Hände schauen über den Rand eines Regenschirmes hinaus

Magdalena: Mobile Beratung für Sexarbeiter*innen

Magdalena ist eine mobile Beratungsstelle für Sexarbeiter*innen in Sachsen-Anhalt. Die Arbeit mit den Klient*innen bei Magdalena erfolgt anonym, kostenfrei, parteilich, niedrigschwellig und akzeptierend. Ziel der Arbeit von Magdalena ist es, Sexarbeiter*innen bei der Entwicklung und Veränderung ihrer Lebensperspektiven zu unterstützen, zu begleiten und Ihnen Handlungsspielräume zu eröffnen, die ihre Lebens - und Arbeitsbedingungen verbessern.

Dazu bietet die Beratungsstelle Sexarbeiter*innen im gesamten Land Sachsen-Anhalt Unterstützung in allen Lebenslagen – insbesondere im Anmeldeverfahren der Tätigkeit als Sexarbeiter*in nach dem Prostituiertenschutzgesetz (ProstSchG), der beruflichen Umorientierung, dem Ausstieg sowie Fragen zu Sozialleistungen, Aufenthaltsstatus oder bei persönlichen Krisen an. Die Beratungsstelle Magdalena setzt sich für das Recht auf Selbstbestimmung und den Schutz vor sexueller Ausbeutung ein. Schwerpunkt der Tätigkeit der Beratungsstelle Magdalena ist neben den individuellen Hilfen die intensive Vernetzungsarbeit mit anderen Beratungsstellen, Einrichtungen und Ämtern.

Beratungsangebot Magdalena

Wir arbeiten parteilich, anonym und kostenfrei. Wir beraten und begleiten und beraten zu folgenden Themen:

  • Anmeldung als Sexarbeiter*in nach Prostituiertenschutzgesetz
  • Kranken- und Sozialversicherung
  • Gewerbliche Selbstständigkeit
  • Berufliche Neuorientierung und Ausstiegshilfe
  • Persönliche und soziale Krisen

Unsere Leistungen beinhalten:

  • Aufsuchende Beratung am Arbeitsplatz
  • Einzelberatung per Telefon, E-Mail oder persönliche Terminvereinbarung
  • Begleitung bei Behördengängen
  • Psychosoziale Beratung
  • Unterstützung von Diskriminierung und Benachteiligung betroffener Sexarbeiter*innen
  • Beratung und Information zu sozialrechtlichen Ansprüchen (Krankenversicherung, Kindergeld, Wohngeld)

Wir sprechen folgende Sprachen: Deutsch, Englisch, Portugiesisch und Spanisch. Für andere Sprachen kann ein*e Sprachmittler*in hinzugezogen werden.

Ansprechpartnerinnen MAGDALENA - Mobile Beratung für Sexarbeiter*innen

MAGDALENA - Mobile Beratung für Sexarbeiter*innen

Seepark 7, 39116 Magdeburg, Telefon 0391 99977 860

Michelle Tansina, MAGDALENA - Mobile Beratung für Sexarbeiter*innen
Michelle Tansina,
Mobil 0176 16279072

Zuständig für Stadt Magdeburg, Salzlandkreis, Landkreis Börde, Altmarkkreis Salzwedel, Landkreis Stendal, Landkreis Jerichower Land und den Landkreis Harz

Jessica Schulze, MAGDALENA - Mobile Beratung für Sexarbeiter*innen
Jessica Schulze,
Mobil 0176 16279073

Zuständig für Mansfeld Südharz, Saalekreis, Anhalt-Bitterfeld, Wittenberg, die kreisfreien Städte Dessau-Roßlau und Halle (Saale) sowie den Burgenlandkreis

Informationen für Sexarbeiter*innen

Anmeldung als Sexarbeiter*in nach dem Prostituiertenschutzgesetz (ProstSchG)

Alle sexuellen Dienstleistungen, z.B. Pay-Sex, Domina-Service, Escort, Tandra-Massagen, Sexualbegleitung und erotische Massagen, sind meldepflichtig. Egal ob die Dienstleistungen regelmäßig oder nur gelegentlich ausgeführt werden, alle Tätigkeiten müssen angemeldet werden. Nur wer beim Ordnungsamt als Sexarbeiter*in gemeldet ist, arbeitet legal. Die Mitarbeiterinnen der Beratungsstelle unterstützen und begleiten Dich gern beim Anmeldeprozess und beraten in allen weiteren Fragen.

WIR UNTERSTÜTZEN DICH GERN BEIM ANMELDEVERFAHREN!

Rechte und Pflichten von Sexarbeiter*innen

Rechtliche Vorgaben für Sexarbeiter*innen

  • Nach den Gesetzen zur Prostitution musst du deine Tätigkeit bei einem Ordnungsamt anmelden. Erst dann, arbeitest du legal als Sexarbeiter*in.
  • Für die Anmeldung als Sexarbeiter*in ist eine kostenlose persönliche Gesundheitsberatung beim Gesundheitsamt erforderlich.
  • Dein Einkommen musst du eventuell versteuern. Dazu machst du eine Steuererklärung.
  • Krankenversicherung ist Pflicht für Alle.
  • Wenn du selbstständig tätig bist, solltest du dich um Kranken-, Unfall, Pflege- und Rentenversicherung kümmern – damit du abgesichert bist, wenn du nicht arbeiten kannst.

Rechtsansprüche für Sexarbeiter*innen

  • Du hast das Recht auf deinen Lohn – Kund*innen müssen dir den vereinbarten Lohn zahlen.
  • Du hast Anspruch auf Sozialleistungen, wie Sozialhilfe oder Arbeitslosengeld II, falls dein Verdienst über längere Zeit ausbleibt.
  • Dir steht eine jährliche kostenlose Gesundheitsberatung zu.
  • Du kannst Unkosten für Arbeitsräume, Kleidung, Kondome & Hygieneartikel oder Umschulungen etc. steuerlich absetzen.
  • Du hast das Recht eine Dolmetscherin zu den Behörden mitzunehmen.

Rechte gegenüber den Betreiber*innen von Mietwohnungen oder Bordellen

  • Betreiber*innen müssen alle Vereinbarungen mit Dir z. B. Arbeitszeiten/ Gehalt schriftlich (z. B. für die Steuererklärung) ausgeben.
  • Betreiber*innen dürfen keine Vorgaben bezüglich deines Angebots machen. Sie dürfen Dich also auch nicht zu irgendeiner Handlung zwingen.
  • Betreiber*innen müssen auf die Kondompflicht hinweisen (z. B. durch Schilder).
  • Betreiber*innen dürfen für die Vermietung von Räumen oder für eine Kundenvermittlung keine unverhältnismäßigen Preise verlangen.
Hände mit Worten auf den Handflächen

WIR UNTERSTÜTZEN DICH GERN BEI DER DURCHSETZUNG DEINER RECHTE!

Weitere Informationen

Informationen zu Gewerbe und Steuern

Wenn Sexarbeiter*innen vertraglich in die betriebliche Organisation, eines Bordells, eines Studios oder Ähnlichem eingegliedert sind, sind sie Angestellte. Nach Ablauf des Kalenderjahres erhält Du von Deiner Arbeitgeber*in eine Lohnsteuerbescheinigung. Du kannst dann bei Deinem Finanzamt eine Einkommensteuererklärung einreichen. Sofern Du selbständig tätig bist, musst du die steuerlichen Pflichten selbst erfüllen. Dann fallen Einkommensteuer, ggf. Umsatzsteuer und ggf. auch Gewerbesteuer an. Deine Einnahmen und Ausgaben musst Du für jeden Monat genau aufzuzeichnen und nach einem Jahr eine Steuererklärung abgeben. Diese Aufzeichnungen sowie weitere Belege - wie beispielsweise Rechnungen und Mietverträge – solltest Du 10 Jahre aufbewahren. Weitere Informationen zu deinen Pflichten erhältst du bei deinem zuständigen Finanzamt. Wir unterstützen Dich gern beim Beratungsprozess.

Versorgung mit Übernachtungsmöglichkeiten und Lebensmitteln

Menschen, die Unterstützung bei der Lebensmittelversorgung und Übernachtungsplätzen suchen, beraten wir gern und vermitteln zu den geeigneten Möglichkeiten an ihren Aufenthaltsorten.

Informationen zu Kranken- und Sozialversicherung

Alle Personen, die in Deutschland leben, müssen für den Krankheitsfall abgesichert sein und sollen einen Krankenversicherungsschutz haben. In Deutschland gibt es dafür zwei Systeme:

  • die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) und
  • die Private Krankenversicherung (PKV).

Ob die GKV oder die PKV für Dich infrage kommt, hängt zum Beispiel davon ab, ob Du angestellt oder selbstständig tätig bist. Kostenlose Beratung zur Krankenversicherung (mehrsprachig) erhältst du hier: Beratung 0800 011 77 22 (gebührenfrei aus allen Netzen) oder hier.

Giveaways der Beratungsstelle Magdalena

WIR UNTERSTÜTZEN DICH GERN BEI ALLEN FRAGEN!

Aktuelle Informationen aus der Beratungsstelle Magdalena - Mobile Beratung für Sexarbeiter*innen

Magdeburg,

Am 14. August wird unter dem Motto „Ein flotter Dreier für's Grundgesetz“ das 10-jährige Jubiläum des CSD Magdeburg e. V. gefeiert.

Magdeburg,

Die AWO Beratungsstelle Magdalena berät Sexarbeiter*innen, die vielfältig von den Auswirkungen der Corona-Pandemie betroffen sind. Aktuell ist eine finanzielle Hilfe sinnvoll: Magdalena sammelt Spenden.

Magdeburg,

In der Landeshauptstadt Magdeburg nimmt ab sofort das Ordnungsamt seine Tätigkeit im Rahmen des Prostituiertenschutzgesetzes auf.

Träger der Beratungsstelle Magdalena ist der AWO Landesverband Sachsen-Anhalt e. V. Gefördert wird die Beratungsstelle durch das Ministerium für Arbeit, Soziales und Integration des Landes Sachsen-Anhalt auf Basis des ProstSchG-AG LSA § 6 vom 14.03.2019. Magdalena ist Mitglied im Bündnis Fachberatungsstellen für Sexarbeiter*innen bufas e.V.