Im Gegensatz zum akuten Schmerz, der als Alarmsignal des Körpers eine wichtige Warnfunktion hat, beeinträchtigen chronische Schmerzen im erheblichen Maße die Lebensqualität der Betroffenen. Häufig liegt bereits eine Odyssee von Diagnostik und Behandlungsversuchen hinter der Patientin oder dem Patienten. Diese fühlen sich unverstanden und nicht ernst genommen. Oft kommt in der Folge neben der ursprünglichen Symptomatik noch eine weitere hinzu, wie z. B. Depression oder Ängste. Die Lebensfreude wird zunehmend eingeschränkt.
Ziele der Behandlung sind Schmerzreduktion, Symptomtoleranz und Aktivitätsaufbau sowie eine Verbesserung der Lebensqualität.
Nach Anmeldung in unserer Fachabteilung Psychosomatik- und Schmerztherapie über das zentrale Aufnahmemanagement erhält die Patientin oder der Patient einen Schmerzfragebogen, der ausgefüllt zur stationären Aufnahme mitzubringen ist. Bei Bedarf ist auch ein ambulantes Vorgespräch zur Klärung der Indikation möglich.
Nach eingehender Anamnese, körperlicher Untersuchung sowie Sichtung und Besprechung der Vorbefunde durch die Ärztin oder den Arzt schließen sich psychologische, ergo- und physiotherapeutische Diagnostik an. Diese beinhaltet ein ausführliches Erstgespräch und spezielle Assesments. Eventuell notwendige apparative Diagnostik (CT, MRT, Ultraschall, Elektrophysiologie etc.) kann vor Ort erfolgen und wird bei Bedarf ergänzt.
Nach Einteilung in die Therapiegruppe wird die Patientin oder der Patient in ein intensives Therapieprogramm integriert, dessen Säulen sich ergänzen:
Die durchschnittliche Dauer der Behandlung beträgt 5 Wochen.
Am Ende der Therapie steht ein ausführliches Gespräch mit der Patientin bzw. dem Patienten. In einem umfassenden Arztbrief werden der einweisenden Ärztin oder dem einweisenden Arzt alle relevanten Informationen für die weiteren Behandlungsschritte übermittelt.
Die Behandlung erfolgt durch ein interdisziplinäres und multiprofessionelles Team, bestehend aus Fachärztinnen und Fachärzten für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie / Psychosomatische Schmerztherapie, Psychiatrie und Psychotherapie, Anästhesiologie und Schmerztherapie sowie Neurologie und Schmerztherapie, einer Psychologischen Psychotherapeutin und einem Psychologen sowie aus Physio-, Ergo-, Sport- und Musiktherapeutinnen und –therapeuten. Das Pflegepersonal übernimmt co-therapeutische Aufgaben, wie Akupunktur und Entspannungsverfahren. Der überwiegende Teil der Teammitglieder verfügt über Zusatzqualifikationen im Bereich der Schmerztherapie.
AWO Fachkrankenhaus Jerichow | Fachabteilung für Psychosomatik mit Schmerztherapie
Johannes-Lange-Straße 20, 39319 Jerichow
Chefärztin Marion Blaser
marion.blaser@awo-sachsenanhalt.de
Sekretariat Kirsten Breitfeld
Telefon 039343 92-2720
psychosomatik.fkh@awo-sachsenanhalt.de
Organisatorische Fragen zur Behandlung im Haus 11: Telefon 039343 92-3111