Erlebnis mit allen Sinnen im Haus am Frauentor

, Zerbst

Die Themenwoche „Die 5 Sinne“ im AWO Seniorenzentrum Zerbst lädt zu spannenden Einblicken und besonderen Sinneserlebnissen ein.

Mit allen Sinnen genießen – Kräuterbutter herstellen

Im AWO Seniorenzentrum Zerbst – Haus am Frauentor fand im Rahmen der Themenwoche „5 Sinne“ am Dienstag, den 05.08.25 ein besonderes Geschmackserlebnis statt: die Herstellung von frischer Kräuterbutter. Dieses Angebot bot ein sinnliches Erlebnis für Gaumen, Nase und Hände.

Frische Kräuter wie Petersilie, Schnittlauch, Dill und Zitronenmelisse wurden sorgfältig ausgewählt, gewaschen und fein geschnitten. Anschließend wurden die Kräuter behutsam unter die weiche Butter gehoben. Bereits während der Zubereitung erfüllte ein herrlicher Duft den Raum und weckte Erinnerungen an vergangene Zeiten.

Das anschließende Bestreichen der Kräuterbutter auf frisches Brot und Brötchen bildete den geschmackvollen Abschluss der Aktivität. Die Schüsseln wurden bis auf den letzten Krümel geleert.

Am Donnerstag folgte ein weiteres kulinarisches Erlebnis: selbstgemachter Obstsalat. Verschiedene Früchte wie Birnen, Bananen, Pfirsiche und Weintrauben wurden gemeinsam vorbereitet. Beim Schneiden, Schälen und Probieren wurde erzählt und genascht.

Hier stand nicht nur die Zubereitung im Mittelpunkt, sondern auch das Fühlen der unterschiedlichen Oberflächen, das Riechen der süßen Aromen sowie das bunte Farbenspiel des fertigen Salats. Der erfrischende Obstsalat war das Highlight des Tages.

Der Hörsinn

Die Welt um uns herum ist oft laut – echte Stille findet sich kaum noch. Am Strand rauscht das Meer, in der Stadt rattern die Autos, im Schwimmbad kreischen Kinder, und auf der Blumenwiese summen die Bienen. Da kann ein plötzlicher Moment der totalen Stille schon einmal erschreckend und unangenehm wirken.

Am Dienstag, den 5. August 2025, stand jedoch genau das Gegenteil im Mittelpunkt: das bewusste Hinhören. Beim Care-Table wurden verschiedene Geräusche abgespielt, die genaues Lauschen erforderten. Danach wurde mit Percussion-Instrumenten kräftig Rabatz gemacht.

Besonders viel Freude bereitete das Erraten von Tierstimmen. Zu Beginn gab es jeweils ein Foto zum Tier, und alle warteten gespannt darauf, wann endlich die passende Stimme zu hören sein würde.

Im Anschluss wurde der Aufbau des Gehörgangs näher betrachtet – eine beeindruckend komplexe Konstruktion, die das Hören überhaupt erst ermöglicht.

Der Sehsinn

Was es nicht alles zu sehen gibt – die Welt ist traumhaft bunt und faszinierend. Am Mittwoch, den 6. August 2025, wurde dies beim Anschauen des Films „Unsere Erde“ eindrucksvoll deutlich. Beeindruckende Bilder aus Natur und Tierwelt zeigten die Vielfalt und Schönheit der Umwelt.

Doch wer nimmt sich im Alltag wirklich Zeit, genau hinzuschauen? Viele Menschen hetzen durch die Natur, sodass kleine Wunder wie das entzückende Gänseblümchen oder der winzige Glückskäfer oft unbemerkt bleiben oder kaum Beachtung finden. Wie das kleine Stiefmütterchen, das sich unter einem Plakat zwischen den Fliesen im Eingangsbereich ans Licht gedrängt hat – wer hat es schon entdeckt?

Auch der Care-Table und die VR-Brille veranschaulichen mit eindrucksvollen Bildern, wie viel Detailreichtum in der Natur steckt.

Der Geruchssinn

An gleich zwei Tagen stand das Thema Gerüche im Mittelpunkt. Am Mittwoch, den 6. August, wurden Kräuter wie Salbei, Oregano, Zitronenmelisse und Basilikum zum Riechen herumgereicht. Zudem konnten Duftöle wie Lavendel, Rose, Orange und frische Luft erkundet werden.

Am Montag, den 11. August 2025, wurde es im Gemeinschaftsraum besonders duftend und gemütlich. Gemeinsam wurden kleine Lavendelherzen hergestellt – ein kreatives Vergnügen, das die Sinne erfreute und schöne Erinnerungen weckte.

Mit duftendem, getrocknetem Lavendel und einer Prise guter Laune entstand Schritt für Schritt jedes Herz als liebevolles Unikat. Während der Arbeit kamen die Gespräche von selbst, es wurde gelacht, Geschichten erzählt, und der Lavendelduft erfüllte den Raum mit einer wohltuenden, beruhigenden Note.

Viele erinnerten sich an vergangene Sommer, Gärten voller Lavendel oder kleine Stoffbeutel, die früher in den Kleiderschränken hingen. Am Ende des Vormittags lag ein bunter Korb voller duftender Herzen auf dem Tisch – und noch wichtiger ein Gefühl von Gemeinschaft, Freude und Zufriedenheit.

Einige Herzen wurden verschenkt, andere schmücken nun die eigenen Zimmer und bringen täglich einen kleinen Moment der Freude.

Der Geschmackssinn

Am Montag, den 4. und Donnerstag, den 7. August 2025, stand der Geschmackssinn im Mittelpunkt. Gerade im höheren Alter spielt leckeres Essen eine wichtige Rolle.

Zum Kaffeetrinken am Montag gab es ein besonderes Highlight: Eis mit Eierlikör und Sahne – eine kleine süße Verwöhnung.

Am Donnerstag folgte eine kulinarische Entdeckungsreise: Fünf verschiedene Obstsorten, bekannte und unbekannte, wurden mit geschlossenen Augen verkostet. Dabei galt es, die Früchte zu erraten. Zuerst wurde geschnuppert, dann probiert. Erkannt wurden Ananas, Pfirsich, Banane, Reneklode (große gelbe Mirabellen) und Physalis.

Die Früchte waren im Vorfeld in mundgerechte Stücke geschnitten, um das Probieren sicher zu gestalten. Beim Verkosten der Physalis verzogen einige wegen des säuerlichen Geschmacks das Gesicht. Doch wie der Volksmund sagt: „Sauer macht lustig, aber erst in drei Tagen!“ Die Vorfreude auf Sonntag ist also groß.

Der Tastsinn

Am Freitag, den 8. August 2025, stand der Tastsinn im Fokus. Die Haut ist das größte Sinnesorgan des Körpers. Wenn das Sehen ausfällt, übernehmen Tasten und Fühlen die Wahrnehmung.

Genau das wurde mit verschiedenen Hilfsmitteln ausprobiert: Eine selbstgebaute Tastbox, ein Tastschlauch, ein Tastmuff sowie Tastwände boten zahlreiche Möglichkeiten, unterschiedliche Empfindungen zu ertasten. Von hart, weich und kratzig bis flauschig oder samtig konnten verschiedene Oberflächen erfühlt werden.

Diese Aktivitäten waren spannend und machten viel Freude. Am Nachmittag sorgten die beiden flauschigen Fellnasen Doris und Ikarus für zusätzliche Kuschelstunden.

Die Tastbox fordert Fingerspitzengefühl beim Ertasten von Gegenständen wie Brille, Ball, Löffel, Kamm, Würfel und weiteren Objekten.

Die selbstgestalteten Tastwände, die in den Fluren der Wohnbereiche angebracht sind, fördern die Feinmotorik. Die einzelnen Platten lassen sich herausziehen, sodass sie auch von Personen im Bett genutzt oder wohnbereichsübergreifend ausgetauscht werden können.

Der Tastschlauch und -muff haben sich besonders bei unruhigen und nestelnden Personen bewährt. Im Tastschlauch befindet sich eine Kugel, die durch den Schlauch geschoben wird, während verschiedene Stoffoberflächen ertastet werden.

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