung weit mehr als nur ein organisatorisches Problem – sie hätte tiefgreifende Folgen für unsere Bewohnerinnen und Bewohner, unsere Mitarbeitenden und die gesamte Region.

Ein Krankenhaus vor Ort bedeutet Sicherheit und Teilhabe

Viele unserer Bewohnerinnen und Bewohner sind hochbetagt, mehrfach erkrankt oder leben mit einer demenziellen Erkrankung. Eine wohnortnahe medizinische Versorgung ist für sie keine Selbstverständlichkeit, sondern eine Lebensnotwendigkeit.
Das Krankenhaus in Zerbst bietet kurze Wege im Notfall, schnelle Diagnostik und fachärztliche Kompetenz – all das, was für eine qualitativ hochwertige Pflege und Versorgung unerlässlich ist.

Unsere Pflegekräfte und Praxisanleiter arbeiten eng mit den ärztlichen Kolleginnen und Kollegen im Klinikum zusammen. Diese Kooperation ermöglicht:

  • Schnelle Krankenhausaufnahmen bei akuten Verschlechterungen,
  • Verlässliche Rückverlegungen in die Einrichtung nach Stabilisierung,
  • Gemeinsame Abstimmungen zur medikamentösen und therapeutischen Behandlung.

Fällt der Klinikstandort weg, gehen diese gewachsenen Strukturen verloren – mit gravierenden Folgen.

Die nächste Notaufnahme oder stationäre Versorgungseinrichtung wäre künftig deutlich weiter entfernt. Für unsere Pflegeeinrichtung bedeutet das:

  • Längere Transportwege für unsere Bewohnerinnen und Bewohner, die körperlich und psychisch belastend sind,
  • Verzögerungen in der Notfallversorgung, die im schlimmsten Fall Leben kosten können,
  • Mehr Aufwand und Stress für Pflegekräfte, die zusätzliche Koordination und Begleitungen übernehmen müssen,
  • Verlust regionaler Fachkompetenz, die über Jahre aufgebaut wurde,
  • Einen Rückschritt in der Versorgungsqualität für eine ohnehin ländlich geprägte Region.

Darüber hinaus wäre die Schließung ein herber Schlag für die Attraktivität unseres Standortes – für Fachkräfte, Familien und ältere Menschen, die auf eine verlässliche medizinische Infrastruktur angewiesen sind.

Die Menschen in Zerbst und Umgebung haben ein Recht auf wohnortnahe medizinische Versorgung. Pflege und Medizin gehören zusammen – das eine funktioniert ohne das andere nicht.
Der Erhalt des Klinikstandortes ist deshalb kein Luxus, sondern eine Grundvoraussetzung für eine menschenwürdige, sichere und verlässliche Versorgung unserer Bevölkerung.

Wir fordern Entscheidungsträger in Politik und Verwaltung auf, Verantwortung zu übernehmen und gemeinsam mit den Bürgerinnen, Pflegeeinrichtungen, Ärztinnen und Ärzten sowie den Mitarbeitenden im Gesundheitswesen tragfähige Lösungen zu finden, um den Klinikstandort Zerbst zu erhalten.

Nur gemeinsam können wir sicherstellen, dass die Menschen hier weiterhin gut versorgt, gepflegt und begleitet werden – in Krankheit, Alter und Krisen.

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